Merkur-Sportstammtisch: LAZ-Trainer Matthias Brockelt verrät seine Motivationstricks

Um gerade junge Sportler im Training bei Laune zu halten, dafür reichen oft schon kleine Spaß- oder Wettkampfelemente aus. Wie man diese am besten einbaut, erklärte Matthias Brockelt gestern Abend beim Merkur-Sportstammtisch.

LAZ-Trainer Matthias Brockelt
Matthias Brockelt

Zweibrücken. Die richtige Motivation im Sport ist immer so eine Sache. Ein Wettkampf lief schlecht, die Laune ist im Keller. Oder im Aufbautraining sind besonders viele Einheiten im Kraftraum oder mit Ausdauerläufen zu absolvieren. Alles öde. Besonders für junge Sportler. Mit welchen Tricks und Mitteln ein Coach seine Schützlinge aber schnell wieder fürs Training motivieren kann, darüber referierte gestern Abend beim Merkur-Sportstammtisch der hauptamtliche Trainer des Leichtathletik-Zentrums (LAZ) Zweibrücken, Matthias Brockelt (Foto: voj). Der Diplom-Sportlehrer, selbst ein lustig-spontaner Typ, wagte in der Cafeteria des Zweibrücker Badeparadieses den Spagat zwischen wissenschaftlichen Erklärungen der Sportpsychologie und praktischen Tipps für den Trainingsalltag.

In seinem Vortrag sprach er dabei verschiedene Aspekte der Motivation an: Auflockerung des Trainings, Motivationstypen und Zielsetzungstraining. Besonders interessiert waren die Stammtischmitglieder an den kleinen Motivationstricks im Training.

Brockelt griff dabei immer wieder auf Beispiele aus seiner eigenen Trainingsgruppe zurück, zu der auch der Deutsche Jugendmeister im Speerwurf, Till Wöschler, gehört. „Wenn er weiß, warum er das machen muss, und wenn er das in der Gruppe machen kann, macht Till das auch gerne“, nannte Brockelt das grundlegende Prinzip. Neben der Zusammenarbeit in der Gruppe streut der LAZ-Trainer auch gern Spaß-Elemente wie akrobatische Übungen oder kleine Wettbewerbe wie das Kugelschocken gegen Stabhochspringer Raphael Holzdeppe ein.

Um der Monotonie zu entkommen, helfen andere Trainingsmittel mit ähnlichem Bewegungsablauf. „Meine Sportler spielen zum Beispiel gern. Wenn sie zur Erwärmung eine Runde Badminton spielen können, gehen sie viel motivierter anschließend ans Werk. Und es lockert zudem die Schultern“, erklärt Brockelt. Natürlich, schränkt er ein, muss er das gestreut einsetzen und nicht zu häufig. Wichtig sei es auch, auf die psychische Verfassung der Sportler zu reagieren. „Das heißt oft, die Jungs und Mädels nach einem verkorksten Wettkampf schnell auf andere Gedanken bringen.“ Wie und wo der Trainer Motivationstricks einsetzen kann, hängt vor allem vom jeweiligen Sportler ab. Brockelt; „85 Prozent der Sportler motivieren sich über angenehme Gefühle. Aber es gibt 15 Prozent, bei denen sich die Motivation durch negative Gefühle verstärkt.“

Deshalb sei es auch wichtig, den jungen Athleten ein Ziel vor Augen zu halten. „Das muss aber realistisch sein“, ergänzt der 44-Jährige. „Früher gab es die Eislaufmütter. Heute sind die Eltern aber eher dabei, ihre Kinder bezüglich des Sports zu bremsen“, brachte Paul Roller, der Ehrenvorsitzende der Wassersportfreunde Zweibrücken, das Thema auf die Unterstützung der Eltern. „Wir sind eine Wohlstandsgesellschaft, in der diese Plackerei nicht mehr gefördert wird, meinte Josef Scheer, der Vorsitzende des LAZ, dazu.

Der nächste Merkur-Sportstammtisch findet am Montag, 8. Juni, statt. Diesmal treffen sich die Stammtischmitglieder im Trimini-Fitnessstudio der VT Zweibrücken zum Sporttreiben.

fantasievolle Kraftübung mit Trainer Matthias Brockelt und seinen Athleten
Till Wöschler, Sara Krieg, Marc Brendamour und Trainer Matthias Brockelt (von links) vom LAZ Zweibrücken zeigen im Training spielerisch eine fantasievolle Kraftübung. Foto: Marco Wille
Mitglieder des Sportstammtisches
Die Mitglieder des Sportstammtisches verfolgen aufmerksam die Computerpräsentation von Matthias Brockelt. Foto: voj