LAZ-Stabhochspringerin Kristina Gadschiew startet heute bei der Hallen-WM in Doha

Kristina Gadschiew vom LAZ Zweibrücken gehört zu den weltbesten Stabhochspringerinnen. Heute startet die 25-jährige Studentin – ein weiterer Höhepunkt ihrer Karriere – bei der Hallen-WM in Doha, der Hauptstadt von Katar am persischen Golf.

Zweibrücken. „Ich weiß noch gar nicht, was ich einpacken soll.“ Typisch Frau könnte man ein Klischee bemühen. Doch das würde der Stabhochspringerin des Leichtathletikzentrums (LAZ) Zweibrücken, Kristina Gadschiew, nicht gerecht werden. Allerdings sind die Bedenken der Lehramtsstudentin an der Uni Kaiserslautern kurz vor dem Abflug zur Hallen-Weltmeisterschaft nach Doha in Katar verständlich. „In Doha sind es derzeit 28 Grad“, hat sie im Internet recherchiert. „Eigentlich könnte die Veranstaltung durchaus ins Freie verlegt werden“, erklärt die 25-jährige Hornbacherin und lacht.

Doch das ist das Einzige, was die Zweite der Deutschen Hallenmeisterschaft von Karlsruhe ernsthaft beschäftigt. Denn der Schützling von Bundesund Heimtrainer Andrei Tivontchik, der an seine alte Wirkungsstätte in Katar zurückgekehrt, hat allen Grund zufrieden zu sein. Denn Kristina Gadschiew hat es erneut geschafft, sich für einen hochkarätigen internationalen Wettbewerb im Trikot des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) zu qualifizieren. Lediglich bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 musste sie vor dem Fernseher verfolgen.

Doch anschließend ging es mit der Stabhochspringerin stetig bergauf, was die Höhen und die internationalen Einsätze angeht. Sie war Fünfte bei der Hallen-EM in Turin im vergangenen Jahr, Dritte der Universiade in Zagreb und belegte Rang zehn bei der WM in Berlin. Die Teilnahme an der Hallen-WM in Doha ist ein weiterer Höhepunkt ihrer Karriere.

Doch kommt diese Nominierung nicht von ungefähr. Die Studentin, die als Vielstarterin gilt, „ich brauche die Wettkämpfe“, hat sich in der Hallensaison von 4,50, über 4,55 auf nunmehr 4,60 Meter gesteigert. Dabei quälte sie sich noch zu Beginn der Wintersaison noch mit einer Oberschenkelverhärtung herum. Die Folge war eine Trainingspause von drei Wochen.

Dabei verfolgt die Stabhochspringerin, die Sport und Chemie studiert, eine einfache Devise: „Ich versuche, immer auf der Bestleistung des Vorjahres mit 4,50 Meter aufzubauen. Das ist mir im Winter mit 4,60 Meter glänzend gelungen“, bilanziert sie. Für die Sommersaison liegt ihre Messlatte bei ihrer Bestleistung von 4,58 Meter. Dabei traut Andrei Tivontchik ihr noch eine Steigerung in Doha zu. Denn Kristina ist eine Wettkämpferin.

Wenn man dem Grundsatz, dass einer verpatzten Generalprobe, eine gelungene Premiere folgt, zugrunde legt, dann hat Kristina Gadschiew beste Chancen, heute ab 16.20 Uhr (Deutschland 14.20 Uhr) den Endkampf am Sonntag 16.20 Uhr (14.20 Uhr) zu erreichen. Bei einem Leichtathletik-Meeting in Donezk musste sie sich mit 4,35 Meter begnügen. „Ich war noch etwas müde von den Deutschen Meisterschaften und der langen Anreise.“

Gelohnt hat sich der Start. Denn die LAZ-Athletin konnte eine Reihe von Weltklassespringerin beobachten. „Sie sind keine Überfliegerinnen, sondern sie machen teilweise die gleichen Fehler wie ich. Das hat mein Selbstvertrauen enorm gesteigert.“

„Bei der WM lastet ein höherer Druck auf mir.“

Kristina Gadschiew,
Stabhochspringerin

Doch weiß sie, dass heute bei der Qualifikation wegen des weltweiten Medieninteresses „doch ein höherer Druck auf mir lastet“. Doch könne sie in Doha ganz befreit aufspringen. „Wenn ich bei der WM meine Leistung von Karlsruhe abrufen kann, dann kann ich mich für den Endkampf der besten Acht qualifizieren. Das wäre super.“ Voraussetzung sind aber sicherlich 4,55 bis 4,60 Meter, wie sie anhand der Leistungsdichte um diese Sprunghöhe erkannt hat. „Ich muss nur meine Nerven bewahren“, lautet ihre Vorgabe.

Stabhochspringerin Kristina Gadschiew und Bundestrainer Andrei Tivontchik
Kristina Gadschiew und ihr Heim- und Bundestrainer Andrei Tivontchik sind ein erfolgreiches Gespann. Der Olympiadritte von Atlanta kehrt an seine erste Trainerstation zurück. Foto: pma

Auf einen Blick

Zeitplan:

  • Qualifikation Freitag, 16.20 Uhr Ortszeit (14.20 Uhr in Deutschland)
  • Endkampf: Sonntag 16.20 Uhr (14.20 Uhr)