Die US-Amerikanerin Tianna Bartoletta war als einzige Sieben-Meter-Springerin nach Peking gekommen. Mit der Weltjahresbestweite von 7,14 Meter verließ sie gestern das Vogelnest als Weltmeisterin. Malaika Mihambo aus Oftersheim kam mit 6,79 Metern auf Rang sechs.

Als die 29-jährige Amerikanerin noch Madison hieß, hatte sie schon einmal den WM-Titel mit nach Hause genommen – das war 2005 in Helsinki. Damals hatten Wind und Regen das Finale auf den Kopf gestellt, und die zweitplatzierte Tatjana Kotowa verlor acht Jahre später bei Nachkontrollen ihres Urins die Silbermedaille, weil sie gedopt gewesen war.

Gestern war das Wetter hervorragend. 27 Grad war es warm, dazu kam ein schöner Rückenwind. Aber Bartoletta lag nur auf Rang vier. Bis zum letzten Versuch, da flog sie fulminant auf 7,14 Meter, so weit wie seit 1991 in Tokio keine Weltmeisterin mehr, und verwies die beiden anderen Sieben-Meter-Springerinnen Shara Proctor (Großbritannien, 7,07 Meter) und Ivana Spanovic (Serbien, 7,01 Meter) auf die Plätze. Damit ließen sie Landesrekorde anschreiben.

Mit der Schwedin Khaddi Dagnia (7.) war Malaika Mihambo die jüngste Teilnehmerin im Feld. 21 Jahre ist sie jung und war gerade in Tallinn Junioren-Europameisterin geworden. Bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg kam sie nicht über Platz neun hinaus und hatte die schlimmste Niederlage ihrer Karriere erlitten. Trotzdem hatte sie der Verband nominiert, weil ihr großes Potenzial bekannt ist. Mit dem sechsten Platz und ihrem Sprung auf 6,79 Meter hat sie ihre Nominierung gerechtfertigt. 2007 war Bianca Kappler ebenfalls Sechste, danach war der deutsche Weitsprung in eine kleine Krise gerutscht.

Schade, dass Malaika Mihambo sich bei ihrem Sprung so verletzte, dass sie danach nicht mehr schmerzfrei weiterspringen konnte. Trotzdem empfand die Studentin der Politikwissenschaften an der Universität in Mannheim großes Glück: „Die Top Acht waren mein Ziel, das allein war schwer genug zu erreichen. Die ungültigen Versuche waren sogar noch besser – es ist gut zu wissen, dass ich noch weiter springen kann“, analysierte sie.

Nach dem zweiten Versuch spürte sie etwas im Oberschenkel und konnte nicht mehr beschleunigen. „Daher habe ich auf den sechsten Versuch verzichtet. Im Wettkampf habe ich nur auf mich selbst geachtet, aber natürlich ist es eine riesen Sache, bei so einem Finale dabei zu sein, mit drei Sieben-Meter-Springerinnen“, sagte die junge Athletin. „Jetzt müssen wir erst mal schauen, was mit dem Oberschenkel ist, bevor ich die nächsten Wettkämpfe planen kann.“

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
22.–30.08.2015 Weltmeisterschaften 2015 Peking (China)