Rheinland-Pfälzerinnen setzen erfolgreich Akzente bei Welt- und Europameisterschaften

Es war das Jahr der erfolgreichen Frauen und der erfolgreichen Leichtathleten in Rheinland-Pfalz. „Wir sind ist Europameisterin“ jubelte Deutschland im September, als die Frauen-Fußballnationalmannschaft sich die EM-Krone holte – und Rheinland-Pfalz jubelte mit. Denn mit der 21-jährigen Célia Okoyino da Mbabi, die beim SC Bad Neuenahr in der Ersten Bundesliga spielt, stand auch eine Rheinland-Pfälzerin im deutschen Team. Célia Okoyino da Mbabi, die als einzige Spielerin in der Bundesliga nur ihren Vornamen auf dem Vereinstrikot trägt, setzte nicht nur im offensiven Mittelfeld Akzente, sondern auch beim anschließenden Jubel über den Pokal. Bei der EM war da Mbabi in fünf von sechs Spielen im Einsatz und erzielte im Turnier ein Tor. Doch schon bei der WM 2011 im eigenen Land könnte die gebürtige Französin, die zwei Pässe besitzt, schon Stammspielerin sein. „Ich gehöre immer noch zu den Jüngsten und muss immer noch die Bälle tragen“, sagt sie jedoch über ihre derzeitige Situation. Bereits 2004 war sie im Alter von erst 16 Jahren mit der deutschen U 19-Nationalmannschaft Weltmeister geworden. Im Jahr 2007 warfen sie ein komplizierter Schienbeinbruch und anschließend das Pfeiffersche Drüsenfieber aus der Bahn. Erst seit April 2009 spielt sie wieder – eine Erfolgsgeschichte dieses Jahres.

Eine weitere schrieb Jiaduo Wu 2009. Die gebürtige Chinesin, die seit 2005 die deutsche Staatsbürgerschaft hat, sicherte sich erst mit der Frauenmannschaft des FSV Kroppach den Sieg in der Ersten Tischtennis-Bundesliga im April. Im Oktober krönte sie dieses erfolgreiche Jahr an ihrem 32. Geburtstag bei der EM in Stuttgart dann mit dem Europameistertitel im Einzel. Damit holte „Dudu“, so ihr Spitzname, nach Nicole Struse im Jahr 1996 den zweiten EM-Titel nach Rheinland-Pfalz. „Das ist mein größter Erfolg, es war und ist wie im Traum“, hatte die Kroppacherin nach dem Finale gesagt.

Ihrer Laufbahn ein weiteres Erfolgserlebnis hinzugefügt hat 2009 auch Langstreckenschwimmerin Angela Maurer, die in Italien über 25 Kilometer im Freiwasser zum WM-Titel schwamm. Dabei hatte der Rennen für die 34-Jährige vom SSV Udine Mainz gar nicht gut begonnen. Bereits kurz nach dem Start hatte sie der Fuß einer Mitschwimmerin im Gesicht getroffen, die Folge war eine geschwollene Lippe. Später verlor sie ihre Schwimmbrille. Außerdem machten hohe Wellen und starke Brandung den Athletinnen zu schaffen, die Organisatoren dachten schon an einen Abbruch. Mit nur 3,9 Sekunden Vorsprung schlug Maurer schließlich als Erste ans Zielband.

Schon bei den Paralympics 2008 in Peking war die deutsche Dressurreiter-Mannschaft eine Klasse für sich gewesen. Bei der Handicap-EM in Norwegen gab es Silber für Equipe mit den Rheinland-Pfälzerinnen Hannelore Brenner, Angelika Trabert und Britta Näppel. Alle drei holten zudem Einzelmedaillen, Hannelore Brenner sicherte sich jeweils Gold in den Disziplinen Individual und Kür.

Auch die rheinland-pfälzischen Leichtathleten machten 2009 von sich Reden. Im März flog Stabhochspringerin Anna Battke aus Mainz über 4,65 Meter und wurde bei der Hallen-EM in Turin Dritte, Kristina Gadschiew vom LAZ Zweibrücken wurde Fünfte. Auch bei der Heim-WM in Berlin im August sprangen beide ins Finale. Eine Medaille gab es allerdings für eine andere: Sprinterin Marion Wagner vom USC Mainz lief mit der 4x100-Meter-Staffel zu Bronze. Wagner hatte erst in diesem Jahr ihre Bestleistung über die 100 Meter auf 11,24 Sekunden gesteigert. Ein Rücktritt, über den die Mainzerin noch vor Saisonbeginn nachgedacht hatte, kam somit nicht mehr infrage.

