Die Erfolge des zweifachen Junioren-Weltrekordlers und Olympia-Achten im Stabhochsprung, Raphael Holzdeppe vom LAZ Zweibrücken stoßen auf großen Widerhall. Gestern wurde der 18-Jährige zum besten europäischen Nachwuchsathleten 2008 gekürt.

Zweibrücken. Zwei Mal Junioren-Weltrekord in der Halle und im Freien gesprungen, deutscher Jugendhallenmeister, Weltmeister bei der U 20 in Bydgoszcz und achter Platz bei den Olympischen Spielen in Peking. So liest sich die Erfolgbilanz des Stabhochspringers des Leichtathletikzentrums (LAZ), Raphael Holzdeppe, 2008.

Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass der Abiturient am Zweibrücker Helmholtz-Gymnasium von der European Athletic Association (EAA), dem Dachverband „zum besten Nachwuchsathleten in Europa“ gekürt wurde. Überschwänglich wird der 18-jährige Zweibrücker in der Laudatio als „aufgehender Stern des Jahres“ bezeichnet.

Die Ehrung erfolgt am Samstag, 18. Oktober, in Amsterdam, wie gestern auf Merkur-Anfrage Raphael Holzdeppe erklärte. „Ich war ganz überrascht, als ich einen Anruf von der EAA erhalten habe. Ich habe gar nicht gewusst, dass ich aufgestellt worden war“, erklärte er das Prozedere. „Das ist bei all den Ehrungen, die ich nach Olympia erhalten habe, das Höchste.“ Und die Freude steht ihm ins Gesicht geschrieben. Doch der Stern des Gymnasiasten, einer der wenigen Lichtblicke im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV), ist schon schon länger aufgegangen. Bereits im vergangenen Jahr wurde er „als Überflieger“ bezeichnet. „Das trifft mit Raphael genau den Richtigen“, freute sich der Vorsitzende des Leichtathletikzentrums (LAZ) Zweibrücken, Josef Scheer. Geradezu mit Hochachtung spricht er von seinem Vorzeigeathleten: „Trotz aller Erfolge ist Raphael mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben.“ Auch der Beigeordnete für Sport, Rolf Franzen, zeigte sich begeistert von der internationalen Ehrung: „Das ist eine tolle Auszeichnung für ihn und eine gute Werbung für Zweibrücken.“ Die Ehrung für den 18-jährigen Abiturienten kommt „nicht überraschend“, betont Andrei Tivontchik, wenn seine nationalen und internationalen Leistungen 2008 zurate gezogen würden. Behutsam von seinem Trainer Tivontchik, selbst Olympiadritter im Stabhochsprung von Atlanta 1996, aufgebaut, hatte Holzdeppe schon in der Halle für Aufsehen gesorgt. Er löschte nicht nur den deutschen Jugendkord aus, sondern steigerte den Junioren-Weltrekord auf 5,68 Meter.

Diesen Leistungsschub nahm der Zweibrücker auch in die Sommersaison mit, wobei als erklärtes Ziel die U 20-WM im polnischen Bydgoszcz galt. Doch bereits im Vorfeld katapultierte sich der 18-Jährige in die Weltspitze. Mit einer Bestleistung von 5,50 Meter gestartet, steigerte er sich bei den Meetings, ehe er den Weltrekord des Russen Maxim Tarassow mit 5,80 Meter einstellte. Damit drang er in die Phalanx der etablierten Springer ein. Die Überraschung war perfekt, als er bei den Deutschen Meisterschaften die Bronzemedaille und die Fahrkarte für die Olympiade sicherte.

Seine absolute Überlegenheit hatte Raphael beim Titelgewinn bei der U 20-WM demonstriert. Er stieg erst in den Wettkampf ein, als die Konkurrenz ausstieg. Dies dokumentiert seine Ausnahmestellung.

Stabhochspringer Raphael Holzdeppe
Mit der Ehrung zum besten europäischen Nachwuchsathleten werden die Erfolge Raphael Holzdeppes honoriert. Foto: pma

Sportlicher Botschafter

Raphael Holzdeppe ist die größte deutsche Stabhochsprunghoffnung. Doch ist der zweifache Junioren-Weltrekordler erst durch seinen Erfolg bei der Olympiade weltweit bekannt geworden. Hat einem Millionenpublikum gezeigt, zu welchen Leistungen er fähig ist. Kein Springer in der Welt kann ihn in seiner Altersklasse derzeit gefährden. Von seinen Erfolgen profitiert auch Zweibrücken, das im Schlepptau genannt wird. Raphael macht seine Heimatstadt weltweit bekannt, wirkt als sportlicher Botschafter.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
08.–24.08.2008 Olympische Sommerspiele 2008 Peking (China)