Ihren größten internationalen Erfolg feierte gestern Nachmittag Kristina Gadschiew aus Hornbach. Die 26-jährige Stabhochspringerin sicherte sich bei der Hallen-EM in Paris mit 4,65 Metern die Bronzemedaille.

Zweibrücken/Paris. Freudentränen flossen gestern Nachmittag im Hause der Familie Gadschiew in Hornbach, als sie am Fernseher den Stabhochsprung-Wettkampf ihrer Tochter Kristina verfolgen, die sich überraschend die Bronzemedaille mit 4,65 Metern bei den Hallen-Europameisterschaften in Paris sicherte.

Die 26-jährige Studentin des Leichtathletikzentrums (LAZ) Zweibrücken setzt damit die Erfolgserie der Stabhochspringer des Bundesleistungszentrums fort, die einst von ihrem Heimund Bundestrainer Andrei Tivontchik mit seiner Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen von Atlanta 1996 eingeleitet worden war. Hinter der Favoritin Anna Rogowska (4,85 m) aus Polen und Silke Spiegelburg aus Leverkusen mit 4,75 Metern verfehlte die Deutsche Vizemeisterin von Erfurt als Dritte nur um einen Zentimeter ihre Bestleistung (4,66 m) im Palais Omnisport. Nach ihrem zweiten und dritten Platz bei den Universiaden (Studenten-WM) hatte sie erstmals bei einem internationalen Wettbewerb den Sprung aufs Treppchen geschafft.

„Kristina ist noch nicht am Ende ihrer Möglichkeiten.“

Josef Scheer,
LAZ-Vorsitzender

Der Vorsitzende des LAZ, Josef Scheer, freute sich für „seine Vorzeigeathletin“, die in der sehr dichten Konkurrenz, wie er am Fernseher verfolgte, Nervenstärke bewiesen habe. „Ich traue der Kristina noch die 4,70 Meter zu“, folgerte er aus seinen Beobachtungen, und er wähnt die Hornbacherin noch nicht „am Ende ihrer Möglichkeiten“. Besonders freute sich der Vorsitzende darüber, dass „der systematische Weg über Training, Trainer und psychologische Betreuung“ der Leistungssportlerin den gewünschten Erfolg gebracht hat. Zugleich gehört die B-Kaderathletin des Deutschen Leichtathletik-Verbandes dem Perspektivkader für die Olympischen Spiele 2012 in London an.

Dabei hatte Kristina Gadschiew, die mit dem Minimalziel „Endkampfteilnahme“ angereist war, am Samstagmorgen bei der Qualifikation noch kräftig zittern müssen, ehe sie im dritten Versuch die geforderte Höhe von 4,55 Metern als Achte gemeistert hatte.

Gestern zeigte Kristina Gadschiew keinerlei Nerven und übersprang die Höhen von 4,35 bis 4,65 jeweils im ersten Versuch und führte zeitweise gar das Tableau an. Nach dem ersten Fehlversuch über 4,70 Meter pokerte sie und sparte sich ihre beiden Versuche vergeblich für 4,75 Meter auf.

Doch mit der Bronzemedaille hat sie ihre eigenen Erwartungen übertroffen. „Ich habe auf gar keinen Fall damit gerechnet. Ich habe mich auf meinen Wettkampf konzentriert, was mir die letzten Male nicht so gut gelungen ist“, erklärte sie. „Die 4,65 Meter waren schon super.“ Deshalb wollte sie noch einen draufsetzen und noch die 4,70 Meter springen. Als ihr Erfolgsrezept sah sie an, dass sie sich „nicht unter Druck gesetzt hat“. Bei ihren bisherigen internationalen Wettkämpfen habe sie immer gedacht: „Du musst deine Leistung abrufen, musst Bestleistung springen.“ Dadurch sei sie verkrampft und hinter ihren Leistung geblieben. „Diesmal habe ich gedacht, auch wenn du reißt, machst du deinen Sport weiter.“ – Und es hat geklappt.

Siegerehrung durch den Generalsekretär des DLV, Frank, Hensel, für Kristina Gadschiew zu ihrer Bronzemedaille
Der Generalsekretär des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, Frank Hensel, beglückwünscht freudestrahlend Kristina Gadschiew bei der Siegerehrung zu ihrer Bronzemedaille. Foto: Birkenstock

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
04.–06.03.2011 Hallen-Europameisterschaften 2011 Paris (Frankreich)