Karlsruhe. Der Athlet mit dem größten Namen beim Leichtathletik-Indoor-Meeting in Karlsruhe am 3. Februar 2018 wird der Stabhochsprung-Hallenweltrekordler Renaud Lavillenie (6,16 Meter) sein.

2016 war Renaud Lavillenie schon einmal beim Hallenmeeting in Karlsruhe. Er benötigte für seine Anfangshöhe (5,70 m) drei Versuche. Er benötigte anschließend für 5,84 Meter drei Versuche. Und er benötigte auch für 5,91 Meter drei Versuche, konnte die Halle so aber als Sieger mit einem neuen Meetingrekord verlassen.

Es folgte ein aufwühlender Sommer für den Franzosen. Bei der EM scheiterte er an seiner Anfangshöhe, bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro unterlag er gegen den Brasilianer Thiago Braz da Silva – und beschwerte sich nach seiner Silbermedaille über das in seinen Augen unfaire Publikum, das ihn bei seinen Versuchen auspfiff. Auf diesen aufwühlenden Sommer folgte dann ein noch aufwühlenderes Jahr 2017. Denn Lavillenie,der bis auf den WM-Titel so ziemlich alles gewonnen hat, was es in seinem Sport zu gewinnen gibt, verletzte sich im Oktober 2016 beim Motorradfahren, seiner zweiten Leidenschaft. Er fiel länger aus. „Zuvor hatte ich bei einer WM immer Gold verloren, diesmal habe ich Bronze gewonnen“, sagt der 31-Jährige über sein Abschneiden bei den Titelkämpfen in London im Sommer:„Ich habe viel aus der schwierigen Zeit gelernt.“

Mittlerweile ist er laut eigenem Bekunden der „ehemalige, neue Renaud Lavillenie“. Was als Kampfansage an seine Konkurrenten, zu denen auch der Zweibrücker Weltmeister von 2013, Raphael Holzdeppe, zählt, zu werten ist. Im kommenden Jahr liegt der Fokus des jungen Familienvaters auf der Hallen-WM in Birmingham. Deshalb sind für ihn die Hallensaison und das Meeting in Karlsruhe so besonders wichtig: „Ich will mich gegenüber der Leistung von vor zwei Jahren um einen bis zehn Zentimeter steigern“, sagt er. Meetingdirektor Alain Blondel, Lavillenies Landsmann, lacht, als er den Satz hört. Denn sechs Meter hören sich zwar in der Außendarstellung gut an, sind aber im Regelfall mit einer Sonderprämie für den Athleten verbunden.

Das Karlsruher Indoor-Meeting, für das es noch rund 700 Eintrittskarten gibt, gehört zum dritten Mal in Folge zur World-Indoor-Tour des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF. Dadurch sind neun Disziplinen gesetzt. Bei den Männern sind das neben Stabhochsprung auch 60 Meter, 800 Meter und 3000 Meter, bei den Frauen 60 Meter Hürden, 400 Meter, 1500 Meter, Hoch- und Weitsprung. Dazu haben die Veranstalter Weitsprung bei den Männern und 60 Meter bei den Frauen ins Programm genommen. Karlsruhe macht den Auftakt der World-Indoor-Tour, es folgen die Meetings in Düsseldorf (6.2.), Madrid (8.2.), Boston (10.2.), Torun (Polen/15.2.) und Glasgow (25.2.). Durch einen neuen Fernsehvertrag mit einer Laufzeit von sechs Jahren, den die IAAF gestern öffentlich machte,sieht Martin Wacker, Geschäftsführer der Karlsruher Event GmbH für das Karlsruher Meeting „eine neue Zeitrechnung“ beginnen.

2016 Sieger in Karlsruhe mit 5,91 Metern: Renaud Lavillenie.
2016 Sieger in Karlsruhe mit 5,91 Metern: Renaud Lavillenie. (Foto: Kunz)

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
03.02.2018 Indoor Meeting Karlsruhe 2018 Karlsruhe (Deutschland)