Den Sprung ins olympische Finale hat LAZ-Stabhochspringer Raphael Holzdeppe gestern in der Qualifikation geschafft. Dort will der 22-Jährige nach Platz acht in Peking nun unter die ersten Fünf kommen.

London/Zweibrücken. Ein Lächeln huscht über sein Gesicht, noch in der Luft. Die Fäuste geballt streckt Raphael Holzdeppe die Arme jubelnd in die Höhe. Mit seinem Sprung über 5,65 Meter hat sich der Stabhochspringer des Leichtathletikzentrums (LAZ) Zweibrücken gestern bei den Olympischen Spielen in London für das Finale qualifiziert – sein erstes Ziel erreicht.

Dabei hatte der Wettkampf für den 22-Jährigen alles andere als perfekt begonnen. Mit einem Fehlversuch über seine Anfangshöhe von 5,50 Metern startete Holzdeppe in das Springen im Olympiastadion. „Da war ich im Ersten noch ein wenig am schlafen, noch nicht wirklich im Wettkampf“, erklärt der Zweibrücker nach der Qualifikation. Doch danach lief es besser. Der zweite Versuch glückte. Nur ein weiteres Mal musste der LAZAthlet noch zum Stab greifen, um die Finalteilnahme perfekt zu machen. 5,65 Meter überquerte er im ersten Anlauf souverän, hatte noch deutlich Luft nach oben. „Alles in allem war es von mir eine gute Qualifikation“, zieht Raphael Holzdeppe ein erstes positives Fazit. Auch die Bedingungen seien eigentlich ganz gut gewesen, wie zuvor erhofft. „Beim Einspringen gab es zwar noch ein bisschen wechselnde Winde, aber das war jetzt nichts, was einen stören würde.“

Am Finale am Freitagabend ab 20 Uhr werden statt zwölf Athleten 14 Stabhochspringer teilnehmen. Hinter Raphael Holzdeppe und dem Favoriten Renaud Lavillenie aus Frankreich, der ebenfalls die 5,65 Meter aufgrund eines vorherigen Fehlversuchs brauchte, überquerten zwölf Teilnehmer die 5,50 Meter, so auch die beiden Deutschen Björn Otto und Malte Mohr. „Wir hatten uns abgesprochen und entschieden, dass wir alle ins Finale gehen“, erklärt Mohr nach dem Wettkampf. Somit war das Ausscheidungsspringen gestern Mittag schneller gelaufen als zuvor erwartet, die offizielle Qualifikationshöhe von 5,70 Metern musste kein Athlet in Angriff nehmen. „Zwölf Teilnehmer im Finale wären mir lieber gewesen“, sagt Holzdeppe. Doch seine Euphorie und die Spannung vor dem Finale dämpft diese Entscheidung nicht. Holzdeppe: „Die Vorzeichen sind bei mir ganz gut, ich fühle mich gut.“ Die Formkurve des Zweibrückers, die in der Saison stetig nach oben zeigte, könnte bei den Olympischen Spielen einen weiteren Anstieg verzeichnen. 5,77 Meter und Platz zwei bei den Deutschen Meisterschaften, 5,77 Meter und Bronze bei der Europameisterschaft, neue persönliche Bestleistung und Platz eins mit 5,81 Metern bei der olympischen Generalprobe in Jockgrim und „am Freitag werde ich dann versuchen, unter die ersten Fünf zu kommen“. Unterstützung aus der Heimat erhält Raphael Holzdeppe bei seinen zweiten Olympischen Spielen dann auch von seinen Eltern, die am Freitagmorgen den Flieger Richtung London und am Abend auf der Tribüne des Olympiastadions Platz nehmen werden. „Das ist eine einmalige Gelegenheit“, freut sich Mutter Rita, die gestern noch vor dem heimischen Fernseher mit ihrem Sohn mitgefiebert hatte.

Mit diesem souveränen Sprung über 5,65 Meter hat sich LAZ-Stabhochspringer Raphael Holzdeppe für das olympische Finale am Freitag qualifiziert.
Mit diesem souveränen Sprung über 5,65 Meter hat sich LAZ-Stabhochspringer Raphael Holzdeppe für das olympische Finale am Freitag qualifiziert. Foto: Kappeler/dpa

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
25.07.–12.08.2012 Olympische Sommerspiele 2012 London (England)