Schanghai/Offenburg. Auf den Tag genau neun Monate nach seinem olympischen Gold-Coup von Rio ist Diskuswerfer Christoph Harting mit Platz fünf und 63,47 Metern in Schanghai in die WM-Saison gestartet. Als Niederlage gegen starke Konkurrenz wertete der 27-Jährige das aber keineswegs. „Ich bin voll im Plan, ich bin nicht unzufrieden“, sagte der jüngere Harting-Bruder nach seinem Auftritt beim Diamond-League-Meeting. „Ich wollte besser sein als letztes Jahr. Ziel erkannt – Ziel erfüllt.“

Geschlagen, aber nicht geknickt – das galt am Samstag auch für den zweiten deutschen Leichtathletik-Olympiasieger von Rio de Janeiro. Thomas Röhler wurde beim hochklassigen Speerwurf-Stelldichein in Offenburg nur Vierter. Acht Tage nach seinem deutschen Rekord (93,90 Meter) in Doha kam der 25-Jährige aus Jena mit den Bedingungen überhaupt nicht zurecht. Der Anlauf war „leider zu kurz“ für den schnellen Thüringer. „Wir mussten auf unsere Gesundheit achten, weil der frische Tartan weich und rutschig war“, sagte Röhler. Den Sieg sicherte sich der WM-Sechste Andreas Hofmann mit 88,79 Metern. Um mehr als zweieinhalb Meter konnte der 25-Jährige aus Mannheim seine persönliche Bestleistung steigern. „Das ist ein sehr gutes Gefühl“, sagte Hofmann. Auch der Dresdner Lars Hamann hat mit 86,71 Metern die WM-Norm abgehakt.

Klar ansteigende Form zeigte Speerwurf-Weltmeisterin Katharina Molitor. Die Leverkusenerin siegte mit 62,27 m und blieb damit über der WM-Norm (61,40). Zweite wurde die Deutsche Meisterin Christin Hussong (LAZ Zweibrücken) mit 61,13 Metern. Für die alles überragende Leistung des Leichtathletik-Wochenendes sorgte ein Weitspringer aus Südafrika: Der Olympia-Zweite Luvo Manyonga triumphierte in Schanghai mit 8,61 Metern – und kündigte als Saisonziel schon 8,80 Meter an.