LAZ-Hürdenläufer Jens Werrmann erleidet Bänderriss im Fuß

Der LAZ-Hürdenläufer Jens Werrmann kann die Deutsche Meisterschaft und die EM in Barcelona abhaken. Nach einer Zerrung in der Wade hat er sich beim Lauftraining am Wochenende einen Bänderriss im rechten Fuß zugezogen.

Zweibrücken. Jens Werrmann, der Hürdensprinter des Leichtathletikzentrums (LAZ) Zweibrücken, ist am Boden zerstört. Nachdem ihm das Verletzungspech in den vergangenen Wochen bereits übel mitgespielt hatte, kam am Wochenende das endgültige Aus. Zumindest was die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig am Wochenende 17./18. Juli und den Europameisterschaften in Barcelona ab dem 25. Juli anbetrifft. Der 25-jährige EMSechste von Göteborg 2006 hat sich beim Training zwei von drei Außenbändern im rechten Sprunggelenk gerissen. „Ich wusste, dass etwas kaputt ist, nachdem ich bei einem Dauerlauf umgeknickt bin.“ Die erschütternde Diagnose erhielt er am Montag beim Vereinsarzt Bernd Dörr, nachdem er die Bilder der Computertomografie ausgewertet hatte.

Dabei war er in der vergangenen Woche noch einigermaßen zuversichtlich, wie auch sein Trainer Karl-Heinz Werle, dass er seine Zerrung in der Wadenmuskulatur, zumindest noch bis zur DM, auskurieren könnte. Von Resignation war bei Jens Werrmann noch keine Spur, obwohl ihn die Zerrung bereits seit vier Wochen auf Eis gelegt hatte. „Das ist eine ganz blöde Stelle am Übergang zur Achillessehne, die zudem noch schlecht durchblutet ist“, klärte er auf. Deshalb war an ein Hürdentraining überhaupt nicht zu denken. Stattdessen quälte sich der Vierte der Deutschen Meisterschaften des vergangenen Jahres in der Kraftkammer der Dieter-Kruber-Halle. Um den Trainingsrückstand in Grenzen zu halten, war er häufiger Gast im Schwimmbad von Rockenhausen beim Aquajogging und beim Physiotherapeuten. Zusätzlich suchte der LAZ-Hürdenläufer verschiedene Arzt-Kapazitäten auf, um den Heilungsprozess zu beschleunigen.

“Alle Hoffnungen sind zunichte gemacht worden.„

Jens Werrmann,
LAZ-Hürdenläufer

Durch dieses Trainingsprogramm war er guter Hoffnung, dass beim Abklingen der Zerrung der Rückstand nicht zu groß geworden ist. „Doch alle meine Hoffnungen sind seit Samstag zunichte gemacht“, beklagte er gestern im Gespräch. Statt die ersten Hürden im Laufe der Woche zu nehmen, geht er nun an Krücken, den rechten Fuß in eine feste Bandage eingebettet.

Die Zerrung, die er sich bei einem Probestart in Baunatal zugezogen hatte, und die anschließende Knöchelverletzung sind umso ärgerlicher, da sich Werrmann in einer ausgezeichneten Frühform befunden hatte. Bereits drei Mal hatte er als einziger deutscher Hürdenläufer bisher die EM-Norm des DLV (13,60) unterboten und bis zum Wochenende gar die Spitze mit 13,51 Sekunden eingenommen.

Doch, wie von dem Bundespolzisten vermutet, wurde diese Spitzenzeit bei der Junioren-Gala in Mannheim von seinem Trainingskameraden beim LAZ Leipzig, Alexander John, mit 13,47 Sekunden unterboten.

In dessen Schlepptau verbesserte sein Zweibrücker Vereinskamerad Marlon Odom seine Bestzeit von bisher 13,87 auf 13,50 Sekunden (wir berichteten). LAZ-Trainer Karl-Heinz Werle kann sich damit trösten, dass er auf dem Weg zur EM in Barcelona mit Marlon noch ein „heißes Eisen“ im Feuer hat.

Jens Werrmann beim Krafttraining
Mit Krafttraining hat sich Jens Werrmann nach seiner Wadenverletzung fit gehalten. Foto: voj