Zum heutigen Tag der älteren Generation hat der Merkur zwei besonders aktive Senioren befragt. Die Zweibrückerin Ingeborg Franke ist mit 76 Jahren noch erstaunlich sportlich. Und Harald Fuhrmann hat mit 73 Jahren für seine Trompete ebenfalls noch reichlich Puste.

Zweibrücken. „Seit elf Jahren bin ich schon hier“, schwärmt Ingeborg Franke von Zweibrücken. Die gebürtige Hamburgerin, die im Jahr 2000 mit ihrem Lebenspartner aus Hessen in die Rosenstadt zog, hatte sich vorher schon beim VT Zweibrücken nach Sportmöglichkeiten erkundigt. „So konnte ich gleich durchstarten“, erzählt die begeisterte Sportlerin. Schon während ihrer Kindheit in Hamburg hatte ihr die damalige Sportlehrerin eingetrichtert, dass man, wenn man in eine neue Stadt zieht, sofort Kontakte knüpfen solle. „Das ist im Alter besonders wichtig“, so die 76-Jährige. Bei der Sportlerin häufen sich die Titel; zweimal war sie deutsche Seniorenmeisterin, zwei Medaillen hat sie bei der Europameisterschaft in Ungarn geholt; Silber beim Weitsprung in der Kategorie W 75, Bronze beim Sprint. Und noch ist lange nicht Schluss: Pfalzmeisterschaft, Seniorenmeisterschaft, European Master Games, Europameisterschaft und Deutschlandmeisterschaft stehen in diesem und im nächsten Jahr an. „Danach werde ich den Vereinssport wohl aufgeben“ meint sie wehmütig. In Rheinland-Pfalz und in Süddeutschland sind die älteren sportlichen Damen auch eher dünn gesät, sportliche Herren gibt es dagegen einige. „Ich kenne noch eine Dame über 80, die ebenfalls noch auf Wettkämpfe geht“, so Franke. Doch mit dem Sport „für den Spaß“, Tennis, Fahrradfahren oder Skaten, will sie noch nicht aufhören. „Mit meinem Lebenspartner, der auch sehr sportlich ist, bin ich viel unterwegs.“ Dabei nutzt sie sich auch den LAZ-Sportplatz hier. „Aus Hessen kenne ich das gar nicht, dass man den Sportplatz einfach so benutzen darf.“

Beim VTZ hat sich Franke gleich wohlgefühlt. „Besonders schön fand ich, dass man mich so herzlich aufnahm.“ Gleich zu Beginn gründete Franke dort die Tanzgruppe „Top-Fits“. Alle Frauen, die mitturnen, sind über 70 Jahre alt; zwei über 80. „Und wir hatten schon viele erfolgreiche Aufführungen und Wettkämpfe.“ Mit den älteren Damen, die nie zuvor professionell getanzt hatten, mache die Arbeit „unglaublich viel Spaß“, leider fehle der Zuwachs. Das Angebot für Senioren in Zweibrücken bewertet Franke als positiv. Neben Sport gebe es zum Beispiel Seniorentheater. „Man muss natürlich raus aus der Wohnung und etwas tun, wenn man nicht einsam sein will“, erklärt sie energisch.

Stichwort

Der „Tag der älteren Generation“ soll weltweit für die Situation und Belange von Senioren sensibilisieren. In Deutschland wurde er 1968 von der Kassler Lebensabendbewegung (LAB) ins Leben gerufen. Seitdem wird jeweils am ersten Mittwoch im April die Rolle der Senioren in der Gesellschaft damit gewürdigt. ako

Ingeborg Franke betreibt Leistungssport   Harald Fuhrmann ist begeisterter Musiker
Ingeborg Franke betreibt Leistungssport; Harald Fuhrmann ist begeisterter Musiker. Foto: pm

Der Mann mit der Trompete

Harald Fuhrmann bleibt seinen Hobbys treu

Wattweiler. Wer von einem Senior auf dem Dorf erwartet, dass dieser völlig zurückgezogen lebt, liegt bei Harald Fuhrmann falsch. Der 73-Jährige, der bis vor einigen Jahren noch bei John Deere tätig war, ist schon viel in der Welt herumgekommen. „In Pakistan, der Türkei, im Iran und in China war ich während meiner Arbeitszeit öfter als zuhause“, erinnert sich der gebürtige Wattweiler. Lange habe er auch Kontakt mit einem guten Freund aus dem Iran gehabt. Mit 55 musste sich Fuhrmann familienbedingt aus dem Berufsleben zurückziehen. Doch Zeit für Langeweile bleibt ihm keine Zeit. . „Ich laufe wöchentlich dreimal zu Fuß nach Zweibrücken“, erzählt er. Dafür sei er im ganzen Dorf bekannt. Außerdem leitet er die Seniorentagesstätte in Wattweiler. „Dort bin ich Mädchen für alles“, meint er schmunzelnd.

Die Seniorengruppe hat er 2006 übernommen. Akkurat sind Treffen, die Abrechnungen und Aktivitäten des Vereins in Ordnern zusammengefasst. Jede Woche treffen sich Wattweiler Senioren im Gemeindehaus; insgesamt 15 gehören zum festen Kern. „Mit drei Männern sind wir leider in der Unterzahl“, meint Fuhrmann. Eine Kutschfahrt 2008, die Harald Fuhrmann selbst organisiert hat, zählt zu den Höhepunkten der Seniorengruppe. Demnächst wird die Gruppe im Mehrgenerationenhaus frühstücken.

Doch das größte Hobby ist für den Senioren das Trompetenspiel. „Seit meinem 16. Lebensjahr spiele ich Trompete“, erklärt er. Auf vielen verschiedenen Veranstaltungen sei sein Spiel sehr gefragt. „Mein letzter großer Auftritt war am 3.Oktober bei der Vereinigungsfeier in Wattweiler“, erinnert sich Fuhrmann.

Auch als Sportschütze in Wattweiler ist Harald Fuhrmann aktiv; außerdem reist und liest er gerne.