Stabhochsprung: Kristina Gadschiew vom LAZ Zweibrücken am Samstag in der Qualifikation

Eigentlich will sich Stabhochspringerin Kristina Gadschiew an diesem Samstag in Berlin nur auf sich selbst konzentrieren. Auf ihre ersten Sprünge bei einer Leichtathletik-WM und vor allem auf ihre flatternden Nerven. „Die Qualifikation ist ein einziger Kampf. Da ist es wichtig, ruhig zu bleiben“, weiß die Athletin vom LAZ Zweibrücken. Aber das ist leichter gesagt als getan. „Es ist eine Heim-WM. Da werden tausende Zuschauer sein und natürlich all die anderen Frauen, die dasselbe wollen: ins Finale.“

Unter all den anderen Frauen wird auch eine sein, die die 25- Jährige zumindest für kurze Zeit ihre Aufregung vergessen lässt. Wenn die Russin Jelena Isinbajewa zu ihren Höhenflügen ansetzt, dann wird Gadschiew mit einem schwärmenden Blick zusehen. „Ich bewundere sie sehr. Eigentlich ist sie jetzt schon eine Legende“, sagt sie. Das letzte Wort geht ihr ein wenig zögerlich über die Lippen, weiß sie doch, dass die Russin erst 27 Jahre alt ist. Aber die 25-jährige Gadschiew findet die Bezeichnung für die zweifache Olympiasiegerin, Weltmeisterin und Weltrekordlerin trotzdem angemessen. „Sie springt technisch vollkommen sauber“, erklärt die Hornbacherin.

Zwei Mal nahm sie gemeinsam mit Isinbajewa an einem Wettkampf teil. „Da denkt man schon: Oh Gott, ich springe im gleichen Feld wie Jelena Isinbajewa. Aber man merkt dadurch auch, dass man selbst stärker wird.“ Stärke und vor allem Konzentration bezieht Gadschiew aus Musik. „Von 24 Stunden am Tag verbringe ich wohl 14 mit Musik im Ohr“, erzählt sie lachend. Was sie hört, das entscheidet sie je nach Laune. „Es kann schon mal vorkommen, dass ich beim Krafttraining ganz langsame Musik höre, weil ich das so deprimierend finde.“ Vor dem Wettkampf muss es aber schon etwas schnelleres sein. Gadschiews Favorit ist derzeit „Jai Ho“ von den Pussycat Dolls. „Der Song ist aus dem Film Slumdog Millionaire. Ich habe ihn im Trainingslager gesehen und war total begeistert. Niemand hat an dem Jungen geglaubt und dann hat er die Million gewonnen. Das hat mich sehr berührt“, sagt Gadschiew.

Über sich hinaus wachsen

Auch sie müsste an diesem Samstag in der Qualifikation über sich hinauswachsen, sollte die geforderte Höhe für den Finaleinzug bei den vermuteten 4,60 Metern liegen (Bestleistung 4,58 Meter). Das würde eine neue persönliche Bestleistung bedeuten. Ihren MP3-Player wird sie dann nicht mit ins Stadion nehmen dürfen. Dabei sein wird aber ein silbernes Armband mit kleinen Anhängern, die ihr Freundinnen zu ihrem Geburtstag am 3. Juli schenkten, und am rechten Schuh eine kleine silberne Elfe. „Das sind meine Glücksbringer, die trage ich beim Springen immer“, sagt Gadschiew.

Auf einen Blick

Die Entscheidungen des ersten WM-Wochenendes: Samstag: 20 Kilometer Gehen Männer (deutsche Teilnehmer: Andre Höhne); 10000 Meter Frauen (Deutsche: Sabrina Mocktenhaupt), Kugelstoßen der Männer (Deutsche: Ralf Bartels, Peter Sack, David Storl). Sonntag: 20 Kilometer Gehen Frauen (Deutsche: Sabine Krantz); Kugelstoßen Frauen (Deutsche: Nadine Kleinert, Denise Hinrichs, Christina Schwanitz), 100 Meter der Männer (Deutsche: Tobias Unger, Stefan Schwab, Martin Keller), Siebenkampf der Frauen (Jennifer Oeser, Lilli Schwarzkopf, Julia Mächtig). mast

Bilder
Stabhochspringerin Kristina Gadschiew
An diesem Samstag um 19 Uhr zählt für Kristina Gadschiew vom LAZ Zweibrücken in der WM-Qualifikation. Foto: dpa