Leichtathletik: Stabhochspringer verpasst Gold knapp – Michaela Donie wird Achte

Die Stabhochspringer des LAZ Zweibrücken haben allen Grund zum Jubeln. Zuerst legte Michaela Donie bei der U 18-WM in Brixen mit Platz acht vor, dann holte Daniel Clemens gestern die Bronzemedaille.

Zweibrücken/Brixen. Als Daniel Clemens die aufgelegten fünf Meter überspringt und wieder auf der Matte gelandet ist, da zückt der Zweibrücker Stabhochspringer die Becker-Faust und macht seiner Erleichterung lautstark Luft. Geschafft, im zweiten Versuch. Damit hält sich der Blondschopf im Wettbewerb bei der U 18-WM im italienischen Brixen. Als er die 5,10 Meter gleich im ersten Versuch packt, steht fest: Platz drei hat er schon sicher. Nur sein deutscher Teamkollege Carlo Paech sowie der Koreaner Minsub Jin sind noch im Rennen. Doch Jin, der bisher fast alle Höhen erst im zweiten Versuch gemeistert hat, schockt die Deutschen mit 5,15 Metern im ersten Versuch. Clemens und Paech probieren sich daraufhin zwei Mal erfolglos an dieser Höhe. Ihre letzte Chancen: Den verbliebenen Versuch zu 5,20 Metern mitnehmen und überspringen. Doch beiden misslingt das Unterfangen, Paech wird wegen der geringeren Zahl an Fehlversuchen Zweiter vor Daniel Clemens.

Doch wer gedacht hatte, die Zwei würden nun die Köpfe hängen lassen, lag daneben. Einträchtig unter einer schwarz-rot-goldenen Flagge gehen sie am Sonntag auf die Ehrenrunde im Stadion in Brixen mit seinem grünen Tartanbelag. Die Bronzemedaille sei „einfach der Hammer“, sagt Clemens und: „Das waren die schönsten 400 Meter unseres Lebens.“ Sehr stolz auf seinen Schützling ist LAZ-Trainer Helmut Kruber, auch wenn er direkt nach dem Wettkampf sagt: „Das war ärgerlich am Schluss. Daniel hätte gewinnen können. Aber er ist schon den ganzen Tag nicht schön gesprungen.“ Vor dem Finale war Clemens mit seiner Bestleistung von 5,32 Metern heißester Kandidat für den Titel gewesen. Doch wie bei vielen Jugendlichen bei dieser Meisterschaft sind die Nerven oft noch nicht so stabil.

Sehr zufrieden ist Kruber auch mit Michaela Donie, die sich bei ihrem ersten internationalen Wettkampf sehr achtbar schlug. Mit 3,90 Metern landete sie am Ende auf Platz acht. „Die Höhe ist nur zwei Zentimeter unter ihrer Bestleistung. Und vom Platz her ist das gigantisch“, freut er sich. Michaela Donie selbst ist nach dem Wettkampf am Samstag eher geknickt. Zu gern wäre sie noch über vier Meter gesprungen. Im letzten Versuch hat sie nur ganz knapp gerissen. „Wir hatten schon gejubelt, weil die Latte noch lang liegen geblieben ist, aber dann fiel sie doch noch runter“, erzählt LAZ-Trainer Kruber. Erst beim Studieren der Video-Aufnahme entdeckte er, dass die 16-Jährige die Latte ganz leicht mit dem Oberschenkel touchiert hat. Über ihre Enttäuschung über die verpasste Bestleistung sagt Kruber: „Der Platz ist hundert Mal mehr wert als die Höhe. Die vier Meter springt sie demnächst ganz sicher.“

Daniel Clemens jubelnd
Geschafft! Daniel Clemens jubelt über seinen gültigen Sprung über fünf Meter, die er bei der U 18-WM in Brixen erst im zweiten Versuch meisterte. Fotos: Iris Hensel
Stabhochspringerin Michaela Donie
Michaela Donie sprang sehr gute 3,90 Meter und landete damit auf Rang acht.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
08.–12.07.2009 U18-Weltmeisterschaften Brixen (Italien)