Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

Ehrensache: Zum Beginn einer neuen Woche wird nicht gejammert, der Start in die Woche, das ist Optimismus pur – wenn auch aus gegebenem Anlass mit sprichwörtlichen Durchhalteparolen. Nehmen Sie zum Beispiel Elsa Rentrop, eine vor 14 Jahren verstorbene deutsche Lyrikerin. Die wusste schon, dass nicht die Genialen sondern die Zähen ihr Ziel erreichen. Und von Theodor Fontane, dem famosen deutschen Erzähler, ist der Sinnspruch bekannt: „Courage ist gut, aber Ausdauer ist besser. Ausdauer, das ist die Hauptsache!“ Die beiden – im tieferen Sinne des geschriebenen Wortes nenne ich sie augenzwinkernd mal Kollegen – machen mir Mut, just in dem Moment, da ich wieder mal den neuesten Presseservice der Tourismus GmbH Rheinland-Pfalz in Händen habe. Sie wissen schon, diese bunte Werbeschrift, in der Zweibrücken nur sehr selten oder eher gar nicht vertreten ist. Und Sie ahnen schon, mehr als Sie fragen: In der jüngsten Ausgabe ist dies wieder der Fall? Stimmt, denn in der opulenten Aufzählung aller vorweihnachtlichen Aktivitäten bzw. der Städte und Orte, die einen lohnenden Ausflug wert sind, ist Zweibrücken (einmal mehr) nicht vertreten. Dafür erfährt der Leser sehr viel über die stimmungsvollen Weihnachtsmärkte am romantischen Rhein, im Nahetal und in der Eifel, im Westerwald und in den Winzerdörfern, im Hunsrück und im Ahrtal, im Moselland und in Mainz. Nur in der Westpfalz scheint Weihnachten dieses Jahr auszufallen!

Wäre schade. Ziemlich schade sogar, denn ich freue mich schon so sehr drauf. Auch Wochen vorher, wobei dies ebenfalls mit einem Schreiben zu tun hat, das gerade jetzt auf den Schreibtisch geflattert ist: Der Terminhinweis auf die Gala „Sportler des Jahres“, die in diesem Jahr zum 62. Mal stattfindet. Seit ungezählten Jahren lädt die veranstaltende Internationale Sportkorrespondenz (ISK) dafür ganz kurz vor Weihnachten nach Baden-Baden ein. Im festlichen Bénazet-Saal des Kurhauses, den man über eine mit dunklem roten schweren Teppich belegte Treppe erreicht, dieser mondänen Stadt an der Oos werden die bedeutendsten Sportlerinnen und Sportler sowie die Mannschaft des Jahres, allesamt von den deutschen Sportjournalisten gewählt, ausgezeichnet. Und ein Hauch von diesem gleichermaßen glamourösen wie intimem Familienfest des deutschen Sports fällt in diesem Jahr auch auf Zweibrücken. Denn auf der Vorschlagsliste, aus denen die Sportjournalisten-Kollegen ihre Wahl treffen können (ohne sich darauf beschränken zu müssen) steht verdientermaßen auch Raphael Holzdeppe, unser 18-jähriger Stabhochspringer, der so schön das ganze Establishment dieser Szene durcheinander mischt. Mit Erfolg, wie nicht nur der achte Platz bei den Olympischen Spielen in Peking sondern auch die Auszeichnung, die er am 18. Oktober in Amsterdam als bester europäischer Nachwuchsleichtathlet entgegennehmen konnte, zeigt. Ich finde es toll, dass die Fachleute von der ISK Holzdeppe auf ihrem Zettel haben. Meine fünf Stimmen, die ich ihm bei der Wahl geben kann, hat er schon. Und die der Kollegen vom Merkur-Sport ebenfalls. Ansonsten bleibt uns nur, ihm die Daumen zu drücken.

Vielleicht drücken Sie ja ein bisschen mit....