Zweibrücken. Nach einer Fußverletzung im vergangenen Jahr läuft es für Sina Mayer (LAZ Zweibrücken) dieses Jahr gut – überraschend gut. Die 22-Jährige gewann vergangene Woche die Bronzemedaille über 100 Meter bei der U23-EM im polnischen Bydgoszcz. In den kommenden Jahren möchte sich die aus Schönenberg-Kübelberg im Landkreis Kusel kommende Sprinterin in der deutschen Spitze etablieren.

Jetzt liegt es natürlich nahe, sich mit Sina Mayer über das 100-Meter-Finale bei der U23-EM zu unterhalten, dem immerhin größten Erfolg ihrer Karriere. Das ist jedoch gar nicht so einfach, denn Mayer kann zwar Auskunft rund um das Rennen, aber nicht über das Rennen geben. „Auch wenn es blöd klingt: Ich kann mich an den Lauf überhaupt nicht mehr erinnern“, sagt Mayer, die zuvor schon deutsche Vize-U23-Meisterin geworden war, und fügt an: „Es ging alles so schnell, ich bin um mein Leben gerannt, war voll in einem Flowzustand drin.“

Jetzt mag es für die junge Dame ein bisschen blöd sein, sich nicht genau zu erinnern, wie sie zu ihrer ersten internationalen Medaille kam. Doch das wird sie verschmerzen können, bedenkt man den – zum Teil – schmerzvollen Weg, den sie bis dahin zurückgelegt hat. 2014 und 2015 war sie jeweils bei internationalen Nachwuchsmeisterschaften als Staffelläuferin dabei, 2014 bei der U20-WM, 2015 bei der U23-EM – ohne zum Einsatz zu kommen. Während sie 2014 noch überraschend nominiert wurde und „zum Lernen“ (Sina Mayer) dabei war, musste sie an der Nicht-Berücksichtigung für die Staffel 2015 knabbern. „Da war ich enttäuscht“, sagt sie. Im Jahr 2016 plagte sie sich dann mit Fußproblemen, musste die Saison nach den deutschen Meisterschaften beenden.

Doch Sina Mayer, die Stehauf-Frau, hat sich von alledem nicht unterkriegen lassen. „Ich habe Kraft daraus gezogen. Man ist dadurch noch motivierter für das kommende Jahr.“

Doch dieses Jahr 2017 begann gar nicht so toll, wie es sich dann im Endeffekt entwickelt hat. „Zu Beginn des Jahres war es noch problematisch mit dem Fuß“, sagte Mayer. Erst im April konnte sie sich im Training wieder voll belasten, zuvor spürte sie immer mal wieder Schmerzen. Umso überraschender dann ihre 11,25 Sekunden (bei 1,9 m/s Rückenwind), die sie Anfang Juni in Regensburg lief. „Das war ein perfekter Lauf“, erklärte sie. Das war nicht nur eine Bestzeit, sondern auch die Norm für die U23-EM und zudem die B-Norm für die Aktiven-WM in London. Plötzlich stand sie auf Rang drei der deutschen Jahresbestenliste, war eine Kandidatin für die deutsche Sprintstaffel in London.

Mit einem WM-Ticket klappte es dann nicht, wohl auch wegen ihres Fehlstarts im Vorlauf bei den deutschen Meisterschaften. Dafür fährt die LAZ-Sprinterin im August zur Universiade nach Taipeh. Doch in Zukunft will sie zum deutschen Staffelpool gehören – und peilt auch den einen oder anderen internationalen Einzelstart an. Ihr Fernziel sind die Olympischen Spiele 2020: „Ich war 2016 im Olympischen Jugendlager der Sportjugend Rheinland-Pfalz. Das war ein super Erlebnis. Mein Traum ist es, auch mal bei Olympia dabei zu sein.“ Denn an Olympia hat sie viele bleibende Erinnerungen ...

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
13.–16.07.2017 U23-Europameisterschaften 2017 Bydgoszcz (Polen)