Die Stabhochspringer Kristina Gadschiew, Raphael Holzdeppe und Hürdensprinter Marlon Odom vom LAZ Zweibrücken dürfen sich am Wochenende bei den Deutschen Meisterschaften noch Hoffnungen machen, sich mit einem Platz unter den ersten Drei, noch für die Europameisterschaft oder Olympia zu qualifizieren. Verletzt sind die beiden Speerwerfer Till Wöschler und Alexander Vieweg.

Marlon Odom braucht einen optimalen Lauf bei der Deutschen Meisterschaft über die zehn Hürden
Marlon Odom braucht einen optimalen Lauf bei der Deutschen Meisterschaft über die zehn Hürden. Foto: pma/Wille

Zweibrücken/Wattenscheid. Die Spannung ist in der Dieter-Kruber-Halle im Westpfalzstadion am Mittwochnachmittag spürbar. Anweisungen der Trainer werden von den Athleten stoisch mit einem gewissen Tunnelblick akzeptiert. Die fünf Athleten des Leichtathletikzentrums (LAZ) Zweibrücken sind auf die Deutschen Meisterschaften (DM) an diesem Wochenende in Wattenscheid fokussiert. Darauf haben die Anstrengungen der vergangenen Monate abgezielt. Die Stabhochspringer Kristina Gadschiew, Raphael Holzdeppe und Hürdensprinter Marlon Odom dürfen sich noch Hoffnungen auf eine Teilnahme an der Europameisterschaft (EM) Ende des Monats in Helsinki oder die Olympiade in London ab dem 27. Juli machen. Voraussetzung ist ein Platz unter den ersten Drei und die Norm.

„Es werden enge Wettkämpfe um die Medaillen.“

Andrei Tivontchik,
LAZ-Trainer

„Die DM ist der wichtigste Wettkampf der Sommersaison“, bekannte der Bundes- und Heimtrainer des LAZ, Andrei Tivontchik, der sowohl Kristina Gadschiew als auch Raphael Holzdeppe trainiert. Die besten Karten, auf den EM- oder Olympiazug aufzuspringen, hat die 27-jährige Lehramtsstudentin an der TU in Kaiserslautern. Die Hornbacherin hat schon zwei Mal die Olympia-Norm des DLV von 4,55 Meter übersprungen, zuletzt am Montag mit 4,56 Meter bei einem Meeting in Prag (wir berichteten). Die Hallen-WM-Teilnehmerin von Istanbul weiß um die Konkurrenz mit Silke Spiegelburg, die in Prag 4,78 Meter gesprungen ist, Lisa Ryshich (4,61) und die WM-Zweite von Daegu, Martina Strutz (4,55).

Optimistisch stimmt Kristina Gadschiew, dass sie technische Schwierigkeiten aus der Hallensaison überwunden hat. „Ich werde in Wattenscheid am Samstag alles daransetzen, in Helsinki oder bei Olympia zu starten“, zeigt sie sich kämpferisch. „Ich fühle mich stabiler als im Winter, habe in den Wettkämpfen keine Leistungsschwankungen und der Ablauf der Bewegungen ist konstant.“ Aber sie weiß, wie ihr Trainer, dass es „ein enger Wettkampf“ werde, in den bei der Medaillenvergabe auch noch Carolin Hingst (4,52) eingreifen könne. „Wenn Kristina ihre Leistung abrufen kann, ist sie unter den ersten Drei“ (Tivontchik).

Als Generalprobe für den Qualifikationswettkampf zur U 20 sieht Michaela Donie die DM eine Woche vor der Junioren-Gala in Mannheim an. Die Mauschbacherin hat bereits zwei Mal die Quali-Höhe von 4,05 Meter bei einer Saisonbestleistung von 4,10 übersprungen.

Unter Zugzwang steht dagegen WM-Teilnehmer Raphael Holzdeppe. Im Gegensatz zu Gadschiew hat er weder die EM- noch die Olympianorm gemeistert. Da haben ihm zum einen eine Muskelverletzung und zum anderen widrige Witterungsverhältnisse in Rehlingen und am Wochenendende in Bad Harzburg einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Im Training läuft es ausgezeichnet. Ich muss nur im Wettkampf meine Leistung abrufen“, betont der 22-Jährige. Dem stimmt sein Trainer zu. Einen gewissen Druck wollte der Bundeswehrangehörige, dessen Bestleistung bei 5,80 Meter steht, nicht verkennen, da mit Überflieger Björn Otto (5,82), Karsten Dilla und Malte Mohr (beide 5,72) drei Springer die Olympia-Norm bereits gemeistert haben. Daniel Clemens reist mit der Maßgabe an, sich unter den ersten Sechs bis Acht zu platzieren. Bei 5,45 Meter ist er bisher nur knapp unter seiner Bestleistung (5,50 m) geblieben. „Er soll Erfahrungen sammeln und sich um 5,50 Meter stabilisieren“, lautet die Maßgabe Tivontchiks.

Ohne EM-Norm (13,61 sec) und Olympia-Norm (13,49) reist auch Marlon Odom mit einer Saisonbestleistung von 13,74 Sekunden an. Auch der 29-Jährige (Bestleistung 13,57), den eine Adduktorenverletzung nach seiner Bundeswehr-Grundausbildung bis Anfang Mai behindert hat, muss sich ebenfalls großer Konkurrenz um die drei Fahrkarten erwehren. Noch am Wochenende haben Alexander John mit 13,39 und Matthias Bühler mit 13,40 bei einem Quali-Wettkampf in Mannheim aufgetrumpft. Aber auch Erik Balnuweit (13,50), Helge Schwarzer (13,61) und der Deutsche Hallenmeister Gregor Traber (13,64) wittern noch ihre Chance. „Mir muss ein optimaler Lauf gelingen. Dann kann ich unter die ersten Drei kommen“, erklärt Odom selbstbewusst.

Till Wöschler
Till Wöschler Foto: pma

Zuschauen müssen die beiden Speerwerfer des LAZ, Till Wöschler und Alexander Vieweg. Der U 23-Europameister Wöschler war mit großen Vorschusslorbeeren in die Saison gestartet, nachdem er im ersten Wettkampf 79,41 Meter erzielt hatte. Doch nachdem in Ostrava eine alte Ellenbogenverletzung wieder aufbrach, musste er die Saison vorzeitig beenden.

Alexander Vieweg
Alexander Vieweg Foto: dpa

Wohl hat der Olympiateilnehmer von 2008 in Peking, Alexander Vieweg, seine Schulterverletzung auskuriert, aber nun plagt ihn eine hartnäckige Schambeinentzündung. „Aus ein paar Schritten kann ich werfen, doch nicht mit vollem Anlauf“, erklärt der 25-Jährige resigniert. Deshalb ist auch seine bisherige Weite um 68 Meter indiskutabel, irgendwelche Pläne in Richtung EM oder Olympiade zu schmieden.

Raphael Holzdeppe hat klare Ziele vor Augen.
Raphael Holzdeppe hat klare Ziele vor Augen. Fotos: Birk
Kristina Gadschiew muss an ihre Leistungen anknüpfen
Kristina Gadschiew muss an ihre Leistungen anknüpfen.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
25.07.–12.08.2012 Olympische Sommerspiele 2012 London (England)