Zweibrücken. Bei der dritten Auflage des LAZ-Himmelsstürmer-Cups auf dem Zweibrücker Herzogplatz müssen die Lokalmatadoren Kristina Gadschiew und Raphael Holzdeppe am 15. August zusehen. Das Starterfeld sei qualitativ dennoch sehr stark besetzt, erklären der LAZ-Vorsitzende Bernhard Brenner sowie der Sportliche Leiter Alexander Vieweg im Gespräch mit Merkur-Redakteurin Svenja Kissel.

Herr Brenner, Herr Vieweg, Sie sind mitten in den Vorbereitungen auf den dritten Himmelsstürmer-Cup. Wie hoch ist der Stresspegel oder steigt der, nun wo das meiste organisiert ist, erst wieder mit dem Aufbau einen Tag vor dem Meeting?

Alexander Vieweg: Klar ist Stress um das Meeting herum. Aber in diesem Jahr kommt es mit gar nicht so schlimm vor. Der Aufbau wird noch einmal Arbeit. Aber auch der wird erleichtert durch unseren eigenen Anlaufsteg, den die Bosch-Lehrlinge uns dankenswerter Weise gebaut haben. Der Steg ist um zwei Drittel leichter als der vorherige und hat höhenverstellbare Füße, was uns auf dem unebenen Platz entgegenkommt. Zudem bekommen wir durch die genormten Stege auch viel Qualität in das Event.

Merken Sie bei der mittlerweile dritten Auflage, dass sich das Marktplatz-Springen in der Leichtathletikwelt herumgesprochen hat, fällt es leichter Springer nach Zweibrücken zu locken oder ist es eher das Organisatorische, was leichter fällt?

Bernhard Brenner: Was das Springerfeld angeht, läuft es fast von selbst. Obwohl der Cup während der EM ausgetragen wird. Ich muss nicht mehr groß akquirieren. Die meisten Anfragen kommen von den Athleten selbst. Auch viele Manager kennen sich aus und wissen Bescheid über die Meetings – wie Marc Osenberg und 6,03-Meter-Springer Jeff Hartwig. Über ihn kommt es zum Start von Mark Hollis. Es läuft viel durch Mundpropaganda. Gerade in den letzten Tagen sind nochmal zwei Amerikaner, ein Norweger sowie eine Amerikanerin, eine Belgierin und Südafrikanerin dazugekommen. Dadurch wird das Feld nochmal internationaler.

Vieweg: Wir machen es den Athleten recht einfach. An uns kommt man ran, jeder kann uns einfach anrufen oder schreiben – und schon bist du dabei. Das ist nicht überall so unkompliziert. Auch das Drumherum ist auf alle Fälle einfacher geworden. Was Sponsoren, das Entge-genkommen der Stadt und die Zufuhr angeht – die meisten wissen schon Bescheid, haben den Termin im Kopf. Was aber nicht heißt, dass wir uns ausruhen. Es kommen etwa noch neue Sponsoren hinzu.

Weltmeister Raphael Holzdeppe hat seine Saison beendet, wird der Veranstaltung somit als Springer fehlen. Auch Kristina Gadschiew muss aufgrund ihres Achillessehnenabrisses in diesem Jahr passen. Die Zuschauer müssen damit auf die Höhenflüge zweier Lokalmatadoren verzichten – leidet die Qualität des Springens darunter?

Brenner: Die Qualität des Springens leidet auf keinen Fall darunter. Wir haben ein tolles Starterfeld. Bei den Männern haben wir mit Hollis einen, der aktuell 5,80 Meter gesprungen ist, bei den Frauen ist die Australierin Alana Boyd (Bestleistung 4,76m) eine ausgezeichnete Springerin.

Vieweg: Leistungstechnisch gesehen sind wir besser aufgestellt, als im vergangenen Jahr. Mich würde es besonders freuen, wenn wir mal einen neuen Meeting-Rekord über die 5,80 Meter sehen würden – mit Mark Hollis haben wir einen im Feld, der das schaffen kann.

Der Weltmeister wird aber vor Ort sein?

Vieweg: Ja, er ist am 15. August auf alle Fälle da. Es wird auch eine Autogrammstunde gemeinsam mit Kristina geben. Es ist bitter, besonders für die beiden ist es schwer, dass sie in diesem Jahr nicht springen können. Aber wir erwarten dennoch ein spannendes Meeting.

Worauf dürfen sich die Besucher beim Himmelsstürmer-Cup am Saarländertag noch freuen? Gibt es irgendeine Neuerung, Besonderheiten im Rahmenprogramm?

