Zweibrücken. Vielleicht wird Julia Matis ja die nächste Christin Hussong, tritt in zehn Jahren mit dem Speer bei Weltmeisterschaften an. Oder sie beerbt die Stabhochspringer Raphael Holzdeppe, Kristina Gadschiew oder Anna Felzmann. Vielleicht wird sie aber auch eine tolle Musikerin oder macht etwas ganz anderes. Das ist nur bedingt vorhersehbar – und gleichzeitig das Spannende am Talent-Cup des LAZ Zweibrücken, der gestern in der Dieter-Kruber-Halle über die Bühne ging.

„Mir hat’s Spaß gemacht“, sagt die Elfjährige jedenfalls lachend nach ihrem Wettkampf an den Stationen 20-Meter-Sprint, Medizinball-Schocken und Froschsprünge sowie der zusätzlichen Wurfstation und lässt sich ihre Wurst verdientermaßen schmecken. Am besten habe ihr das beidhändige Werfen von unten mit dem Medizinball gefallen. Dabei betreibt sie gerade gar keine spezielle Sportart, früher hat sie Leichtathletik bei der VT Zweibrücken gemacht und getanzt.

Leichtathletisches Talent hat die Schülerin der Klasse 5c des HofenfelsGymnasiums mit den grün-gelb lackierten Fingernägeln augenscheinlich: Mit 3300 Punkten gewinnt sie den Wettbewerb der elfjährigen Mädchen, darf sich ganz oben aufs bereitstehende Treppchen stellen und von Weltmeister Raphael Holzdeppe und EM-Teilnehmerin Christin Hussong beglückwünschen lassen. „Ist das wirklich der Raphael?“, raunt ein Dreikäsehoch seinen Eltern während der Siegerehrung staunend zu.

Mit der Zahl von rund 200 teilnehmenden Schülern aus der Region sind die LAZ-Verantwortlichen zufrieden. „Eine runde Sache“, meint Trainer Karl-Heinz Werle. Vorsitzender Bernhard Brenner ist kurz nach Beginn, von seiner Arbeitsstelle kommend, in die Halle gehuscht und hat das Anzugoberteil schnell gegen die Vereinstrainingsjacke getauscht. Die trägt auch LAZ-Lauftrainer Klaus Klein, der zum wilden Gewusel rundum meint: „Das ist heute nicht nur ein Sack Flöhe, da sind drei, vier zu hüten.“ Zu seinem Notizbuch in der Hand erklärt er: „Alle Trainer schauen nicht nur auf die Punktzahl am Ende, sondern auch genau darauf, wie die Kinder sich bewegen.“ Oder wie es Wurftrainer Udo Hussong an der Station mit den 50und 200-Gramm-Schlagbällen am Kopfende der Halle formuliert: „Man sieht sofort, wer richtig werfen kann.“ Nach der Auswertung sollen mögliche Talente über die Schulen angeschrieben und dann zu einem Probetraining eingeladen werden.

Dass die Kinder sich bewegen, das ist auch Christian Weppler, dem Leiter der Hilgard-Grundschule in Niederauerbach, wichtig. Weppler ist einer der immer gleichen engagierten Lehrer, die ihre Schüler (er hat 17 Schüler dabei) zu solchen Sportveranstaltungen begleiten. „Es ist einfach wichtig, dass die Kinder Sport treiben, und man sollte ihnen viele Sportarten zeigen“, findet er.

Wohin ein Talent-Cup führen kann, sieht man an einer Station, wo die Froschsprünge geübt werden. Da stehen die beiden 15-jährigen LAZler Lars Voigt und Lea Faltermann und zeigen dem Nachwuchs, wie’s gemacht wird. Die Stabhochspringer haben 2013 beide den Deutschland-Cup gewonnen, Lea ist dieses Jahr Deutsche Meisterin der U16 geworden. „Mit sechs Jahren oder so hab ich hier zum ersten Mal mitgemacht – und bin so zum LAZ gekommen“, erklärt sie. Seit einigen Jahren ist sie beim Talent-Cup jetzt nicht mehr aktiv dabei, sondern als Helfer. „Das ist deutlich entspannender“, sagt sie. Währenddessen tobt der ganz kleine Nachwuchs wie wild hinten auf der Stabhochsprung-Matte: Nachschub für den nächsten LAZ-TalentCup.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
21.11.2014 Talent-Cup 2014 Zweibrücken (Deutschland)