Berlin. Für Doper könnten in Deutschland harte Zeiten anbrechen. Spitzensportlern, die mit verbotenen Mitteln erwischt werden, drohen bald empfindliche Strafen. Dies sieht ein Regierungsentwurf für ein Anti-Doping-Gesetz vor.

Athleten, Politiker und Verbände finden den Entwurf gut – der Deutsche Olympische Sportbund aber bleibt skeptisch. Dass Spitzensportler wegen Dopings bald sogar ins Gefängnis wandern könnten, geht ihm zu weit. Der Entwurf sieht vor, Erwerb und Besitz von Dopingmitteln mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren zu ahnden. „Der Gesetzentwurf gefällt mir“, sagte Dagmar Freitag, Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses. Es sei „eine klare Ansage gegen potenzielle Doper, dass es für sie in Zukunft deutlich ungemütlicher wird“. Knackpunkt der Debatte über das Gesetz war bisher die Einführung der uneingeschränkten Besitzstrafbarkeit. Bei der DOSB-Mitgliederversammlung im Dezember 2013 war sie mit großer Mehrheit abgelehnt worden. Kaderathleten könnten künftig belangt werden, wenn sie mit geringen Dosen von Anabolika oder dem Blutdopingmittel Epo erwischt werden. „Sobald uns der Referentenentwurf und seine Begründung offiziell vorliegen, werden wir uns eine Meinung bilden und unsere Mitgliedsorganisationen informieren“, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann: „Grundsätzlich begrüßen wir, dass die bislang abstrakte Diskussion nach Vorliegen des Entwurfs wesentlich konkreter geführt werden kann.“ DOSB und Politik hätten vereinbart, die bereits sehr gute Zusammenarbeit von Sport und Staat für einen Sport ohne Manipulation auch gesetzlich noch klarer als bisher zu regeln. Vorgesehen ist in dem Entwurf auch die Möglichkeit des Einzugs von Preisund Startgeldern. Gestärkt wird zudem die Position der Nationalen Anti-Doping-Agentur. Für Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes und einer der Vorkämpfer für ein Anti-Doping-Gesetz, ist es ein sehr guter Entwurf: „Wenn er so zum Gesetz werden sollte, wäre es ein Meilenstein.“