Zweibrücken. Im Finale der Frauenkonkurrenz beim Stabhochsprung-Meeting des Leichtathletikzentrums Zweibrücken lag Weltrekord auf: 4,64 Meter – das wäre die neue Bestmarke in der U20-Altersklasse gewesen. Es war gestern Abend noch ein bisschen zu hoch für die 18-jährige Russin Alena Lutkovskaya. Dreimal nahm sie Anlauf, erst im dritten Versuch ließ sie den Stab los, um über die Latte zu fliegen. Sie riss knapp. Enttäuscht war sie nicht. Mit übersprungenen 4,54 Metern gewann sie die internationale Konkurrenz und verbesserte dabei ihre persönliche Bestleistung und den russischen Jugendrekord um vier Zentimeter.

Dass die junge Springerin gestern Abend vor mehr als 300 Zuschauern in der vereinseigenen Dieter-Kruber-Halle die dominierende Athletin sein würde, war schon nach dem ersten Versuch der 18-Jährigen klar. Als sie zum ersten Mal anlief, lagen 4,23 Meter auf, sie sprang die Höhe souverän, da war richtig viel Luft zwischen Körper und Latte. Für die Lokalmatadorin Kristina Gadschiew endete das Heimspiel bei dieser Höhe. Für die 30-Jährige war der Wettkampf eine Belastungsprobe. Sie tastet sich nach ihrem Achillessehnenriss erst wieder heran. Nach im ersten Versuch übersprungenen 4,13 Metern war ihr Wettkampf nach drei Fehlversuchen über 4,23 beendet. „Ich bin wieder gesund und auf einem guten Weg zurück“, sagte sie. In der Freiluftsaison will die angehende Lehrerin, deren Bestleistung in der Halle bei 4,66 Metern liegt, wieder angreifen.

Die Luxemburgerin Gina Reuland, die bei Andrei Tivontchik in Zweibrücken trainiert und in Kaiserslautern Mathematik studiert, überwand die 4,23 Meter im zweiten Versuch. An 4,33 Metern, die luxemburgischen Landesrekord bedeutet hätten, scheiterte sie dreimal. „Die drei Sprünge waren richtig schlecht. Ich hab das mit dem Kopf nicht mehr hingekriegt“, sagte die 22-Jährige, die nächste Woche ihr Land bei der Leichtathletik-Halleneuropameisterschaft in Prag vertritt.

Von der Atmosphäre in der Halle, für die ein klatschfreudiges Publikum und laute, rhythmuslastige Musik sorgten, ließen sich die Springerinnen antreiben. „Das ist richtig cool, das ist etwas ganz anderes als sonst“, sagte Reuland. Das musste im negativen Sinne auch die Österreicherin Kira Grünberg erfahren, die sich so von der Musik mitreißen ließ, dass sie mit einer viel zu hohen Schrittfrequenz ihren Anlauf verpatzte, am Ende mit übersprungenen 4,40 Metern Platz drei belegte.

Neben dem russischen U20-Rekord fiel noch eine zweite nationale Bestmarke. Die Belgierin Chloé Henry holte sich mit 4,33 Metern den Rekord von ihrer Landsfrau Fanny Smets zurück, die an dieser Höhe scheiterte. Am Ende bestritten die Französin Marion Lotout und Lutkovskaya ein einsames Finale, in dem die russische U20-Weltmeisterin im Vorteil war, weil sie die 4,54 Meter im ersten Versuch souverän übersprungen hatte. Die 25-jährige Französin schaffte die Höhe, die nur zwei Zentimeter unter ihrer Bestleistung lag, im zweiten Anlauf. Von den 4,64 Metern war sie allerdings weiter entfernt als Lutkovskaya. Die griff bei ihren ersten beiden Versuchen über die Weltrekordhöhe zu härteren Stäben, überzog aber ein bisschen. Als sie auf den weicheren Stab zurückgriff, den sie zuvor gesprungen war, hätte sie die 4,64 Meter fast überwunden. Schade, die Zuschauer hätten ihn gerne gefeiert.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
06.–08.03.2015 Hallen-Europameisterschaften 2015 Prag (Tschechien)
28.02.2015 Hallenstürmer-Cup 2015 Zweibrücken (Deutschland)