LAZ-Hürdensprinter Jens Werrmann arbeitet nach seinen Bänderrissen am Comeback

Der Pechvogel des LAZ Zweibrücken, Jens Werrmann, hat seinen Humor nicht verloren. Nach seinen Bänderrissen im Fuß arbeitet der Hürdensprinter in der Reha an seinem Comeback für die neue Saison.

Zweibrücken/Leipzig. Jens Werrmann arbeitet an seinem Comeback. Der Hürdensprinter des Leichtathletikzentrums (LAZ) Zweibrücken befindet sich nach seinem zweifachen Bänderriss im Knöchel des rechten Fußes, den er sich Anfang Juli, unmittelbar vor den Deutschen Meisterschaften beim Joggen zugezogen hatte, in der Rehabilitationsphase (Reha). „Ich bin seit drei Wochen in Leipzig und werde noch weitere drei weitere Wochen hier verbringen.“ Hier ist „eine Riesen-Rehaklinik“, in der die unterschiedlichsten Sportler behandelt werden. Moralische Unterstützung erhält er derzeit von seinem Bruder Steffen, der sich für drei Tage in Leipzig aufhält.

Nach „dem ersten Schock“ (Werrmann) nach der Diagnose, dass zwei der drei Außenbänder des rechten Sprunggelenks gerissen sind, hat sich der 25-jährige EM-Sechste von 2006 in Göteborg wieder gefangen und arbeitet zielstrebig bei den Reha-Maßnahmen daraufhin, dass er im kommenden Jahr wieder angreifen kann. Dabei war der gebürtige Waldgrehweiler, der abwechselnd von Bundestrainer Idriss Gonshinska in Leipzig und Karl-Heinz Werle in Zweibrücken trainiert wird, ausgezeichnet in die Saison gestartet und hatte auf Anhieb schon in den ersten Rennen die EM-Norm des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) mit 13,60 Sekunden gleich drei Mal unterboten und seine Bestzeit über 110 Meter Hürden auf 13,51 Sekunden geschraubt.

„Ich werde den Kopf nicht in den Sand stecken.“

Jens Werrmann,
Hürdensprinter

Doch dann ereilte den Pechvogel, der bereits die Saison 2008 wegen einer Serie von Verletzungen abschreiben musste, erneut das Schicksal. Eine hartnäckige Zerrung in der Wadenmuskulatur warf ihn schon im Juni aus dem Rennen. „Unmittelbar über der Achillessehne war der Muskelansatz derart gereizt, dass er sich nur auf leichtes Joggen und Krafttraining stützen konnte, um den Trainingsausfall in Grenzen zu halten. Dabei war er guter Hoffnung, dass er bei der DM in Braunschweig starten könnte. Doch dann passierte das Missgeschick mit den beiden Bänderrissen, womit er auch seinen geplanten Saison-Höhepunkt, die Europameisterschaft in Barcelona, „schweren Herzens“ (Werrmann) abscheiben musste.

„Die ersten neun Tage ging gar nichts, da der Knöchel aufgrund der Verletzung stark angeschwollen war“, blickt der LAZ-Hürdensprinter zurück. Wohl liebäugelte er damit, gegen Ende der Sommersaison noch einmal ins Wettkampfgeschehen eingreifen zu können. Doch diesen Plan musste er wegen des „schleppenden Heilungsverlaufs“ (Werrmann) sehr schnell verwerfen.

„Irgendwann habe ich mich auch im Kopf damit abgefunden, dass ich die Saison endgültig abhaken muss“, zog er insgeheim einen Schlussstrich. Nun versteifte er sich ganz auf die Reha-Maßnahme, um auch die Zerrung in der Wadenmuskulatur endgültig zu beheben. „Ich habe ganz langsam mit der Reha angefangen, um den Heilungsprozess nicht zu gefährden.“

Doch mittlerweile ist sein Tag ausgefüllt, wie er schildet. Die Trainingstherapie beinhaltet zunächst verschiedene Gleichgewichts- und muskelaufbauende Übungen für den verletzten Fuß. Anschließend folgt eine halbe Stunde Wassergymnastik in einem Bewegungsbad und Strömungskanal. Zusätzlich wird in dem knapp vierstündigen Programm noch ein „normales Training“ eingestreut, das vorwiegend aus Krafttraining besteht.

„Wenn alles glatt läuft, was man bei mir ja nie weiß, hoffe ich im Oktober mit gezielten Vorbereitungen für das Hürdentraining beginnen zu können.“ Dabei lacht Jens Werrmann herzlich.

Jens Werrmann hält sich nach Zerrung mit Krafttraining fit
LAZ-Hürdensprinter Jens Werrmann hält sich nach seiner Wadenzerrung und seinen beiden Bänderrissen im rechten Fuß mit Krafttraining fit. Foto: voj