Leichtathletik-Zentrum vor 20 Jahren gegründet – Derzeit sind acht Athleten in Bundeskadern vertreten

Zweibrücken. Das LAZ Zweibrücken, das in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert, sorgt mit seinen Stabhochspringern regelmäßig für positive Schlagzeilen. Merkur-Redakteur Werner Kipper sprach mit dem LAZ-Vorsitzenden Josef Scheer.

Zum Zehnjährigen hielt der damalige DLV-Präsident Helmut Digel den Festvortrag. Was dürfen wir zum Zwanzigjährigen erwarten?
Scheer: Wir stecken mitten in den Vorbereitungen. Allerdings werden wir die 20 Jahre des LAZ im Mittelpunkt unserer Aktivitäten begehen – in der Dieter-Kruber-Halle.

Nach dem Tod von Dieter Kruber wurden die Vereinsstrukturen geändert. Hat sich das bewährt?
Scheer: Die von mir entwickelten Strukturen des Managements im Verein werden von allen Verbänden und Finanzierenden mit Beifall zur Kenntnis genommen als ein Stück Garantie für die Seriosität des Vereins. Wir haben klare Unterscheidungen zum Wohl des Vereins getroffen. Ich bin verantwortlich für das Unternehmen LAZ, Karl-Heinz Werle ist verantwortlich für den Sport.

Das LAZ hat sich dem Leistungssport verschrieben, öffnet sich seit geraumer Zeit auch dem Breitensport im Kindesalter. Soll damit die Basis erweitert werden?
Scheer: Ich bin der Meinung, dass Sport immer mit Leistung verbunden sein muss. Ein weiteres Argument zur Aufnahme von ‚ÄûKids‚Äú im Verein ist die Sichtung, Erfassung und Förderung von Talenten. Der Rückgang der Bevölkerung besonders in der Westpfalz macht die Humanressource sehr wertvoll. Laut Statistik gelingt unter 1000 Talenten in der Leichtathletik höchstens einem der Einzug in einen Bundeskader. Wir haben acht Bundeskaderathleten!

Ist der Jugend-Weltrekordler im Stabhochsprung, Raphael Holzdeppe, ein Synonym für die kontinuierliche Aufbauarbeit im LAZ?
Scheer: Raphael ist ein Synonym für Jahrhunderttalent und kontinuierliche Entwicklung mit atemberaubenden Perspektiven – das bedeutet Glück und Verantwortung. Man darf aber auch nicht vergessen, dass Natasha Benner, Ann-Katrin Schwarz und Kristina Gadschiew in gleich verantwortlicher Entwicklung aufgebaut und entwickelt wurden und jetzt an olympische oder weltmeisterliche Türen klopfen.

LAZ-Trainer Andrei Tivontchik steht für die nationalen und internationalen Erfolge im Stabhochsprung. Da werden doch sicherlich Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen geweckt?
Scheer: Es wäre blauäugig anzunehmen, dass andere finanzstarke Vereine nicht wissen, was sich in Zweibrücken tut, wer dafür verantwortlich zeichnet. Andrei Tivontchik ist nicht nur ein weltweit geschätzter Trainer, er besitzt auch nicht zu übersehende pädagogische Fähigkeiten, und er hat Charakter. Aber er fühlt sich auch verantwortlich für seine Athleten, er würde sie nicht im Stich lassen. Er ist auch Zweibrücker, hat hier seine Familie, seine Freunde.

Das LAZ ist mit drei von vier deutschen Stabhochspringern bei der U 20-Weltmeisterschaft im polnischen Bydgoszcz vertreten. Kommt dies einer Standortsicherung gleich?
Scheer: Bei den Standortgesprächen im Mai 2008 sprachen alle beteiligte Institutionen nicht mehr von einer Standortsicherung, sondern von einer Standortentwicklung. Das LAZ wird also im kommenden olympischen Zyklus noch mehr gefördert werden.

Die LAZ-Athleten werden vollmundig als Botschafter der Stadt apostrophiert. Wie wurden die Erfolge in den vergangenen Wochen honoriert?
Scheer: Mir wurden keine Aktionen seitens der Stadt mitgeteilt, so dass ich einen spontanen Vorschlag mache: Oberbürgermeister Reichling möge die Athleten und ihren Trainer im Rathaus empfangen und sich danach für ein gemeinsames Essen entscheiden. Zudem wäre dies nur eine kleine Dankesgeste für die sonst kostenlosen, aber bekanntesten Botschafter der Stadt Zweibrücken, und sicher eine sehr interessante und amüsante Tischrunde.