LAZ-Speerwerfer Till Wöschler stellt neuen Jugendlandesrekord mit 76,39 Metern auf

Till Wöschler hat ein klares Ziel vor Augen. Der 18-jährige Speerwerfer des LAZ Zweibrücken und letztjährige Silbermedaillengewinner der U 18-EM will im Juli zur U 20-WM im kanadischen Moncton.

Zweibrücken. „Wir wollten einfach vor den entscheidenden Qualifikationswettkämpfen zur U 20-WM vom 19. bis 25. Juli im kanadischen Moncton wissen, wo Till leistungsmäßig steht“, kommentierte der Trainer des Leichtathletikzentrums (LAZ) Zweibrücken, Matthias Brockelt, den neuen Jugend-Rheinland-Pfalz-Rekord von 76,39 Metern. Sein Schützling übertraf bei den Westpfalz-Bezirksmeisterschaften in Pirmasens nicht nur seine eigene Bestmarke von 74,71 Meter, sondern verbesserte auch den Landesrekord, der bisher Alexander Vieweg mit über 75 Metern gehalten wurde. Vieweg wirft nun bei den Männern beim SV schlau.com Saarbrücken und war Olympiateilnehmer in Peking. „Mit dieser überragenden Serie hatte ich natürlich nicht gerechnet“, bekannte der hauptamtliche LAZ-Trainer, denn mit 76,34 Metern, 75,87 und dem Rekordwurf von 76,39 übertraf der Abiturient, der am 1. Oktober seinen Dienst bei der Sportförderkompanie in Mainz antritt, jeweils seine bisherige Bestleistung.

Als der Zweibrücker im vierten Versuch noch 73,89 Meter erzielt hatte, brach der Trainer den Wettkampf kurzerhand ab, um Till Wöschler, der damit sich auch an die Spitze des DLV setzte, für die weiteren Qualifikationswettkämpfe zu schonen. Welche Leistung Till Wöschler auf Anhieb abgerufen hat, zeigt, dass er lediglich noch etwas mehr als zwei Meter vom Deutschen Jugendrekord (78,67 m) entfernt ist, der von Matthias de Zordo vom SV schlau.com Saarbrücken gehalten wird.

„Till hat den Kopf für den Sport frei.“

Matthias Brockelt,
LAZ-Trainer

Weniger über die Weite, als vielmehr über die Konstanz des EM-Zweiten von Sarajewo im vergangenen Jahr wunderte sich sein Trainer: „Beim Trainingslager in den Osterferien im portugiesischen Albufeira hatte Till schon sein Potenzial angedeutet.“ Aus verkürztem Anlauf mit vier oder fünf Schritten habe er bereits Weiten um die 74 Meter erzielt. Denn verstärkt haben die beiden auch an der Technik des Speerwerfers gefeilt, der in der Vergangenheit seine Würfe meist zu flach angestellt hatte. „In Pirmasens war nun genau das Gegenteil der Fall. Der Speer war von Till zu steil angestellt worden.“ Deshalb ist sich der LAZ-Trainer sicher, dass Till Wöschler seine Weiten noch steigern kann, wenn er seine Würfe optimal in den Wind stellt. Angesichts dieser Leistungssteigerung scheint der Traum von der WM in Erfüllung zu gehen, denn die Qualifikation von 68,50 Metern stellt für den Zweibrücker keine Schwierigkeit dar. Zu seiner härtesten Konkurrenten um die WM-Fahrkarte zählen der Mannheimer Andreas Hoffmann und der Stuttgarter Janischek. Doch mit dem Landesrekord hat Till Wöschler eine erste Duftmarke gesetzt und führt die Konkurrenz mit einem Vorsprung von rund fünf Metern an. Diese Leistungssteigerung ist für Matthias Brockelt auch das Ergebnis, dass „Till nach seinem Abitur den Kopf frei hat und sich ganz auf den Sport konzentrieren kann.“ Bis zu sieben Trainingseinheiten pro Woche spulen die beiden ab, wobei der LAZ-Trainer sorgsam darauf achtet, dass der 18-Jährige genügend Ausgleichsübungen macht, um vielleicht in diesem Jahr die 80 Meter zu knacken. Nach dem Landesrekord ist diese Marke für Till Wöschler keine Utopie mehr.

Speerwerfer Till Wöschler
Einen ausgezeichneten Start in die neue Saison feierte der LAZ-Speerwerfer mit dem neuen Jugendlandesrekord bei den Bezirksmeisterschaften. Foto: Kruber