Drei Sportler des LAZ fahren bei Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften

Wenn am Wochenende in der Arena Leipzig die deutsche Leichtathletik-Elite um Meisterehren kämpft, sind auch vier Sportler am Start, die im Leichtathletikzentrum (LAZ) Zweibrücken trainieren. Favoritin im Stabhochsprung ist die in Zweibrücken bei Andrej Tivontchik trainierende Mainzerin Carolin Hingst. Sie hält mit 4,70 Metern seit Januar diesen Jahres den deutschen Hallenrekord.

In der laufenden Hallensaison ist diese Leistung Hingsts von ihren Konkurrentinnen bisher nicht annähernd erreicht worden. In Leipzig trifft die Wahlzweibrückerin auf die Ludwigshafenerin Nastja Ryshich, die mit 4,63 Metern gemeldet ist, die sie im vergangenen Juli in Nürnberg gesprungen ist. In der laufenden Hallensaison hat sie bisher 4,43 Meter überquert. Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist Silke Spiegelburg vom TSV Bayer Leverkusen, die mit einer Vorleistung von 4,56 Metern gemeldet ist und in der aktuellen Hallensaison 4,40 Meter gesprungen ist. Die zweitbeste Indoor-Leistung in diesem Jahr hat Julia Hütter aus Bruchköbel mit 4,50 Metern zu Buche stehen, die damit als viertbeste Springerin an den Start geht. Spannend sind die Deutschen Meisterschaften auch, weil sich hier letztendlich entscheidet, wer bei den Hallen-Europameisterschaften Anfang März in Birmingham das Nationaltrikot überstreifen darf. Da bereits einige Springerinnen die Qualifikationsnorm von 4,30 Metern überquert haben, ist für die endgültige Nominierung für die Nationalmannschaft die Leistung am Wochenende ausschlaggebend. »Um nach Birmingham zu kommen, muss Carolin Hingst nicht erneut Rekordhöhe springen«, so ihr Trainer Tivontchik. »Sie muss versuchen, Deutsche Meisterin zu werden.«

Des Weiteren hat sich Kristina Gadschiew, ebenfalls Stabhochspringerin des LAZ Zweibrücken, für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert. Mit ihrer Höhe von 4,10 Metern befindet sie sich im Mittelfeld der insgesamt 18 Starterinnen. Auch Lisa Ryshich aus Ludwigshafen und die aus Schleswig-Holstein kommende Simone Schult haben bereits diese Höhe überquert, so dass die Entscheidung um die Platzierungen im Mittelfeld sehr eng sein wird.

Mit Raphael Holzdeppe nimmt ein weiterer Stabhochsprungschüler Andrej Tivontchiks an den Deutschen Meisterschaften teil. Der 17-Jährige ist der Jüngste im Starterfeld und hat in diesem Jahr bereits einen beeindruckenden Saisonverlauf gezeigt. Erst wurde er bei den Aktiven Rheinland-Pfalz- und Süddeutscher Meister und am vergangenen Wochenende schliefllich auch noch Deutscher Jugendmeister. Seine derzeitige Hallenbestleistung liegt bei 5,40 Metern. Bei den Deutschen Meisterschaften der Aktiven am Wochenende wird er aber nicht um einen Podestplatz springen, zumal es auch für die Männer darum geht, sich für die Hallen-Europameisterschaften zu qualifizieren. Die Qualifikationshöhe beträgt für sie 5,70 Meter und zurzeit ist der deutsche Männer-Stabhochsprung auflerordentlich gut besetzt. Mit Björn Otto, Fabian Schulze und Danny Ecker sind drei Athleten am Start, die alle drei dieses Jahr bereits über 5,80 Meter gesprungen sind. »Für Raphael geht es bei den Deutschen Meisterschaften in erster Linie darum, zu sehen, wie sich die erfahrenen Springer im Wettkampf verhalten«, erläutert Tivontchik, der erst Anfang der Woche entschieden hatte, seinen Schützling starten zu lassen. Da die Meisterschaften allerdings der letzte Wettkampf vor einem U20-Ländervergleich mit Frankreich, soll er in Leipzig auch noch einmal Wettkampfpraxis sammeln.

Hürdensprinter Jens Werrmann befindet sich bereits in Leipzig und trainiert dort mit dem Bundestrainer. Auch er trifft im 60 Meter-Hürdensprint auf sehr starke Konkurrenz. Am Start sind unter anderem die Leipziger Hürdenasse Thomas Blaschek, Willi Mathiszik und Alexander John, die mit Zeiten zwischen 7,70 Sekunden und 7,75 Sekunden gemeldet sind. Mit seiner persönlichen Bestzeit von 7,83 Sekunden, die er bei den Süddeutschen Meisterschaften gelaufen ist, befindet er sich an siebter Position im Teilnehmerfeld. »Mein Ziel ist die Finalteilnahme und daraus das Beste zu machen«, so Werrmann, der lieber im Freien über die 110 Meter Hürden läuft. »Diese Strecke liegt mir viel mehr.«