LAZ-Läufer befindet sich zurzeit in Top-Form

Daniel Guth vom Leichtathletikzentrum (LAZ) Zweibrücken scheint es immer eilig zu haben. Zumindest im Stadion ist er auf der Tartanbahn sehr schnell unterwegs. Das brachte ihm drei Startmöglichkeiten bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Ulm ein: Er qualifizierte sich für die Sprints über 100, 200 und 400 Meter.

Der 19 Jahre alte Sportler befindet sich momentan in der Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker beim Zweibrücker Kranhersteller Terex. »Diese Ausbildung in Einklang zu bringen mit dem Leistungssport ist schon anstrengend«, gibt er zu. Morgens stehe er gegen sechs Uhr auf und nach der Arbeit komme er gegen vier Uhr wieder nach Hause, schildert er seinen Tagesablauf. Dann wird schnell gegessen und anschließend geht es zum Training ins Westpfalzstadion oder er trainiert für sich im Wald. Trainer Thomas Zehfuß zollt seinem Schützling Respekt: »Wie erfolgreich Daniel Beruf und Sport unter einen Hut bringt, verdient große Anerkennung.« Dafür benötige man schon viel Motivation und auch ein gewisses Maß an Ehrgeiz.

Leichtathletik im LAZ betreibt der Sprinter seit er zwölf Jahre alt ist, davor war er bereits sieben Jahre als Fußballer sportlich aktiv. Bereits nach einem halben Jahr wurde sein Talent bei einem 1000 Meter Lauf von seinem jetzigen Trainer erkannt, und seitdem trainiert Daniel Guth auch bei Thomas Zehfuß.

In seiner Trainingsgruppe fühlt sich der Sportler wohl. »Der Zusammenhalt in der Gruppe ist sehr stark und der gegenseitige Ansporn hoch, die Chemie stimmt ganz einfach«, nennt er als einen wichtigen Grund, gerne zum Training zu kommen. Ein zweiter Aspekt sei die große Unterstützung durch Thomas Zehfuß, der es auch immer wieder verstehe, durch sein vielseitiges Training Monotonie zu vermeiden und ihn und die anderen Athleten stets aufs Neue zu motivieren. Von Begriffen wie Trainingsfron oder -qual distanziert sich Guth ganz entschieden. »Das trifft hier absolut nicht zu.«

Thomas Zehfuß, der nicht nur die kurzen sondern auch die Mittelstrecken sehr erfolgreich trainiert, verdreht bei diesen Begriffen die Augen. »Die Laufdisziplinen, gerade wenn sie länger als eine Stadionrunde sind, haben wirklich mit dem Vorurteil zu kämpfen, dass das Training aus nichts anderem besteht, als bis zur totalen Erschöpfung im Kreis zu rennen.« Tatsächlich trainiere er neben der allgemeinen Ausdauer ganz gezielt Lauftechnik, Schnelligkeit und Schnellkraft sowie Kraftausdauer - »aber ohne Zuhilfenahme von Gewichten, wir arbeiten nur mit dem eigenen Körpergewicht«, fügt er noch hinzu. Dass dieses Konzept aufgeht und Kurz- und Mittelstrecke erfolgreich parallel trainiert werden können, zeigt sich an den jüngsten Erfolgen seiner Athleten. So lief die noch zwölfjährige Lisa Sewohl vor kurzem 3000 Meter in einer Zeit, mit der sie sich fast für die Deutschen Jugendmeisterschaften hätte qualifizieren können - dort kann man frühestens starten, wenn man 15 Jahre alt ist. Aline Krebs brachte erst vor gut einer Woche das Kunststück fertig, am selben Abend den 200 Meter Sprint und über 3000 Meter zu gewinnen.

Ursprünglich lief auch Daniel Guth die 800 Meter Mittelstrecke. Nachdem er sich aber mit 16 Jahren das erste Mal für die Deutschen Jugendmeisterschaften mit der Stadionrunde qualifizierte, sattelte er um, zumal ihm die kürzere Strecke auch mehr Spaß mache. »Die 200 Meter bin ich dann auch immer gleich mitgelaufen«, erzählt er. Und wie ist er zum 100 Meter Sprint gekommen? »Absoluter Zufall!« muss er lachen. Er habe die Strecke Anfang Juli in Sulzbach mal ausprobieren wollen und sei auf Anhieb 10,80 Sekunden gelaufen. Das sei zeitgleich mit dem Zehnten der aktuellen Jugendbestenliste des Deutschen Leichtathletikverbandes und bedeutete die dritte Qualifikation für die Meisterschaften. Für die 400 Meter Strecke hatte sich gut im Mai bei den Pfalzmeisterschaften im Zweibrücker Westpfalzstadion qualifiziert und über 200 Meter Anfang Juni in Bad Bergzabern, ebenfalls bei Pfalzmeisterschaften.

Daniel Guth fühlt sich für die Deutschen Jugendmeisterschaften ausgezeichnet vorbereitet. Am liebsten möchte er in allen drei Disziplinen starten, aber auf den 400 Meter Lauf wird er wohl verzichten - »das wird doch etwas zu viel.« Am Freitag stehen die Sprints über 100 Meter an. Mit 10,80 Sekunden hat er die achtbeste Vorleistung im 58-Köpfigen Teilnehmerfeld. »Den Endlauf zu erreichen wäre natürlich toll«, äußert sich Guth zu seinen Chancen. »Aber natürlich wollen die anderen das auch und die Zeiten liegen alle dicht beieinander«, bleibt er mit Prognosen lieber vorsichtig. Am Samstag werden dann die Rennen über 200 Meter ausgetragen. Hier befindet er sich mit seiner Vorleistungen von 21,99 Sekunden auf Platz zwölf der 42 Teilnehmer umfassenden Starterliste. »Die Zwischenrunde werde ich wohl erreichen, aber hier ist die Finalteilnahme doch eher unwahrscheinlich«, will der Sprinter die Erwartungen nicht zu hoch schrauben. Aber in der Trainingsgruppe von Thomas Zehfuß und von den anderen LAZ-Athleten, von denen einige ebenfalls bei den Deutschen Jugendmeisterschaften starten, werden viele Daumen gedrückt, dass Daniel Guth am Samstag ein drittes Mal an den Start gehen muss, wenn zum 200 Meter Finale gebeten wird.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
03.–05.08.2007 Deutsche Jugendmeisterschaften 2007 Ulm (Deutschland)