„Der Zustand der Athleten ist so gut wie nie zuvor.“ Ein Urteil mit Gewicht. Es kommt von Dr. Helmut Schreiber, dem leitenden DLV-Arzt der Mannschaft in Peking.

Der 60-jährige, der sich selbst als „alten Knochen“ bezeichnet und als sehr erfahren gilt, lobt die Athleten einer neuen Generation, die sehr viel in ihrem Präventivverhalten dazugelernt hätten. Er lobt aber auch seinen Stab aus vier Ärzten und zehn Physiotherapeuten. Letztere hervorzuheben war nicht immer eine Sache von Medizinern. „Es ist eine junge Truppe. Jeder von ihnen kann alles, aber jeder hat auch ein Spezialgebiet. Sie helfen entscheidend mit, dass weniger Tabletten und Spritzen verabreicht werden müssen als früher“, sagte der Freiburger Mediziner gestern.

Die ärztliche Abteilung ist für solch eine große und erfolgshungrige Mannschaft unverzichtbar. Kugelstoß-Weltmeister David Storl sagte: „Es ist ein hervorragendes Ärzteteam. Immer da, immer mit guten Tipps. Da bleiben keine Wünsche offen.“ Ein Tipp ist zum Beispiel der richtige Umgang mit dem Wasser. Fast alle Wassersorten enthalten zu wenig Natrium. Schreiber: „Wir fordern unsere Athleten auf, jede Halbliterflasche mit einer Messerspitze Kochsalz nachzusalzen.“

Kein einziger akuter Problemfall wurde bisher verzeichnet, das Augenmerk gilt der Pflege und hier in Peking vor allem dem richtigen Umgang mit zwei örtlichen Problemen: der Hitze und dem Smog. „Wir erklären unseren Athleten, dass sie sich so oft wie möglich kühl halten und die Hitze vermeiden müssen“, sagte Schreiber. Kühlwesten werden bereitgehalten, in erster Linie für Mittelund Langstreckler, aber nicht jeder kommt damit klar. „Und was den Smog betrifft, bin ich wirklich froh, dass wir keine Marathon-Teilnehmer dabei haben. Denn für die Marathonis wird es hier unmenschlich.“

Er schränkte aber auch ein. „Zurzeit sieht es gut aus. Mir scheint, als seien weniger Feinpartikel in der Luft. Mir ist aufgefallen, dass weniger Autos fahren. Vielleicht haben sie ja auch Fabriken abgestellt, ich weiß es nicht. Aber Peking liegt ja in einem Kessel zwischen Bergen, und da weht kein Wind irgendwelchen Dreck weg“, sagte Schreiber. Smog in Verbindung mit Hitze ist eine besondere Herausforderung, für die es keine Patentlösung gibt, sondern immer nur eine individuelle. Gerade die jungen Athleten brauchen Hinweise.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
22.–30.08.2015 Weltmeisterschaften 2015 Peking (China)