Zweibrücken. Das war ein Nackenschlag für die Organisatoren des fünften Himmelsstürmer-Cups des LAZ Zweibrücken heute und morgen im Westpfalzstadion: Lokalmatador Daniel Clemens, der am Sonntag im Elitefeld der Stabhochspringer unbedingt seine Bestleistung von 5,60 Meter knacken wollte, fällt aus. Der 24-Jährige verletzte sich am Donnerstag im Training so, dass ein Springen bei dem Qualifikationswettkampf für die EM und Olympia nicht möglich ist. Für Stirnrunzeln sorgt bei den LAZ-Verantwortlichen auch die schlechte Wetterprognose für das Wochenende.

Gestern Morgen tingelte Daniel Clemens von Arzt zu Arzt. „Das ist wirklich sch... gelaufen“, haderte er mit der Trainingseinheit am Tag zuvor. Erst sei der Stab zu weich gewesen, dannhabeermiteinemhärterenStab keinen guten Anlauf hingelegt. „Nach dem Einstechen in den Kasten habe ich nicht richtig beschleunigt und bin nicht über den sogenannten Nullpunkt hinaus gekommen.“ Die Folge: Clemens kam wieder auf der Anlaufbahn runter. Was dabei genau passiert war, konnte er gar nicht sagen; aber das rechte Sprunggelenk sei sofort dick geworden. „Ich kann nur ganz schwer einschätzen, wie schlimm die Verletzung ist. So was hatte ich bisher noch nie“, meinte der Mörsbacher.

Nach einer ersten Röntgenaufnahme sei wohl klar, dass der Knochen nichts abbekommen habe. Auf die Ergebnisse einer MRT-Untersuchung gestern in Saarbrücken muss er noch zwei, drei Tage warten, bis eine Diagnose feststeht. Ein Orthopäde vermutete gestern Mittag den Riss des Außenbandes, legte den Fuß in Gips und empfahl Ruhe und Kühlung. Klar ist: Für den Himmelsstürmer-Cup fällt Clemens aus, wohl auch für die deutschen Meisterschaften am Wochenende darauf in Kassel.

Dabei war der Sportsoldat im Rang eines Stabsunteroffiziers im Vorfeld des Heimmeetings so zuversichtlich gewesen. „Ich muss nicht, aber ich will endlich mal 5,70 Meter springen. Der Knoten muss endlich mal platzen“,sagte Clemens, der darauf baute, dass das Publikum im Westpfalzstadion ihn entsprechend beflügeln würde. Denn seine Zubringerwerte waren top, „im Training passte alles“. Einfach mal hoch springen, und so vielleicht auch eine kleine Chance auf die EModeraufOlympiahaben–daswar sein Ziel. Denn bis jetzt hat mit dem Leverkusener Tobias Scherbarth bei den deutschen Stabhochspringern in der kurzen Freiluftsaison erste in Athlet die EM-Norm (5,65 m)geknackt.

Was Daniel Clemens bezüglich des Himmelsstürmer-Cups gezwungenermaßen nun nicht mehr konsultieren muss, sind die drei Wetter-Apps, die er auf seinem Handy hat. Laut der Internetseite www.wetter-info.de verheißt die Wetterstation Kirrberg für das Wochenende aber wenig Gutes. Über 90 Prozent Regenwahrscheinlichkeitheißtesda,mitTemperaturen um 17, 18 Grad. Geht es nach den Tageslogos auf dieser Internetseite also deutlich eher „Bäh“ als „Hui“. Hoch zu springen kann da schwierig werden.

Dabei ist der fünfte Himmelsstürmer-Cup, der zweite im Westpfalzstadion nach den Springen auf dem Herzogplatz, so gut besetzt wie nie. Mit Yarisley Silva konnten die Verantwortlichen die amtierende Weltmeisterin von Peking für das Elitefeld verpflichten. Die Kubanerin übersprang beim Diamond-League-Meeting im britischen Birmingham gerade 4,84 Meter und steht auf Platz zwei der Weltjahresbestenliste. Und Vorjahressiegerin Silke Spiegelburg, die lange in Zweibrücken trainiert hatte,jagt noch die Norm (4,50 m) für EM und Olympia, die in Deutschland neben Martina Strutz und Lisa Ryzih auch die beiden Zweibrücken-Starterinnen Anjuli Knäsche und Annika Roloff bereits übersprungen haben. Für das LAZ treten Anna Felzmann und Kristina Gadschiew an. Bei den Herren geben Raphael Holzdeppe, Weltmeister von 2013), und Vorjahressieger Carlo Paech nach überstandenen Verletzungen ihren ersehnten Saisoneinstand. Konkurrenz haben sie unter anderem im 5,80-Springer Lazaro Borges aus Kuba und im Franzosen Valentin Lavillenie.

Heute greifen die Jüngsten bereits ganz früh im Westpfalzstadion zu den Stäben: Ab 10 Uhr ist der Nachwuchs, gestaffelt nach Altersklassen, dran. Gegen 16 Uhr sollen die B-Felder der Frauen und Männer auf der Anlaufbahn stehen. Das Springen der Elitefelder am morgigen Sonntag beginnt um 12 Uhr mit den Frauen, dann folgen gegen 15 Uhr die Männer. Laut LAZ-Vorstand Alexander Vieweg sollte rechtzeitig zum ersten EM-Spiel der Deutschen gegen die Ukraine alles über die Bühne sein – wenn das Wetter mitspielt. Der Eintritt ist frei.

Teilnehmer:

Sonntag

Elite Frauen:

Yarisley Silva (Kuba, Bestleistung 4,91 Me- ter), Wilma Murto (4,30), Minna Nikkanen (beide Finn- land, 4,60), Michaela Meijer (4,55), Malin Dahlström (bei- de Schweden, 4,55), Silke Spiegelburg (4,82), Anjuli Knä- sche (4,55), Katharina Bauer (4,65), Annika Roloff (4,50), Kristina Gadschiew (4,66), Anna Felzmann (alle Deutsch- land, 4,40)

Elite Männer:

Melker Svärd Jacobsson (Schweden, 5,70), Adam Hague (Großbritannien, 5,70), Lazaro Borges (Ku- ba, 5,80), Valentin Lavillenie (Frankreich, 5,71), Mitch Greeley (USA, 5,50), Raphael Holzdeppe (5,94), Carlo Paech (5,80), Tobias Scherbarth (5,73), Karsten Dilla (5,73)

Heute

B-Feld Frauen:

Aino Siitonen, Jasmine Moser, Angelica Moser, Lilian Schnitzerling, Ria Möllers, Luisa Schaar, Fran- ziska Kappes, Friedeline Petershofen, Regine Kramer

B-Feld Männer:

Tomas Weckstein, Niko Koskinen, Do- minik Alberto, Nick Southgate, Michael Frauen, Marvin Ca- spari, Tom Konrad, Jonas Efferoth, Lamin Krubally, Florian Gaul, Robin Pieper, Pascal Koehl, Tim Jäger, Dennis Scho- ber, möglicherweise Malte Mohr

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
11.–12.06.2016 Himmelsstürmer-Cup 2016 Zweibrücken (Deutschland)