Stabhochspringer Raphael Holzdeppe vom LAZ Zweibrücken macht es bei der WM spannend – knackt die Qualifikationshöhe für das Finale aber im dritten Versuch. Heute beginnt der Quali-Wettkampf für Christin Hussong.

Doha/Zweibrücken. Raphael Holzdeppe blickte ins Publikum zu seinem Trainer Andrei Tivontschik, grinste verschmitzt – und machte dann eine Geste, als würde er sich den Schweiß von der Stirn wischen. Der Stabhochspringer vom Leichtathletikzentrum (LAZ) Zweibrücken hatte es richtig spannend gemacht.

An seinem 30. Geburtstag übersprang der Weltmeister von 2013 am Samstag bei der Leichtahtletik-WM in Doha die Qualifikationshöhe von 5,75 Metern im dritten und letzten Versuch – und ist nun einer der zwölf Teilnehmer, die am Dienstag (19.05 Uhr MESZ/ARD) um die Medaillen kämpfen. Auch die 5,70 Meter hatte der LAZ-Athlet erst im letzten Versuch passiert.

„Ich habe es nicht mit Absicht so spannend gemacht, ich hätte es gerne andersrum gehabt. Das waren mehr Sprünge, als ich eigentlich machen wollte“, sagte Holzdeppe: „Die Hauptsache ist aber, dass das Ende gut ist.“

Ebenfalls den Einzug ins Finale schaffte Bo Kanda Lita Baehre. Dem 20 Jahre alten WM-Debütanten (Leverkusen) reichten im ersten Versuch übersprungene 5,70 Meter, um bei den besten Zwölf dabei zu sein. Holzdeppe hätte diese Höhe nicht gereicht, weil er zuvor mehr Versuche benötigt hatte als Lita Baehre. „Auf der Leinwand habe ich gesehen, dass ich nach den 5,70 Metern 14. bin. Das war schwieriger und nervenaufreibender als erhofft“, sagte Holzdeppe.

Torben Blech (Leverkusen) musste hingegen bei seiner WM-Premiere nach übersprungenen 5,45 Metern wegen einer Rückenzerrung den Wettkampf aufgeben.

Überraschend ausgeschieden ist Weltrekordler Renaud Lavillenie aus Frankreich, der dreimal an 5,70Meter scheiterte.

Die weiteren Favoriten um Europameister Armand Duplantis (Schweden), den Titelverteidiger und Jahresweltbesten Sam Kendricks (USA) und Olympiasieger Thiago Braz (Brasilien) erreichten hingegen das Finale.

DLV-Generaldirektor Idriss Gonschinska lobte die Leistung Holzdeppes ausdrücklich. Er habe einen „knallharten Ausscheidungswettkampf“ überstanden.

„Die Bedingungen waren gut, es war ziemlich windstill, es ist eine gute Anlage, man kann da hoch springen“, sagte Holzdeppe. „Eigentlich findet das Finale immer direkt am nächsten Tag statt, dieses Mal haben wir ein wenig Pause, das ist vielleicht ganz gut für mich“, ergänzte der LAZ-Athlet – bevor er gestern beim Onlinedienst Instagram ein Foto von sich beim Entspannen am Pool seiner Hotelanlage teilte.

Heute greift auch die amtierende Europameisterin Christin Hussong vom LAZ ins Geschehen ein. Die Qualifikationswettkämpfe der Speerwerferinnen beginnen ab 15.30 Uhr (ZDF). Das Finale wäre am Dienstag (20.15 Uhr/ARD).

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
27.09.–06.10.2019 Weltmeisterschaften 2019 Doha (Katar)