Rheinstetten. Der Weltmeister von 2013 im Stabhochsprung, der Zweibrücker Raphael Holzdeppe, hat sich gestern nach seinem „Salto nullo“ bei den deutschen Meisterschaften Fragen gestellt.

Raphael, Sie haben keinen gültigen Versuch abgeliefert. Enttäuscht?

Ich bin enttäuscht, aber nicht frustriert. Im Moment ist der Wurm drin, und ich versuche, das im Training wieder aufzuarbeiten.

Woher kommt der Wurm?

Die Hallensaison hat gut angefangen, und dann wurde ich krank. Jetzt habe ich noch Wettkämpfe am Mittwoch in Malmö und am Samstag in Zweibrücken, da versuche ich, die Saison zu beenden, wie sie angefangen hat: mit guten Höhen. Ich bin die 5,60 Meter aus verkürztem Anlauf gesprungen und damit höher als im Sommer 2014.

Ihr Trainer Andrei Tivontchik sagte, es fehle Ihnen derzeit am Gefühl, und das käme nur übers Springen.

Ja genau. Man hat normalerweise das hundertprozentige Selbstvertrauen, wenn man hinten steht. Man nimmt sich was vor, man ist davon überzeugt. Wenn man nur zu 98 Prozent davon überzeugt ist, wird das kein perfekter Sprung. Das richtige Gefühl kommt in der Tat nur, wenn man viel springt. Letztes Jahr habe ich durch meine langwierige Verletzung sehr viele Sprünge verloren.

Wie bilanzieren Sie die Saison?

Ich bin mit dem Ergebnis der Wintersaison zufrieden. Ich bin auf dem richtigen Weg, es war klar, dass es Höhen und Tiefen gibt. Es sieht aber schon dumm aus, wenn man bei einer Meisterschaft eine Tiefe nimmt.

Tivontchik sagte auch, dass das Potenzial bei Ihnen da sei.

Ja klar. Ich bin ohne Verletzung durchgekommen. Ich bin fit, der Körper hält. Ein gutes Zeichen.

Enttäuscht: Stabhochspringer Raphael Holzdeppe.
Enttäuscht: Stabhochspringer Raphael Holzdeppe. Foto: Kunz

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
21.–22.02.2015 Deutsche Hallenmeisterschaften 2015 Karlsruhe (Deutschland)