Zweibrücken: „Viva sua Paixão“–Lebe deine Leidenschaft: So lautet das Motto der Olympischen Sommerspiele. Heute in 121 Tagen wird das Olympische Feuer ins berühmte Maracanã-Stadion zu Rio de Janeiro getragen. Womöglich folgen ihm beim Einmarsch der Athleten auch zwei, drei, gar vier Sportler aus der Region.

Auf den Tag genaus eit 120 Jahren lodert (wieder) das olympische Feuer. In 121 Tagen werden die Spiele der 31. Olympiade feierlich eröffnet. Zu diesem weltweit aufsehenerregenden Anlass ins Stadion einzumarschieren – ein Traum, der für rund 6300 Athleten Wirklichkeit wird. Zurzeit plagt sich ein Zweibrücker mächtig, um zu jenen auserwählten zu gehören. Stabhochspringer Raphael Holzdeppe zählt zum Olympiakader,den der Deutsche Olympische Sport-Bund (DOSB) nominiert hat. Zeit ist noch bis Mitte Juli: Erst dann entscheidet der DOSB endgültig,wer nach Rio fährt. Indes liegt es bei den Athleten selbst, die Qualifikations-Hürden zu meistern.

Die Messlatte liegt ja nun nicht gerade niedrig – auch wenn Zentimeter oder Bruchteile von Sekunden entschieden. Den Kampf gegen die Uhr und das Metermaß haben auch Sportler aus der Region aufgenommen. Wie etwa Sina Mayer. Die 20-Jährige aus Schönenberg-Kübelberg sprintet denn auch heute wieder über eine Laufbahn in Südafrika.

Sina bleibt nicht mehr, als an ihrer Bestzeit zu arbeiten. Das tut sie zurzeit in Südafrika.

Für drei Wochen hat sich Sina Mayer vom Schmuddelwetter in ihrer westpfälzer Heimat verabschiedet, um sich in Johannesburg hochkonzentriert auf die Freiluft-Saison vorzubereiten. „Die Hallen-Saison ist „unglaublich gut für mich gelaufen“, berichtete die schnelle junge Frau aus Sand am Montag aus Südafrika der„Saarpfalz-Rundschau“. Sina hat während trüber Wintertage ihre Bestzeit über die 60-Meter-Distanz um drei Zehntel Sekunden steigern können,ihre Marke von 7.64 auf 7.32 heruntergeschraubt.Das reichte für Rang sieben bei den Deutschen Meisterschaften. Damit hat die Studentin in den erweiterten Kreis der Staffel-Kandidatinnen für Rio Einzug gehalten. Wie stehen nun die Chancen,dass sie Teil des deutschen Quartetts beim 4x100-Meter-Staffellauf-Wettbewerbs sein wird?

„Die anderen Mädels sind zurzeit so richtig stark“, sieht sich Sina Mayer im Rennen um das Rio-Ticket nicht in bester Ausgangsposition. Um realistische Chancen zu haben, muss sie ihre persönliche Bestmarke über die 100 Meter gewaltig steigern: Bislang stehen 11.67 Sekunden zu Buche. Vier Zehntel schneller muss sie im Ziel einlaufen, um ihre Aussichten zu wahren. Genau deshalb schielt die Sprinterin auch noch nicht wirklich Richtung Rio 2016. „Ich möchte meine Bestzeit kontinuierlich ausbauen und mich in Richtung deutscher Spitze bewegen“, nennt sie ihr vorrangiges Ziel. „Sollte es dennoch klappen, wäre es natürlich ein absoluter Traum.“

Sollte sich dieser Traum erfüllen, muss es schnell gehen – nicht nur auf der Laufbahn. Nur gut drei Wochen blieben Zeit, sich auf den Flug vorzubereiten und sich für eine Weile Richtung Südamerika zu verabschieden. Lässt sich das einfach so einrichten? „Dazu bietet mir das LAZ, bei dem ich den praktischen Teil meines dualen Studiums Gesundheitsmanagement absolviere, genügend Zeit und Raum. Auch, um die Trainingsumfänge und -intensität zu steigern. Schauen wir mal was raus kommt“, freut sich Sina Mayer über die Unterstützung des Zweibrücker Leistungszentrums.

Die LAZ-Talentschmiede hat allen Grund zur Freude. Das hat die WM erst offenbart.

Das Leichtathletik-Zentrum hat für Rio einige Eisen im Feuer. „2015 war unser bislang erfolgreichstes Jahr“, blickt Vorsitzender Bernhard Brenner auf das vergangene WM-Jahr zurück. Geht’s um Rio, fällt natürlich ein Name zuerst: Raphael Holzdeppe hat erst kürzlich gegenüber der Rheinpfalz betont, dass er nach seiner Verletzung rechtzeitig fit werden wolle, die Qualifikationshürde von 5,70 Metern schaffen könne. Eine weitere Kandidatin aus dem LAZ, das als Teil des Olympia-Stützpunkts Rheinland-Pfalz/Saarland eine Dependance des Saar-Stützpunkts an der Sportschule in Saarbrücken-Dudweiler bildet, ist die Speerwerferin Christin Hussong. Die gebürtige Zweibrückerin peilt für Rio einen Startplatz im Speerwurf an. Eine Chance, gegen Ende der Karriere noch mal einen echten Höhepunkt zu erleben, hat – als Dritte im Bunde der Stabhochspringer-Hochburg in Zweibrücken – Kristina Gadschiew.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
05.–21.08.2016 Olympische Sommerspiele 2016 Rio de Janeiro (Brasilien)