Vieweg: Neben der Autogrammstunde haben wir Wert darauf gelegt, auch mehr für die kleinen Besucher zu tun. Es gibt ein Torwandschießen, die Fahrschule Hahn und die Verkehrswacht werden zudem mit einem Überschlagsimulator vor Ort sein. Es ist ein Ziel, Familien anzulocken und darüber vielleicht auch das Interesse für den Sport zu wecken. An sich ist aber das Springen das Highlight. Der ständige Schlagabtausch auf den zwei Sprunganlagen lässt es einfach nie langweilig werden.

Wie viele Teilnehmer erwarten Sie in diesem Jahr?

Brenner: Es kann sich kurzfristig noch einiges tun. Rechnet man alle Klassen – von den Kindern bis zur Elite – zusammen, dann werden es wieder rund 80 Springer sein. Im Finale am Abend sollten es dann aber jeweils nicht mehr als zwölf sein.

Wer wird aus den eigenen Reihen teilnehmen und somit vor Eltern, Großeltern und Freunden zeigen, wofür er sich jeden Tag im Training abrackert?

Brenner: Alle bis auf Raphael und Kristina. Gerade für unsere Athleten ist es doch etwas Tolles, sich quasi vor der eigenen Haustür präsentieren zu können – das wollen sie sich nicht nehmen lassen.

Im vergangenen Jahr hat sich der Frauenwettbewerb bis nach 21 Uhr gezogen – da kann es mit den Lichtverhältnissen schwierig werden. Ist das einkalkuliert?

Brenner: Es war im vergangenen Jahr hart an der Grenze und gerade am Kippen. Aber wir hatten ja Strahler parat stehen. In diesem Jahr werden wir noch besser ausgeleuchtet sein und wenn nötig frühzeitig die Beleuchtung anschalten. Es ist wichtig, dass vor allem die Einstichkästen ordentlich ausgeleuchtet sind.

Mit den Veranstaltungen auf dem Herzogplatz oder auch in der Westpfalzhalle ist das LAZ ganz nah dran an den Menschen. Macht das für beide Seiten – Athleten und Zuschauer – einen besonderen Reiz aus?

Brenner: Ganz klar für beide. Vor allem für die jungen Athleten ist es doch etwas ganz Besonderes ganz nah vor den vielen Zuschauern, vor Oma, Opa, Eltern und Freunden zu springen. Nico Fremgen wird wieder seinen ganzen Fanclub dabei haben.

Vieweg: Unsere ersten Ultras (lacht). Nee im Ernst: Die Zuschauer können sich die Höhen, die die Athleten überqueren vor dem Fernseher doch gar nicht richtig vorstellen. Hier sind sie hautnah dabei. Wenn dann 2000 Zuschauer mit Klatsch-pappen von rechts und links und vom Balkon vor der Anlage einen Höllenlärm machen, dann ist das für die Springer auch toll.

Das LAZ hatte sich von Beginn an zum Ziel gesetzt, nicht für immens viel Geld teure Athleten für das Event einzukaufen, sondern durch Atmosphäre und Kulisse zu überzeugen und damit Springer anzulocken – ist es bei dem Konzept geblieben?

Brenner: Auf jeden Fall. Dass es den Athleten bei uns gefällt, zeigt sich auch daran, dass uns viele, die von Beginn an dabei waren die Treue halten – wie Stanley Joseph. Auch Valentin Lavillenie, der kleine Bruder von Olympiasieger Renaud, wäre gerne wieder gekommen, hat sich aber verletzt.

Zuschauerzahlen sind bei solch einem Springen in der Innenstadt schwer zu schätzen, haben Sie ein Ziel, wie viele Sie erreichen wollen, oder ist es dann gelungen, wenn der Platz voll und die Stimmung gut ist?

Brenner: So wie im letzten Jahr wäre es toll. Es gibt am Saarländertag in der Stadt aber auch viel Durchgangsverkehr.

Vieweg: Ich denke, dass es gar nicht so entscheidend ist, wie viele es sind, sondern, was für eine Stimmung das Publikum verbreiten kann. Dass das Zweibrücker Publikum eine tolle Atmosphäre schaffen kann, haben wir bei den vergangenen Springen gesehen. Wirklich jeder Athlet wird hier angefeuert, jedes Mal, wenn die Stange fällt, ist ein lang gezogenes ooooooooh zu hören und jeder Springer, der die Latte überquert, wird hier gefeiert.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
15.08.2014 Himmelsstürmer-Cup 2014 Zweibrücken (Deutschland)