Leichtathletik: LAZ Zweibrücken mit fünf Athleten bei Deutschen Meisterschaften in Leipzig am Start

An diesem Wochenende finden in Leipzig die Deutschen Meisterschaften der Leichtathletik statt. Das LAZ Zweibrücken ist diesmal mit fünf Athleten vertreten, für die es aber schwer wird, eine Medaille zu holen.

Stabhochspringerin Kristina Gadschiew
Kristina Gadschiew

Zweibrücken/Leipzig. Am Freitag um 10.30 Uhr begab sich in Zweibrücken eine kleine, aber feine Truppe auf den Weg. Ihr Ziel: Leipzig. Ihr Mission: Deutsche Meisterschaften. Ihre Ambitionen: neue Bestleistungen. Fünf Athleten des LAZ Zweibrücken nehmen an diesem Wochenende an den nationalen Titelkämpfen in der sächsischen Messestadt teil. Die drei Stabhochspringer Kristina Gadschiew (Fotos: pma), Natasha Benner und Raphael Holzdeppe bildeten dabei eine eigene Reisegruppe. Aus rein praktischen Gründen. „Die Stäbe passen nicht in den Zug, deshalb fahren wir mit dem Auto“, erklärte die frisch gebackene Deutsche Hochschulmeisterin Kristina Gadschiew. Auf der Schiene waren 400-Meter-Läuferin Hannah Wilhelm und Hürdensprinter Marlon Odom unterwegs.

Hannah Wilhelm
Hannah Wilhelm
Hürdensprinter Marlon Odom
Marlon Odom

Alle fünf LAZ-Starter treffen bei der DM auf starke Konkurrenz. Besonders schwierig wird es für Wilhelm, mit ihrer Meldezeit von 56,44 Sekunden viereinhalb Sekunden hinter der bisher schnellsten Deutschen, Jonna Tilgner (Bremen). „Für Hannah wird es schwer, ins Finale zu gelangen. Sie bestreitet ihr erstes Jahr bei den Frauen und kann bei den Meisterschaften wichtige Erfahrungen sammeln“, meint Karl-Heinz Werle, Sportlicher Leiter und zweiter Vorsitzender des LAZ. Sicherlich mehr erhofft von seiner ersten Hallensaison in Deutschland hat sich wohl Marlon Odom. Der Deutsch-Amerikaner, der seit diesem Winter für das LAZ und Deutschland startet, liegt mit seiner Zeit von 7,91 Sekunden gerade noch so unter den besten Zwölf über die 60 Meter Hürden. Erik Balnuweit (LAZ Leipzig), derzeit schnellster Deutscher, ist in dieser Saison schon 7,65 Sekunden gelaufen. Doch Karl-Heinz Werle, der Odom betreut, wenn dieser in Deutschland weilt, ist optimistisch: „Wenn er seine Startschwäche abstellen kann, wird ihm ein Finalplatz sicher sein.“

Für die Deutsche Jugendmeisterin vom vergangenen Wochenende, Natasha Benner, geht es in Leipzig weniger um Medaillen. Sie möchte den deutschen Jugendrekord von 4,31 Metern überbieten. „Ich habe die Rekordhöhe drin“, meint die Abiturientin. Eine neue Hallenbestleistung peilt auch Kristina Gadschiew an. „Ich möchte gern über 4,46 Meter springen“, sagt sie. „Die Saison ist bisher nicht so gelaufen, wie erhofft. Ich bin zwar neue Bestleistung gesprungen. Aber es fühlt sich an, als ob noch mehr drin sein könnte.“ Zudem sei sie das erste Mal seit drei Jahren in der Hallensaison nicht verletzt gewesen. „Ich fühle mich gut. Mal sehen, was das Wochenende so bringt. Das Einzige, was ihr nicht schmeckt, ist die Wettkampfzeit. Um 11 Uhr soll der Stabhochsprungwettbewerb der Frauen am Sonntag beginnen. „Da bin ich noch nicht richtig wach“, erklärt die Studentin. Sie habe zwar in dieser Woche die Trainingsstunden auf diese Uhrzeit vorgezogen, aber so richtig gelingen wollten ihr die Sprünge da nicht. An eine Medaille glaubt sie nicht so recht. Immerhin ist die Konkurrenz mit den Olympia-Teilnehmerinnen Silke Spiegelburg, Carolin Hingst und Anastasija Reiberger sehr stark.

Bereits am Samstag schwingt sich der Olympia-Achte von Peking, Raphael Holzdeppe, mit dem Stab hoch hinaus. Wegen seines Abiturs hat er sein Training eingeschränkt und war erst spät in die Hallensaison gestartet, hat aber bereits mehr Wettkämpfe bestritten, als ursprünglich geplant. „Die Prüfungen liefen bisher gut. Und da es die Zeit hergegeben hat, haben mein Trainer Andrei Tivontchik und ich entschieden, doch öfter zu starten“, erklärt der 19-Jährige. „Wenn ich Fünfter werde wie im letzten Jahr, dann bin ich sehr zufrieden“, nennt er sein Ziel.

Seine Saisonbestleistung von 5,60 Metern in der Halle will er mindestens bestätigen. „Wenn es gut läuft, dann sind auch 5,70 Meter drin.“ In Leipzig muss er sich mit der sehr starken deutschen Konkurrenz um Alexander Straub, Malte Mohr, Lars Börgeling oder Danny Ecker auseinandersetzen. „Für die geht es alle um das Ticket für die Halleneuropameisterschaft. Die ist aber für mich kein Thema, da ich in der Woche danach meine mündliche Abiturprüfung habe“, erklärt Holzdeppe.

Auf einen Blick

Wettkampfzeiten der LAZ-Starter:

  • 400 Meter Frauen:
    • Vorlauf: Samstag, 13.30 Uhr.
    • Endlauf: Sonntag, 14.10 Uhr.
  • 60 Meter Hürden Männer:
    • Vorlauf: Sonntag, 11 Uhr.
    • Zwischenlauf: 12.10 Uhr.
    • Endlauf: 13.40 Uhr.
  • Stabhochsprung Männer: Samstag, 13.45 Uhr
  • Stabhochsprung Frauen: Sonntag, 11 Uhr.

Das Online-Magazin des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, www.leichtathletik.de, überträgt an beiden Tagen die Wettkämpfe per Livestream live im Internet. Aktuelle Ergebnisse und Interviews mit den frisch gekürten Meistern wird es dort ebenfalls geben.

Stabhochspringerin Natasha Benner
Natasha Benner (hier bei der Junioren-WM 2008) ist frisch gebackene Jugendmeisterin und will nun bei den nationalen Titelkämpfen den deutschen Jugendrekord brechen. Foto: Hensel/pma