Rehlingen-Siersburg. Als nach Robert Hartings letztem Wurf die Weite von 64,99 Meter an der Anzeigetafel aufleuchtete, gefror dem Diskus-Ass für einen Moment das Siegerlächeln. Ein mickriger Zentimeter fehlte dem Weltmeister und Olympiasieger aus Berlin bei seiner Ring-Rückkehr nach 275 Tagen zur Erfüllung der WM-Norm.

So war die Freude über den Erfolg beim Leichtathletik-Meeting in Rehlingen gestern etwas getrübt. „Es war ein guter Wettkampf, aber am Ende steht eine Weite auf dem Zettel“, sagte Harting und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Ich hätte noch mal nachmessen lassen sollen.“

Im September 2016 hatte der 32-Jährige beim ISTAF in Berlin seinen letzten Wettkampf bestritten. Danach musste sich der dreimalige WMChampion, der bei den Olympischen Spielen in Rio wegen eines Hexenschusses schon in der Qualifikation gescheitert war, einer Knieoperation unterziehen. Die Nachwehen spürt er immer noch. „Meine Beinarbeit ist noch nicht optimal, deshalb mache ich technische Fehler“, sagte Harting. „Die Windbedingungen waren leider schlecht. Das hat die Leistung um einen bis eineinhalb Meter reduziert“, stellte er fest.

Die WM ist auch das Ziel von Stabhochspringer Raphael Holzdeppe. Dem 27-Jährigen vom LAZ Zweibrücken fehlten als Zweitplatziertem hinter dem Olympia-Vierten Piotr Lisek aus Polen (5,70) mit übersprungenen 5,60 Meter zehn Zentimeter zur Normerfüllung. „Natürlich wäre ich gerne höher gesprungen. Aber die letzten zwei Wochen waren mit viel Reisestress verbunden, zudem lag ich zwischendrin mit Fieber im Bett“, sagte der Weltmeister von 2013. „Ich weiß, dass ich mehr drauf habe. Die Saison ist noch jung.“