Weinheim. In der vergangenen Saison hat die gebürtige Landauerin Ricarda Lobe (MTG Mannheim) die EMund Olympia-Norm über 100 Meter Hürden früh abgehakt – so dachte sie. Die Zeit wurde später annulliert. In diesem Jahr lief sie erneut im ersten Saisonrennen die Norm, diesmal die für die WM.

Es ist jetzt nicht davon auszugehen, dass der 23-Jährigen Ähnliches widerfährt wie 2016. Da wurden die Zeiten aus Flieden, Lobe rannte 12,89 Sekunden, Wochen später annulliert – wegen Problemen mit der Zeitmessanlage. So konnte Lobe am Samstag in Weinheim bei der Kurpfalz-Gala strahlen. Denn in 12,91 Sekunden hinter der starken Siegerin Pamela Dutkiewicz (12,61) und Nadine Hildebrand (12,81) lief Lobe auf Rang drei (RHEINPFALZ am SONNTAG berichtete). Sie unterbot dabei nicht nur die WM-Norm (12,98), sondern blieb auch erstmals in ihrer Karriere unter der magischen Marke im Frauen-Hürdensprint von 13 Sekunden. „So eine Zeit unter 13 Sekunden sieht einfach schöner aus“, sagte Lobe. Sie ist nun dabei im Rennen um die WM-Tickets.

Da dieses „Rennen“ wohl vier oder fünf Läuferinnen bestreiten werden, wird sich bei den deutschen Meisterschaften entscheiden, wer nach London darf. Lobe hat durch ihren ersten internationalen Start im Aktivenbereich bei der Hallen-EM in Belgrad jedenfalls Lust darauf bekommen: „Es wäre toll, wenn es klappt.“

Eine weitere pfälzische Hoffnung auf einen internationalen Start ist Meike Reimer vom ABC Ludwigshafen. Der Schützling von Juri Tscherer sprang mit 1,81 Metern exakt die Norm für die U20-EM. Es haben nun bereits sechs Athletinnen die Norm geknackt – inklusive der gebürtigen Landauerin Leonie Reuter (LG Nord Berlin). Wer einen der beiden Startplätze bekommt, entscheidet sich bei der DLV-Junioren-Gala Anfang Juli in Mannheim. „Es ist wichtig, dass sie nun die Norm hat“, sagte Tscherer. Er geht aber davon aus, dass 1,83 oder 1,85 Meter nötig sind, um sich für die U20-EM zu qualifizieren. Er traut diese Höhe Reimer allerdings auch zu.

Wie die Hürdenläuferinnen waren auch die Sprinter schnell unterwegs. Christian Kiemstedt (ABC) steigerte seine Saisonbestleistung über 100 Meter auf 10,64 Sekunden, Sina Mayer (LAZ Zweibrücken) lief 11,64 Sekunden und damit ein bisschen schneller als bei ihrem Comeback bei den Pfalzmeisterschaften eine Woche zuvor (11,67). Einen richtig guten Tag erwischte auch Lisa Mayer (Sprintteam Wetzlar), die in Mannheim trainiert. Sie steigerte ihre persönliche Bestleistung bei ihrem 200-MeterSieg auf 22,64 Sekunden (WM-Norm) und lief über 100 Meter bei zu viel Windunterstützung 11,02 Sekunden. „Ich wäre bei der WM gerne über 200 Meter und in der Staffel dabei“, sagt Mayer. Dafür sieht es derzeit gut aus ...