Das Elite-Starterfeld des Hallenstürmer-Cups des LAZ Zweibrücken wird auf den letzten Drücker gerne mal durchgewirbelt – so auch diesmal vor der fünften Auflage. Nicole Büchler und Karsten Dilla meldeten sich verletzt ab, Silke Spiegelburg ist krank. Die Nachrücker bürgen aber für Klasse in der Dieter-Kruber-Halle, besonders der Meeting-Rekordhalter Malte Mohr und der Franzose Stanley Joseph konkurrieren mit Lokalmatador Raphael Holzdeppe.

Zweibrücken. Damit bestätigt sich die Aussage des stellvertretenden LAZ-Vorsitzenden Alexander Vieweg bei der ersten Vorstellung des Starterfeldes Anfang Februar: „Erfahrungsgemäß gibt es in der Woche vor dem Meeting noch Abund Zusagen.“ Der ein oder andere Athlet rutscht dann entweder noch vom Elite-Feld ins BFeld am Sonntag – oder umgekehrt. Während im Elite-Feld der Frauen am Samstag ab 17 Uhr nach dem Rücktritt von Kristina Gadschiew und der langwierigen Verletzung Anna Felzmanns keine Zweibrücker Sportlerin mitspringt, sind bei den Männern (etwa ab 19 Uhr) zwei Lokalmatadoren dabei. Der eine, der amtierende Vizeweltmeister Raphael Holzdeppe – gerade frisch für die Hallen-Europameisterschaft in Belgrad nominiert –, will um den Sieg mitspringen. Der andere, der junge Nicolas Dietz aus Bottenbach, will erstmals Wettkampfluft in einer Konkurrenz mit den weltbesten Männern schnuppern.

„Ich freue mich auf den Start im Elite-Feld. Das ist noch mal ein riesen Ansporn für mich“, sagte der 20-jährige Nicolas Dietz im Vorfeld des Heimspiels. Vergangene W oche musste er seinen Start bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig noch kurzfristig abzusagen. „Das war schon ärgerlich, weil ich mich richtig fit fühle“, erklärte er. Die Vorbereitung auf den Hallenstürmer-Cup sei diese W oche aber gut gewesen. „Ich konnte seit längerem mal wieder mit meinem Trainer Alexander Gakstädter trainieren, das Training am Dienstag lief richtig gut.“

[ LAZ-Springer Nicolas Dietz genießt den „Start bei den Großen“ und will Spaß haben. ]

Am gestrigen Donnerstag konnte Dietz, der bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften unlängst in der Halle mit 5,30 Meter eine neue Bestleistung aufstellte, dann sogar noch mal unter Wettkampfbedingungen testen. Denn da war der Anlaufsteg für das Meeting schon aufgebaut. Dabei seien die bekannten Hallenbedingungen beim Heimspiel ein Vorteil, der Steg nicht unbedingt. „Der ist bei uns sonst ja auch nicht aufgebaut.“ Aber mit dem Springen vom Steg hat er ohnehin keine Probleme. „Das habe ich schon öfter gemacht, auch in Frankreich. Manche Springer stören die lauten Geräusche beim Anlaufen oder beim Einstechen des Stabes. Mich nicht.“

Höhenmäßig hat sich Dietz, der seit Oktober in Kaiserslautern Mathematik und Sport auf Lehramt fürs Gymnasium studiert, keine großen Ziele gesetzt. „Klar, es wäre schön, wenn es noch mal in Richtung 5,20 oder 5,30 Meter geht. Alles andere wäre eh ein Bonus.“ Er wolle vor allem Spaß dabei haben, bei den Großen mitzuspringen, und das auch genießen.

