Fünf Athleten des LAZ Zweibrücken starten am Wochenende bei der Hallen-DM in Karlsruhe

Die Athleten des LAZ Zweibrücken starten mit Medaillenhoffnungen am Wochenende bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften in Karlsruhe. Hürdensprinter Jens Werrmann, die Stabhochspringer Raphael Holzdeppe und Kristina Gadschiew sowie Mittelstrecklerin Aline Krebs werden Chancen eingeräumt. Der Traum von der WM im März in Doha könnte gar Wirklichkeit werden.

„Mein Ziel ist die EM im August in Barcelona.“

Jens Werrmann,
LAZ-Hürdensprinter

Zweibrücken. Hürdensprinter Jens Werrmann vom LAZ Zweibrücken kauert in der Dieter-Kruber-Halle am Westpfalzstadion im Startblock. Auf ein imaginäres Signal schnellt er nach vorne, richtet sich erst nach wenigen Metern auf und überfliegt die drei folgenden Hürden mit großer Geschwindigkeit. LAZ-Trainer Karl-Heinz Werle ist zufrieden, klopft seinem 24-jährigen Schützling anerkennend auf die Schulter. Jens Werrmann bestreitet seine letzte Hürdeneinheit vor den Deutschen Hallenmeisterschaften am Wochenende in Karlsruhe. Er wirkt konzentriert, beißt in den kurzen Pausen in einen Müsli-Riegel, und lässt sich nur hie und da zu kleinen Äußerungen hinreißen. „Ich bin bestens vorbereitet, obwohl mein Schwerpunkt auf der Sommersaison mit der EM in Barcelona liegt“, betont er anschließend.

Der Hürdensprinter, der bei seinen Vorbereitungen zwischen Zweibrücken und Leipzig mit Bundestrainer Idriss Gonschinska pendelt, ist gereift, wirkt professioneller als je zuvor. Das spiegeln auch seine Bestzeiten wider, die er auf 7,75 Sekunden über 60 Meter Hürden gesteigerte hat. Im der deutschen Bestenliste nimmt er den dritten Platz ein, die von Helge Schwarzer (7,66 Sekunden) angeführt wird.

Die Ursachen für die Leistungssteigerung des Bundespolizisten liegen auf der Hand. Nach einem Trainingslager zu Beginn des Jahres in Südafrika ist der gebürtige Waldgrehweiler bisher ohne Beschwerden durch die Saison gekommen. Zusätzlich hat professionellere Züge in die Trainingsgestaltung einfließen lassen, dazu gehören Vor- und Nachbereitung. „Bundestrainer Gonschinska ist ein Verfechter von Disziplin und Professionalität“, erklärt Werrmann und diese Anforderungen habe er sich zueigen gemacht.

Raphael Holzdeppe
Raphael Holzdeppe

Gleichzeitig hat das gemeinsame Training mit den übrigen deutschen Kaderathleten in Leipzig seine Spuren hinterlassen: „Ständig wird die Spannung hochgehalten. Trotz eines kameradschaftlichen Verhältnisses sind wir im Wettkampf doch Konkurrenten.“ Deshalb freut er sich auch schon auf das Aufeinandertreffen an diesem Sonntag mit den Vorläufen ab 12.15 Uhr. Ob er eventuell die Norm für Hallen-WM (12. bis 14. März) in Doha von 7,65 Sekunden schafft, „ist für mich zweitrangig“. Während dieser Aussage zieht er seine neuen silberfarbenen Spikes an. Ob er die Farbe schon mit einer Medaille gleichsetzt, lässt er unbeantwortet. Verweist aber darauf, dass die besten sechs Hürdensprinter in Karlsruhe mit einem Abstand von 7,66 und 7,78 Sekunden gemeldet sind.

Wenngleich die Vorbereitung wegen der zweimonatigen Grundausbildung bei der Bundeswehr „nicht optimal“ verlaufen“ sei, rechnet Stabhochsprung-Bundestrainer Andrei Tivontchik damit, dass Raphael Holzdeppe, der mit einer Saisonbestleistung von 5,70 Metern antritt, durchaus noch zehn Zentimeter draufpacken kann. „Mit ein bisschen Glück kann er sich noch für die WM qualifizieren.“ Zu den Favoriten auf den Titel zählt der 20-jährige Holzdeppe den Leverkusener Malte Mohr (5,83 Meter). Doch dahinter kämpften sechs Athleten, die alle die WM-Norm von 5,70 Metern gesprungen sind, um den zweiten Platz.

Kristina Gadschiew
Kristina Gadschiew

„Ich bin überrascht, dass es bisher zu gut gelaufen ist“, kommentiert Stabhochspringerin Kristina Gadschiew ihre Bestleistung von 4,55 Metern. Damit wurde die 25-jährige Lehramtsstudentin aus Hornbach lediglich von Silke Spiegelburg (4,61 Meter) übertroffen. Doch daraus schon Medaillenwünsche oder gar einen WM-Platz abzuleiten, weist sie weit von sich. „Ich freue mich auf den Wettkampf, in dem Carolin Hingst, Lisa Ryzih und Anna Battke zu den größten Konkurrentinnen zähle.“ Kristina sei sehr stabil über 4,50 Meter geworden, „doch hat sie durchaus Potenzial für 4,60 bis 4,65 Meter“ (Tivontchik). Natasha Benner, die seit dieser Saison bei den Aktiven startet, hätte ihre sportlichen Höhepunkte auf den Sommer gelegt. Deshalb sei sie bisher unter ihren Möglichkeiten geblieben, erklärt der Bundestrainer.

Aline Krebs
Aline Krebs

Erwartungsvoll sieht Aline Krebs, die in dieser Wintersaison wiederholt ihre Bestleistungen über 800 Meter (2:05,84 Minuten) und über 1500 Meter (4:17,63 Minuten) gesteigert hatte, dem 800-Meter-Lauf entgegen und zeigt keinerlei Respekt vor ihrer Konkurrenz. „Ich will eine Medaille“, erklärt die 21-jährige Einöderin, wobei sie sich auf die zweitbeste Zeit stützt. Vorsichtiger äußert sich Trainer Thomas Zehfuß, der vor allem die Positionskämpfe in den Vorläufen am Samstag ab 10.30 Uhr fürchtet.

Hürdensprinter Jens Werrmann will für die EM im August in Barcelona durchstarten
Hürdensprinter Jens Werrmann will für die EM im August in Barcelona durchstarten. Foto: voj