Schwimmerin Marlene Hüther, Fußball-Weltmeister Erik Durm und die Handballer des SV 64 Zweibrücken sind die RHEINPFALZ-Sportler des Jahres 2014. 1350 Leser sorgten mit ihren Stimmen per Stimmzettel oder über Internet für ein Novum in der 25-jährigen Geschichte der Veranstaltung. Erstmals verteidigten alle Vorjahressieger ihre Titel. Nur Schwimmer Frank Schmidt hatte bislang in zwei aufeinanderfolgenden Jahren (2000 und 2001) die Wahl für sich entschieden.

Zweibrücken. Auf Wiedersehen im nächsten Jahr – so hätte man die Sieger des Jahres 2014 gestern Abend verabschieden können. Obwohl das Sportjahr 2015 noch jung ist, deutet sich an, dass einige der Kandidaten des Jahres 2014 auch in diesem Jahr sportlich große Erfolge feiern werden. Etwa die Handballer des SV 64 Zweibrücken. 2014 war ihr Jahr, sie gewannen den Saarpokal und sicherten sich in einem hochspannenden Fernduell mit der TSG Haßloch in letzter Sekunde den Titel in der Oberliga und den Aufstieg in die Dritte Handballliga. In der Weststaffel läuft es für die Mannschaft von Trainer Stefan Bullacher richtig gut, der Klassenerhalt ist so gut wie gesichert. Das ist ein Riesenerfolg, der mit der Titelverteidigung im Saarpokal gekrönt werden könnte.

Dass in dem jungen Team zwei Jugend-Nationalspieler zu den Leistungsträgern gehören, die das Interesse höherklassiger Vereine geweckt haben, ist keine Überraschung. So spricht Björn Zintel, der in der Einzelsportlerwahl Platz drei belegte, vom „nächsten Schritt“ auf der Karriereleiter, der ihn wohl von Zweibrücken weg führen wird.

Die Dietrichingerin Marlene Hüther blickt auf ein fast schon sensationelles zweites Halbjahr 2014 zurück, in dem sie als großes Talent ins Schwimmbecken sprang und in der deutschen Spitze anschlug. „Ich bin echt zufrieden damit“, sagte die Schülerin des Saarbrücker Sportgymnasiums am Rotenbühl, die am Olympiastützpunkt trainiert und dort im Internat lebt, „das war ein großer Leistungssprung, von dem ich richtig überrascht war“, fügte sie an. Dass seine Athletin so schnell in die deutsche Spitze vordringen würde, hat auch Saar-Landestrainer Ralf Steffen überrascht. „Die Leistung bei den deutschen Kurzbahnmeisterschaften war absolut nicht vorauszusehen. Wenn man mit fünf Medaillen in unterschiedlichen Distanzen heimkommt, dann ist man in der deutschen Spitze“, sagte er. Die Zielvorgabe für 2015 ist klar: „Wir wollen die Entwicklung auf der Langbahn nachholen“, erklärte der Trainer. Nach den Topzeiten auf der 25-Meter-Bahn soll Hüther auch auf der 50-Meter-Bahn richtig schnell werden. „Bestzeit schwimmen und gut bei den Deutschen dabei sein“, nannte Hüther ihre Ziele. Die Voraussetzungen sieht Steffen als gegeben an: „Marlene hat einen guten Zentimeter zugelegt, das macht sich im Verhältnis Körpergewicht zu Länge bemerkbar und ist bei der Kraftentwicklung deutlich zu spüren.“