Lokalmatador und Vorjahressieger Raphael Holzdeppe, gerade für die Hallen-EM in Belgrad kommende Woche nominiert, hat da andere Ziele. „Raphael bekommt jetzt wieder das Gefühl für die längeren Anläufe, der Anlauf passt langsam wieder“, ist Holzdeppes Trainer Andrei Tivontchik zufrieden mit den bisherigen Leistungen seines Schützlings in der Hallensaison. „Das war schon okay, wie er bei der DM alle Höhen bis 5,78 Meter im ersten Versuch übersprungen hat“, so Tivontchik. „Ich hoffe, dass die Jungs einen sehr guten W ettkampf zeigen. Gerade Raphael und Piotr (Lisek, Anm. d. Red.) sind ja zwei, die nie verlieren wollen“, sagt Tivontchik auch mit Blick auf den polnischen W eltjahresbesten, der seit dem Springen im Potsdamer Stern-Center am 4. Februar zum exklusiven Klub der 6,00-Meter-Springer gehört. Und für den verletzten Karsten Dilla rückte mit Meeting-Rekordhalter Malte Mohr (2013, 5,81 m in der Westpfalzhalle) und dem Franzosen Stanley Joseph auch nicht gerade Laufkundschaft nach.

[ Holzdeppe, Lisek, Mohr und Joseph – da ist der Zweibrücker Meeting-Rekord in Gefahr. ]

Tivontchik plagt sich selbst noch mit ein wenig Muskelkater: Am Montag und Dienstag hatte er zusammen mit dem LAZ-Vorsitzenden Bernhard Brenner die zahlreichen Teile des vereinseigenen Anlaufstegs an Ort und Stelle gewuchtet. „Der muss jetzt nur noch ordentlich vermessen werden“, sagt Tivontchik. Am Mittwoch, 1. März, geht’s dann für das Duo Holzdeppe/Tivontchik in Richtung Belgrad. „Ich freue mich, dass Raphael bei der Hallen-EM springen kann“, sagt Tivontchik und sieht ihn nach dem schwierigen Jahr 2016 auf dem W eg zurück zu sportlicher Normalität.

Für die Frauen-Konkurrenz sagten jetzt kurzfristig Silke Spiegelburg (krank) und die Schweizerin Nicole Büchler (krank) ab. Dafür rückten die Französin Marion Lotout sowie die beiden Deutschen Annika Roloff und Anjuli Knäsche nach und messen sich mit der Finnin Wilma Murto, die im vergangenen Jahr mit 4,71 Meter einen neuen U20-W eltrekord aufgestellt hatte. Für die Jugendlichen geht es sonntags gegen 11, 12 Uhr los, danach sind die B-Felder der Aktiven gegen 15, 16 Uhr dran.

Vorläufige Startfelder:

Frauen: Chlóe Henry (Belgien, Bestleistung Halle: 4,33 m, Bestleistung Freiluft: 4,42 m), Anjuli Knäsche (Deutschland, 4,43/4,55), Marion Lotout (Frankreich, 4,56/4,60), Angelica Moser (Schweiz, 4,50/4,57), Wilma Murto (Finnland, 4,71/4,52), Minna Nikkanen (Finnland, 4,61/4,60), Annika Roloff (Deutschland, 4,51/4,60) Lilli Schnitzerling (Deutschland, 4,25/4,30), Fanny Smets (Belgien, 4,32/4,40)

Männer: Dominik Alberto (Schweiz, 5,35/5,55), Marvin Caspari (Deutschland, 5,50/5,53), Nicolas Dietz (Deutschland, 5,30/5,00), Florian Gaul (Deutschland, 5,60/5,70), Raphael Holzdeppe (5,84/5,94), Pascal Koehl (Deutschland, 5,41/5,41), Rutger Koppelaar (Niederlande, 5,51/ 5,33), Piotr Lisek (Polen, 6,00/5,82), Malte Mohr (Deutschland, 5,90/5,91), Stanley Joseph (Frankreich, 5,65/5,75), Menno Vloon (Niederlande, 5,55/5,58).

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
25.–26.02.2017 Hallenstürmer-Cup 2017 Zweibrücken (Deutschland)