Tolle Stimmung, tolle Leistungen: Das Meeting in Karlsruhe gestern Abend war ein Erfolg. Hallenweltrekordler Renaud Lavillenie lieferte eine Ein-Mann-Show ab – und stellte den Meetingrekord von 5,86 Meter im Stabhochsprung auf.

Rheinstetten. Keine Frage, nicht nur die 4600 fachkundigen Zuschauer haben gestern Abend die weitläufige Halle 2 der Messe Karlsruhe in Rheinstetten als neue Leichtathletikarena angenommen. Auch die Athleten zeigten sich von der schnellen blauen Bahn, die vor kurzem noch in Göteborg stand, begeistert. Der Kauf und der Einbau in Karlsruhe – mehr als eine Notlösung. Ein Coup!

Wie erwartet lieferte der 28 Jahre alte Hallenweltrekordler Renaud Lavillenie seine Ein-Mann-Show ab. Bei 5,73 Meter brauchte der Franzose zum Eingewöhnen einen zweiten Versuch, den Meetingrekord von 5,86 Meter nahm er im ersten Versuch. Später ließ er sich 6,01 Meter auflegen – scheiterte aber. Den Sieg nahm ihm trotzdem keiner mehr.

Der 60-Meter-Sprint der Frauen endete bitter für die favorisierte Niederländerin Daphne Schippers. 7,12 Sekunden war sie im Vorlauf gelaufen, das Finale lief wegen eines Fehlstarts ohne sie. Es siegte der neue Stern am Sprinthimmel, die britische U20-Weltmeisteirn Dina Asher-Smith in 7,12 Sekunden. Die Mannheimerin Verena Sailer belegte in 7,22 Sekunden hinter Jessica Young (USA, 7,18) Rang drei.

Ganz stark unter über 100 Weltklasseathleten ein gefeierter Lokalmatador: der Karlsruher Julian Howard. Er führte lange mit persönlicher Bestleistung von 8,04 Meter im Weitsprung, was auch die Hallen-EM-Norm bedeutet, aber der Spanier Eusebio Caceres überflog ihn in seinem letzten Versuch noch mit 8,16 Meter. Den Frauen-Weitsprung gewann die US-Amerikanerin Funmi Jimoh (30) mit 6,71 Meter und zwei Zentimeter Vorsprung vor den weitengleichen Erica Jarder (Schweden) und der derzeit Weltbesten (6,86 Meter) und vierfachen deutschen Meisterin Sosthene Moguenara (25), die beim früheren Christian-Reif-Trainer Uli Knapp in Saarbrücken trainiert, wo sie auch zusammen mit Raphael Holzdeppe lebt. Deren Wege kreuzten sich gestern auf zwei nebeneinander liegenden Laufbahnen: Sie lief zum fünften Versuch an, da musste er zweimal den ersten Versuch seines Wettkampfes über 5,40 Meter abbrechen. Er tat sich schwer, das sah man, er hustete und schnupfte. Und auch mit den Versuchen zwei und drei wollte es nicht klappen – „Salto Nullo“ für den 2013er Weltmeister vom LAZ Zweibrücken, für das Daniel Clemens die 5,40 Meter überflog. An 5,55 Meter scheiterte auch er. „Ich bin über Nacht krank geworden“, sagte Holzdeppe, „beim Aufwärmen merkte ich, dass es mir schlechter geht“. Das bestätigte auch Trainer Andrei Tivontchik: „Jetzt müssen wir mal abwarten, wie sich das entwickelt.“

Wie das so ist bei Meetings, die ziemlich zu Beginn der Hallensaison liegen – da gibt’s Weltjahresbestzeiten reihenweise: Die Russin Jelena Korobkina gewann in persönlicher Bestleistung von 8:47,61 Minuten die 3000 Meter. Da haben Maren Kock und Gesa Felicitas Krause mit 8:57,87 und 9:00,25 die Hallen-EM-Norm für Prag unterboten. Der gebürtige Kenianer Ilham Tanui Özbilen, seit vier Jahren Türke, lief die 1500 Meter in 3:38,05 Minuten und über die gleiche Distanz gewann in überragenden 4.02,57 Minuten die Niederländerin Sifan Hassan, im Vorjahr Europameisterin in Zürich, die vor 22 Jahren in Äthiopien geboren wurde.

Aber auch auf den kurzen Strecken gab es Weltbestzeiten: Der Franzose Dimitri Bascou gewann die 60 Meter Hürden in 7,53 Sekunden. Bei den Frauen siegte Cindy Roleder in 8,03 Sekunden, Hallenweltrekordlerin Susana Kallur wurde bei ihrem Comeback 8,14 Vierte vor der Mannheimerin Carolin Dietrich (8,16).

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
31.01.2015 IAAF Indoor Meeting Karlsruhe 2015 Karlsruhe (Deutschland)