Für viele Leckermäulchen hat Andreas Nickenig den Traumjob. Er ist Vorstand des Pirmasenser Schokoladenherstellers Wawi und mag Schokolade, nicht nur aus beruflichen Gründen. Lange bevor der aus Mülheim-Kärlich stammende Mittvierziger in die Pfalz kam, wechselte er die Sportart, entschied sich mit 23 gegen den Handball und für das Laufen. Dass er dann in die Pfalz kam, lag an seiner Entscheidung für Schokolade und gegen Lakritz und Gummibärchen. Zuvor arbeitete Nickenig in verantwortlicher Position bei Haribo. Da gab’s morgens schon die Fruchtgummiverkostung – „da war jeder froh, wenn es mal was anderes gab“, erzählte er lachend von seiner versteckten Schokoladenschüssel. Dass sich die Süßigkeiten bei Nickenig nicht festsetzen, liegt am ausgeprägten Training. „Laufschuhe hab ich immer dabei“, erklärte er, dass er selbst auf Geschäftsreise seine Kilometer abspult. „In Zweibrücken gibt es viele beleuchtete Strecken, da kann ich auch spät abends noch laufen“, sagte er. Und mit Jürgen Bischof hat er bei der VTZ einen Läuferkollegen, mit dem er sich ein bisschen hochschaukelt. Das sorge für zusätzliche Motivation.

Motiviert ist auch Felix Drumm. Der 20-jährige deutsche Meister der U23-Radcrosser steht im Studium am Donnerstag vor eine Matheprüfung, anschließend geht’s nach Tschechien. Dort will er bei der U23-Weltmeisterschaft unter die ersten 15 fahren. „Das ist realistisch“, bemerkte der Mörsbacher. Nach der Crosssaison geht es auf die Straße, Drumm hat eine Profilizenz, fährt in einem neuen Rennstall und bereitet sich ab Mitte Februar für vier Wochen auf Mallorca für die neue Saison vor.

Die Saisonvorbereitung stockt derzeit bei Anna Felzmann. Die Viertplatzierte bei den Frauen plagt sich erneut mit einer Schulterverletzung, absolviert derzeit nur Lauftraining. „Ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen mal wieder einen Stab in die Hand nehmen kann“, sagte sie. Die gerade 23 Jahre alt gewordene Stabhochspringerin setzt auf den Sommer: „Da werde ich neu angreifen, wenn ich gesund bin.“

Angreifen wollen auch die Jugendprellballer des TV Rieschweiler, die gegen den Abstieg spielen und noch zwei Siege zum Klassenerhalt benötigen, wie Maic Volnhals berichtete. Der Rieschweilerer ist zuversichtlich, dass er das Ziel mit seinen 15- bis 18-jährigen Mitspielern erreicht. Dass die Prellballer bei der Sportlerwahl den Mannschaftssieg um 35 Stimmen verpasst haben, nehmen sie sportlich. „Wir waren sogar von Platz zwei überrascht“, sagte er.

Wörtlich

„Am Hallplatz stand ich vor einem Riesenmonster von Pferd und obendrauf Sie.“ RHEINPFALZ-Verleger Thomas Schaub erinnerte an eine vergangene Sportlerwahlparty, bei der Kurt Pirmann mit dem Pferd kam.

„Es war das einzige Mal, dass ein Eimer Hafer für die Gäste da war.“ Schaubs Erinnerung an das besondere Essensangebot an diesem Abend.

„Ich war mal hier in Boxhandschuhen, darin war ein Hufeisen. Damit habe ich einen Größeren und Kräftigeren als mich herausgefordert.“ Kurt Pirmann erinnerte an die Sportlerwahlparty Anfang 2011 in Dellfeld, als er als Oberbürgermeister-Kandidat Amtsinhaber Helmut Reichling herausforderte – und später die Wahl gewann.

„Wegen der Trikots. Sie sind sehr eng und das ist nicht sehr männlich.“ Voltigiererin Jasmin Glahn auf die Frage, warum nur wenige Jungs diesen Sport ausüben.

„Irgendwann will man auch mal heim und essen.“ LAZ-Stabhochspringerin Anna Felzmann über die am Ende eines vierstündigen Wettkampfs nachlassende Konzentration.

„Bayer Leverkusen.“ Versprecher von RHEINPFALZ-Chefredakteur Michael Garthe, als er den Verein von Fußball-Weltmeister Erik Durm nennen wollte.

„Sehr sicher klappt das mit Olympia 2020.“ Fahad Sadig, Stabhochspringer des LAZ, zur sportlichen Perspektive.

„Ich bin ein Beispiel dafür, dass Schokolade glücklich macht und nicht dick.“ Andreas Nickenig, VTZ-Läufer und Vorstand des Pirmasenser Schokoladen-Herstellers Wawi.