Wojtek Czyz vom 1. FC Kaiserslautern war so glücklich darüber, dass er wieder im Sprint antreten durfte, dass der Leichtathlet bei der WM der Behindertensportler Ende November im indischen Bangalore seine Bestleistung um 15 Hundertstel auf 12,26 Sekunden steigerte. Das bedeutete gleichzeitig neuen Europarekord. Wegen einiger Verletzungen und Problemen bei der Einstellung seiner Prothese hatte der 29-Jährige, dessen linkes Bein amputiert ist, sehr lange keine Sprintwettbewerbe durchführen können. „Umso mehr freut es mich, so zurückzukehren“, sagte der Sportstudent. Gold holte er zudem im Weitsprung, ebenfalls mit Bestleistung.

Gern als „M qr. Florett“ bezeichnet wird Fechter Peter Joppich von der Coblenzer Turngesellschaft. Auch im vierten Anlauf in Folge reichte es nicht für ihn und die deutsche Florett-Mannschaft – bei der WM in Antalya gab es mal wieder nur Silber. Doch der Rheinland-Pfalz-Sportler des Jahres 2008 sicherte sich trotz Schulterproblemen die Bronzemedaille im Einzel.

Chronik

Januar: Rheinland-Pfalz hat seine Sportler des Jahres 2008 gewählt. Fechter Peter Joppich, Paralympicssiegerin im Reiten Hannelore Brenner und die Kunstrad-Weltmeisterinnen Sandra Sprinkmeier und Katrin Schultheis entscheiden die Wahl für sich.

Februar: Der Sportbund Pfalz verleiht am 14. Februar die 20 000. Übungsleiter-Lizenz an Elke Jakob vom Turnerbund Oppau. Seit 1964 bietet der Sportbund Pfalz Ausbildungen für Übungsleiter an.

März: Die Halleneuropameisterschaft der Leichtathleten in Turin ruft und mit Anna Battke vom USC Mainz und Kristina Gadschiew (LAZ Zweibrücken) sind zwei Rheinland-Pfälzerinnen im Stabhochsprung der Frauen vertreten. Die dritte Deutsche, Silke Spiegelburg aus Leverkusen, holt Silber, Anna Battke folgt auf Rang drei mit einer Höhe von 4,65 Metern. Kristina Gadschiew landet auf Rang fünf.

April: Die Damen-Tischtennismannschaft des FSV Kroppach holt sich souverän mit sechs Punkten Vorsprung den Sieg in der Ersten Bundesliga.

Mai: Den 1. Sport- und Gesundheitstag veranstaltet der Landessportbund Rheinland-Pfalz im Mai in Koblenz. Knapp 200 Sportinteressierte nutzen das Angebot.

Juni: Ihren ersten Deutschen Meistertitel holte die A-Jugend-Fußballer des FSV Mainz 05 im Juni. 10 000 Zuschauer sahen den 2:1-Sieg im Finale gegen Borussia Dortmund.

Juli: Ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk bereitete sich Langstreckenschwimmerin Angela Maurer (SSV Udine Mainz) selbst: Zwei Tage vor ihrem 34. Geburtstag holte sie sich den Weltmeistertitel über 25 Kilometer.

August: Nach der Pleite bei den Olympischen Spielen in Peking hatte es einen großen Umbruch beim Aushängeschild der deutschen Ruderer, dem Deutschlandachter, gegeben. Die Veränderung fruchtete, der Achter siegte bei der WM im polnischen Posen. Mit im Boot saßen zwei Rheinland-Pfälzer: Sebastian Schmidt aus Mainz und Richard Schmit aus Trier.

September: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Frauen holt sich den Europameister-Titel. Großen Anteil daran hat auch jetzt 21-jährige Mittelfeldspielerin Célia Okoyino da Mbabi vom SC Bad Neuenahr.

Oktober: Jiaduo Wu beschert Deutschland nach neun Jahren wieder einen Europameistertitel im Tischtennis. Die Chinesin, die seit 2005 für Deutschland startet und für den FSV Kroppach in der Bundesliga spielt, holt sich die Goldmedaille an ihrem 32. Geburtstag.

November: Den dritten WM-Sieg in Folge holten sich die Kunstradfahrerinnen Katrin Schultheis und Sandra Sprinkmeier vom RV Mainz-Ebersheim bei der WM in Tavira (Portugal). Julia und Nadja Thürmer (FV Finthen) holen als Zweite eine weitere Medaille für Deutschland.

Fechter Peter Joppich
Wieder nur Mannschaftssilber: Fechter Peter Joppich (rechts) bei der WM.
Wojtek Czyz
Behindertensportler Wojtek Czyz lief neuen Weltrekord über die 100 Meter.
Stabhochspringerin Anna Battke. Dritte der Hallen-EM
Mit neuer Bestleistung von 4,65 Metern wurde Anna Battke Dritte der Hallen-EM.