Hintergrund: Die Slalomkanutin Ricarda Funk, der Zehnkämpfer Kai Kazmirek und die Kunstradfahrer André und Benedikt Bugner sind die Landessportler des Jahres 2015. Gestern Abend wurden sie im Foyer des Südwestrundfunks in Mainz geehrt. Etwas mehr als 4000 Menschen hatten abgestimmt.

Mainz. Moderator Christian Döring hat den Ausgang der 20. Sportlerwahl des Landessportbundes wirklich spannend präsentiert – kurz und knackig, frohgelaunt und schlagfertig. Ein bisschen versuchte Speerwerferin Christin Hussong, die U23-Europameisterin und WM-Sechste von Peking, auf der Bühne in sein Manuskript zu schielen, aber Döring ließ sich lange nicht in die Karten schauen. Der 21-Jährigen vom LAZ Zweibrücken, die unbedingt zu den Olympischen Spielen will, blieb der tolle dritte Platz. Gefragt, wie sie denn mit ihrem Trainer und Vater Udo Hussong zurechtkomme, meinte sie: „Ich kann mir keinen besseren Trainer vorstellen.“

Die Wahl gewann Ricarda Funk aus Bad Kreuznach. Auch sie ist auf dem Weg nach Rio. Aber der wird steinig. „Das kann man sich vorstellen, wir haben ein Ticket, um das sich fünf Sportlerinnen bewerben. Ich werde alles geben“, versprach Funk.

Zwei Leichtathleten kämpften bei den Männern um die Krone im Land, letztlich setzte sie sich der auf, der aus der Königsdisziplin kommt: der Zehnkämpfer Kai Kazmirek. Der alte Sportler des Jahres ist also der neue, Der zweitplatzierte Zweibrücker Stabhochspringer Raphael Holzdeppe war 2012 und 2013 der Titelträger.

Kazmirek ist wirklich eine große Nummer im Zehnkampf-Geschäft. Warum? Naja, wer einmal in Götzis gewonnen hat, der hat was drauf. 2015 siegte der Titelverteidiger der Sportlerwahl in Österreich mit 8462 Punkten, in Peking wurde er WM-Sechster. Gerade hat er die Prüfung zum Polizeikommissar bestanden. Doppelter Grund zur Freude!

Raphael Holzdeppe, der Weltmeister von 2013, feierte 2015 nach einem verletzungsbedingt schwachen Jahr 2014 ein beeindruckendes Comeback. Silber im Peking mit 5,90, davor Bestleistung in Nürnberg mit 5,94 Meter. Das nächste Ziel ist somit klar. „Ja, die sechs Meter stehen auf der To-Do-Liste“, sagte Holzdeppe, der am Samstag im Zirkuszelt von Merzig aus verkürztem Anlauf mit 5,70 Meter in die Saison einstieg – als Sieger.

Die Gewichtheber Tom Schwarzbach, Jürgen Spies, Almir Velagic und Christina Spindler haben gestern Abend den vierten Platz in der Mannschaftsentscheidung für den deutschen Meister AV 03 Speyer abgeholt. Velagic sagte, dass er an der Europameisterschaft im April in Norwegen nicht teilnehmen wird, weil er lieber zum gleichen Zeitpunkt zum Testwettkampf in Rio reist. Was Christian Döring zur Frage veranlasste, ob sich die Hantel in Rio anders anfühle als in Speyer und man das mal testen müsse. „Für Profis sind da schon Unterschiede spürbar, die entscheiden können“, klärte Velagic Döring auf. Der WM-Sechste hat als einziger Deutscher das Ticket zu den Spielen in Rio bereits sicher.

Einen Platz vor dem AV 03 rangierte die zweite pfälzische Mannschaft aus Speyer im Wettbewerb, die Judo-Frauen des JSV Speyer um Jasmin Külbs, die im Einzel den vierten Platz belegt hatte. Für die Speyerer Mädels machte Trainerin Nadine Lautenschläger Werbung auf der Bühne.

Es siegten die kunstradfahrenden Brüder André und Benedikt Bugner aus Kleinwinternheim, die Sieger von 2013, vor den Titelverteidigern Jason Osborne und Moritz Moos, den Ruderern aus Mainz.

Zum siebten Mal vergab der Landessportbund den Nachwuchsförderpreis – an Lena Reuß aus Dieblich vom Ruderclub Rhenania Koblenz und an Niklas Kaul vom USC Mainz. Die 18-Jährige saß im Gold-Doppelvierer der U19-WM in Rio de Janeiro. Sie hat also schon mal die Olympiastrecke getestet. „Sehr imposant ist sie, aber auch windproblematisch. Das kann’s Wellen geben und Seitenwind, das ist nicht so einfach“, meinte Reuß.

Kaul, der in einigen Tagen 18 wird, wurde U18-Weltmeister im Zehnkampf in Cali und holte dort Silber im Speerwerfen. Der große Mainzer bleibt bescheiden: „An Ziele bei den Aktiven denke ich noch lange nicht. Ich will bei der U20 am liebsten wieder über 8000 Punkte kommen“, meinte er. In Cali hatte er 8002 Punkte gesammelt.

Und zuletzt: Robert Sens wurde als Trainer des Jahres ausgezeichnet. Er ist der Verbandstrainer des Landesruderverbandes Rheinland-Pfalz.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
05.–21.08.2016 Olympische Sommerspiele 2016 Rio de Janeiro (Brasilien)