Die Zweibrücker Sportler haben auch im vergangenen Jahr sowohl national als auch international ihre Duftmarken gesetzt. Das ist für viele der Maßstab, und das ist bei einem Teil der Athleten des Leichtathletikzentrums (LAZ) Zweibrücken sogar wörtlich zu nehmen. Den Stabhochspringern.

Dazu zählt zweifellos der zweifache Junioren-Weltrekordler Raphael Holzdeppe. Aufgrund seiner grandiosen Erfolge 2008, darunter der achte Platz bei den Olympischen Spielen in Peking, 2009 noch von den Fans zum Leichtathleten des Jahres gewählt, kämpfte er in der vergangenen Sommersaison mehr mit seinen Oberschenkelverletzungen, als mit den Gegnern. Deshalb war es bei der verpassten WM-Qualifikation nur ein schwacher Trost, dass der 20-Jährige sich die Deutsche Juniorenmeisterschaft sowie die U 23-Europameisterschaft sicherte. Allerdings spricht es für die Besonnenheit seines Heimtrainers Andrei Tivontchik, dass die Körpersignale richtig gedeutet wurden, im wahrsten Sinne des Wortes nichts am Stab abgebrochen, sondern vorzeitig die Saison beendet wurde.

Klares Ziel des Angehörigen der Bundeswehr-Fördergruppe in Mainz ist nach der Ableistung seines Grundwehrdienstes die Leichtathletik-EM vom 27. Juli bis 1. August in Barcelona. Mit diesem Ziel liebäugeln auch seine Vereinskameraden Kristina Gadschiew (Stabhochsprung) und Jens Werrmann (110 Meter Hürden). Während sich Werrmann, der von der Bundespolizei in Cottbus freigestellt ist, wie Holzdeppe voll auf den Sport konzentrieren kann, wagt Kristina Gadschiew weiterhin den Spagat zwischen Lehramtsstudium und Leistungssport. Im vergangenen Jahr ist dies der 25-jährigen Hornbacherin bestens gelungen. Sie repräsentierte das LAZ und den Deutschen Leichtathletik-Verband bei der Hallen-EM in Turin, bei der WM in Berlin und trat bei der Universiade in Belgrad an. Gemessen wird sie an ihrer Bestleistung von 4,58 Metern ebenso wie Holzdeppe an seinen 5,80 Metern und Werrmann, der sich nach zweijähriger Verletzungspause wieder in die deutsche Spitze zurückgekämpft hat, an seinen 13,51 Sekunden.

Ein Ausruhen auf den Lorbeeren gibt es nicht, zumal auch die Konkurrenz im eigenen Lager den arrivierten Sportlern Beine macht, sie zu neuen Höchstleistungen antreibt. Da sind im Stabhochsprung die U 18-WMTeilnehmer Daniel Clemens und Michaela Donie ebenso zu nennen, wie Natasha Benner, die deutsche A-Jugendmeisterin im Stabhochsprung und Silbermedaillengewinner Till Wöschler (Speerwurf), die bei der U 20-EM antraten.

Des Weiteren tummeln sich eine Reihe weiterer Talente beim LAZ in den verschiedenen Disziplinen, die zumindest in ihren Altersklassen auf nationaler Ebene in die Medaillenränge vorgedrungen sind. Dies untermauert die erfolgreiche Philosophie des Bundesleistungszentrums, nur den machbaren Weg einzuschlagen.

Aber auch die Schwimmer der Wassersportfreunde (Wsf) Zweibrücken haben mit ihren Qualifikationen für die Deutschen Meisterschaften auf der Kurzoder Langbahn bewiesen, dass sie weiter auf dem Vormarsch sind. Dabei hat Rückenspezialist Neil Pallmann mit seinen Finalteilnahmen sein Potenzial mit Luft nach oben angedeutet. Als absoluter Allrounder auf den Freistilstrecken von 50 bis 1500 Metern hat sich sein 16-jähriger Bruder Till entwickelt, der zum Abschluss des Jahres alle Vereinsrekorde pulverisierte. Zudem gilt es, Sebastian Lotze zu beachten, der sich für die Jugend-EM in Prag qualifiziert hatte. Wie Till Wöschler am Helmholtz-Gymnasium gehört Lotze am Sportzweig des Gymnasiums am Rotenbühl in Saarbrücken dem Abitur-Jahrgang an, sodass zumindest in den Anfangsmonaten die Schule dem Leistungssport etwas den Rang ablaufen wird.

Dass Beruf und Leistungssport nicht immer optimal zu verquicken sind, erleben derzeit der deutsche Jahrgangsmeister über 200 Meter Schmetterling von 2008, Florian Schmidt, und die ehemalige deutsche A-Jugendmeisterin, Kathrin Schwarz. Unter der Doppelbelastung leiden das Trainingspensum und auch die Trainingsintensität.

Um Höchstleistungen zu bringen, ganz gleich in welcher Sportart, müssen sämtliche Parameter stimmen und vor allen Dingen muss der Körper mitspielen. Nur so lässt sich das vorhandene Kapital verzinsen. Das mussten in der Vergangenheit die LAZ-Sportler Jens Werrmann und Raphael Holzdeppe schmerzlich erfahren, als Verletzungen alle Pläne über die Haufen geworfen wurden.

Dies ist auch das Los des Großbundenbachers Dennis Walzer. Der ambitionierte Shorttracker, der für den Eislaufverein Dresden startet, musste wegen einer Knieverletzung all seine Pläne für die Olympischen Winterspiele in Vancouver vom 12. bis 28. Februar begraben.

All diese Beispiele zeigen, dass Leistungssportler eine schwere Bürde zu tragen haben. Denn die eigene Erwartungshaltung und die der Öffentlichkeit, die durch gute Ergebnisse geschürt werden, können durch viele Störfaktoren enttäuscht werden. Das sollte die Sportler aber keineswegs daran hindern, weiter den größtmöglichen Erfolg anzustreben.