Lustadt. Die Bilanz war wie immer beeindruckend. 63 Mal hatten sich Sportler aus Vereinen des Pfälzer Turnerbundes (PTB) im vergangenen Jahr bei deutschen Meisterschaften unter den besten Sechs platziert. Sie alle wurden gestern bei der Meisterehrung in der Turnhalle des TV Lustadt ausgezeichnet.

Es war eine schöne Geste, dass PTB-Präsident Walter Benz in der Mitte des Zeremoniells die Trainer der Erfolgreichen auf die Bühne bat, um sich namentlich vorzustellen. Schön auch, dass der PTB nicht nur Einzelleistungen, sondern auch die Teamerfolge würdigt. Klasse, dass Walter Benz betonte: „Wenn man für den Pfälzer Turnerbund einen vierten Platz bei einer deutschen Meisterschaft belegt, ist das eine grandiose Leistung.“

Einer, der sich auf dem als undankbar gescholtenen vierten Platz wiederfand, war Daniel Eichhorn vom TV 1885 Morlautern. „Es war ein bisschen ärgerlich, aber ich gehörte dem jüngeren Jahrgang meiner Wettkampfklasse an, und von daher ist der vierte Platz eigentlich ein Erfolg. Es war auch nicht sooo ganz knapp gewesen“, konnte der 16-Jährige die „Holzmedaille“ in Jahn-Sechskampf der Altersklasse M 16-17 aber verschmerzen. 36 Podestplätze gab es im vergangenen Jahr für den PTB. Für ein Novum sorgte dabei die TS Rodalben, die bei den Turn-Gruppen-Meisterschaften mit den Teams der Erwachsenen und Jugend ebenso den dritten Platz belegte wie mit dem Nachwuchs im Turn-Gruppen-Wettstreit.

Als es an die Ehrung der Meister ging, rief der PTB-Präsident aber nur noch Einzelsportler auf die Bühne. Zehn waren es an der Zahl. Herausragend dabei Amélie Föllinger (TSG Haßloch), die bei den deutschen Jugendmeisterschaften in der Klasse W 14 den Titel im Bodenturnen gewann.

Morgens zwei, mittags dreieinhalb Stunden Training – und dazwischen der Besuch des Ludwig-Frank-Gymnasiums in Mannheim: Das steht an einem normalen Wochentag auf dem Programm der 14 Jahre alten Bellheimerin, die bei der TSG Haßloch in der Turntalentschule von Gerhard Liedy groß wurde und jetzt im im Leistungszentrum der TG Mannheim von Claudia Schunk trainiert wird. „Ich habe aber noch genug Zeit für andere Sachen“, betont Föllinger, die bei den deutschen Jugendmeisterschaften am 28. und 29. März in Heidelberg ihren Titel am Boden verteidigen will. Amélie Föllinger gehört dem Perspektivkader für die Olympischen Spiele 2016 in Rio an. „Die Chance ist aber eher gering“, sagt sie und verweist darauf, das sie als Jüngste im Kader mit unter anderem mehr Qualifikationshürden meistern müsse als die Konkurrenz. „Aber man darf sich nicht nur darauf konzentrieren“, weiß sie.

Vielfältig aufgestellt ist Nico Fremgen (TV Thaleischweiler), der im Leichtathletik-Fünfkampf und Steinstoßen Meister wurde. „Ich habe vom Zehnkampftraining unter Todd Hanson beim LAZ Zweibrücken profitiert“, sagte der 17-Jährige, der auch bei den Saarland Hurricanes American Football spielt. „Turnen macht immer noch Spaß und ist ein Lebensinhalt“, betonte Alexandra Urich-Klehr (TSG Haßloch), die deutsche Seniorenmeisterin der Klasse W30 im Gerätturnen-Mehrkampf.

Titel holten auch Amelie Kiehm (VT Zweibrücken) im Jahn-Sechskampf (W 12-13), Elena Löchner (TSV Iggelheim) im Leichtathletik-Fünfkampf (W 12-13), Lilit Gartmann (TTS Haßloch) im Gerätturnen-Mehrkampf (W 9), David Jäger (TV Bad Bergzabern) im Gerätturnen Mehrkampf (M 1829) sowie vom TV Thaleischweiler Denise Petry im Schleuderballwerfen (W 12 -13) und Vanessa Sprau im Steinstoßen (W 16-17).

Meisterlich: Nico Fremgen
Meisterlich: Nico Fremgen ... (Foto: van)
Amélie Föllinger
... und Amélie Föllinger (Foto: van)