Rom. Diskuswurf-Olympiasieger Robert Harting hat beim Diamond-League-Meeting gestern Abend in Rom nach 636 Tagen ein respektables Stadion-Comeback gefeiert. Die Olympia-Norm aber hat er um 104 Zentimeter verpasst.

Mit 63,96 Metern wurde der Berliner guter Dritter. Knapp 21 Monate nach seinem letzten Freiluft-Wettkampf blieb Harting im Stadio Olimpico gut einen Meter unter der Rio-Norm des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (65,00). Zwei Monate vor Olympia haben drei DLV-Werfer die Vorgabe erfüllt. Harting will am Sonntag in Birmingham nachziehen.

Der 31-Jährige steigerte sich von Wurf zu Wurf, haderte dann aber mit seinem letzten Versuch, der ungültig war. „Da habe ich alles reingelegt, nur der Winkel stimmte nicht. Der ist bei 65,5 Metern knapp außerhalb des Sektors gelandet“, sagte der dreimalige Weltmeister, der seinen für Mitte Mai geplanten Saisonstart auf Anfang Juni verschieben musste. Zuletzt plagten ihn Verletzungen im Brustmuskel und im Knie.

Auch in der italienischen Metropole war der Diskus-Riese nach Verletzungen und gut drei Wochen Training noch nicht richtig fit. „Nichts hat sich geändert – ich fühle mich noch nicht frisch, meine Knieprobleme sind immer noch da, der Brustmuskel ist aber jetzt okay.“ Er sagte: „Ich brauche noch Zeit.“ Den Sieg sicherte sich der WM-Dritte Robert Urbanek aus Polen mit 65,00 Metern.

Bis zu den deutschen Meisterschaften plant Harting nur noch zwei Starts: Bei der Diamond League in Birmingham (5. Juni) und in Leiden/Niederlande (11. Juni). Der gebürtige Cottbuser hatte im September 2014 einen Kreuzbandriss erlitten und musste daraufhin seine WM-Teilnahme 2015 in Peking absagen.

Bei ihrem Sturmlauf über 5000 Meter siegte die Äthiopierin Almaz Ayana in glänzenden 14:12,59 Minuten nur 1,44 Sekunden fehlten zum acht Jahre alten Weltrekord ihrer Landsfrau Tirunesh Dibaba. Speerwurf Dritte wurde die Südwestpfälzerin Christin Hussong mit 61,21 Metern; Weltmeisterin Katharina Molitor (Leverkusen) verpasste den Endkampf und wurde mit 58,43 Siebte. Stark präsentierte sich die siegreiche Südafrikanerin Sunette Viljoen mit 61,95.

Justin Gatlin (USA) näherte sich als 100-Meter-Sieger in 9,93 Sekunden der Weltjahresbestzeit bis auf zwei Hundertstel. Weltrekordler Usain Bolt indes war 2016 bisher „nur“ 9,98 Sekunden gelaufen.