Zweibrücken. Die Blicke der Verantwortlichen des LAZ Zweibrücken gehen dieser Tag häufig sorgenvoll gen Himmel, der Dauerregen der letzten Tage nervt. Besonders wenn man eine Großveranstaltung im eigenen Westpfalzstadion zu organisieren hat, und eigentlich auf gutes Wetter angewiesen ist. Am Sonntag ab 10.30 Uhr steigen in Zweibrücken die Rheinland-Pfalz-Meisterschaften der Männer, Frauen und U18-Altersklassen. Auch LAZ-Stabhochspringerin Anna Felzmann hofft, dass es mit dem Springen klappt.

„Hoffentlich ist der Regen langsam mal alle“, meinte unter der Woche lapidar Alexander Vieweg, Vorsitzender des LAZ Zweibrücken. „Wir hoffen einfach auf gutes Wetter“, sagte er. Dann lassen sich vielleicht auch zwei Hochkaräter im Stadionrund blicken. Zehnkämpfer Kai Kazmirek von der LG Rhein-Wied, der in Götzis gerade die Olympia-Norm mit 8318 Punkten geknackt hat, und Speerwerfer Julian Brand (USC Mainz), dem noch 31 Zentimeter bis zur Norm (83 m) fehlen, könnten die Rheinland-Pfalz-Meisterschaft als Testwettkämpfe nutzen. Als Landesmeisterschaft ist der Termin ein offiziell anerkannter Qualifikationswettkampf für DM, EM in Amsterdam (6. bis 10. Juli) und Olympia in Brasilien (5. bis 21. August).

Immerhin: Die Wetterstation in Kirrberg sagt auf der Internetseite www.wetter-info.de nach weiteren Regentagen für Sonntag nur eine geringe Niederschlagswahrscheinlichkeit voraus und zwischen 18 und 21 Grad zur Wettkampfzeit. „Ich hab’ keine großen Ansprüche mehr ans Wetter. Hauptsache, es kommt nicht so viel Nass von oben“, räumt LAZ Stabhochspringerin Anna Felzmann leicht genervt ein.Denn am Mittwoch war die Stambacherin zu einem Meeting nach Leverkusen aufgebrochen – nur um dann vor Ort zu erfahren, dass der Wettkampf wetterbedingt abgesagt war.

Dabei ist Felzmann eigentlich eine Athletin, die gerne und viel im Wettkampf springt – in diesem Jahr war das bisher schwierig. „Die Form ist da. Ich traue mir die Olympia-Norm von 4,50 Meter im Lauf der Saison zu“, sagt die Sport- und Deutschstudentin fürs Lehramt an Gymnasien. „Aber die Konkurrenz ist bei den deutschen Frauen groß. Ich weiß nicht, ob es reicht, die Norm nur einmal zu springen“, sagt Felzmann, die gemeinsam mit Trainer Alexander Gakstädter derzeit am Feinschliff der Technikelemente arbeitet. Da wieder hinzukommen, war aber gar nicht leicht. „Im Trainingslager in Belek in der Türkei haben wir im April an einige Stellschrauben gedreht. Das war zwar notwendig, aber am Anfang ein bisschen viel“, bekennt Felzmann, dass es danach gar nicht gut für sie lief und sie durch ein Tal der Tränen musste. „Erst vor zwei Wochen, beim Wettkampf in Ostrava, hatte ich das Gefühl, dass sich das das erste Mal wieder nach Stabhochsprung anfühlt.“

Und obwohl das mit dem umgestellten Anlauf und der Umsetzung des Anlaufs am Stab nun wieder deutlich besser klappt, weiß sie nicht, ob sie am Sonntag beim Heimspiel in Zweibrücken starten kann. „Ich habe mir einen Magen-Darm-Infekt und eine Blasenentzündung eingefangen und muss Antibiotika nehmen“, erzählte sie. Gestern lag sie den ganzen Tag im Bett: „Ich fühle mich wie überfahren.“

Auch die LAZ-Disziplinkollegen Kristina Gadschiew, Anne Pfeiffer und Salome Schlemer sowie Daniel Clemens, Julius Ferber, Jan Rio Krause und Alberto Lafuente Véron wollen am Sonntag springen. Auf der Meldeliste der Aktiven stehen zudem die LAZler Julius Wendlinger und Hanna Luxenburger im Kugelstoßen, Schlemer über 100 Meter Hürden, Jonas Klein (LAZ) und Fabian Richter (VT Zweibrücken) über 100 und 200 Meter sowie VTZlerin Christine Port im Weitsprung.

„Bis auf die Hindernisläufer und den Hammerwurf ist alles am Start. Alles im Stadion, alle Facetten der Leichtathletik. Der Eintritt ist zudem frei“, sagt Alexander Vieweg über die 468 gemeldeten Sportler.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
05.06.2016 Rheinland-Pfalz-Meisterschaften 2016 (M/F/U18) Zweibrücken (Deutschland)