Zweibrücken. Viel Bewegung im Teilnehmerfeld und bei den Helfern des 6. Himmelsstürmer-Cups hat es in den letzten Tagen vor dem Meeting gegeben. Noch während des Aufbaus im Westpfalzstadion wurde in den Starterlisten rotiert. LAZ-Stabhochspringer Daniel Clemens war etwa aufgrund eines Magen-Darm-Infekts schon raus aus dem Eliteund rein ins B-Feld, gestern rutschte er dann doch wieder rein. Änderungen bis kurz vor Beginn des Springens sind die Organisatoren des Leichtathletikzentrums um den Vorsitzenden Bernhard Brenner und Alexander Vieweg aber bereits gewohnt.

Ebenso wie das regnerische Wetter am Freitag beim letzten Hämmern, Tische aufbauen und dekorieren. „Der Feinschliff“ erfolgt allerdings erst am Samstagmorgen, wie LAZ-Trainer Alexander Gakstädter erklärt. „Mittlerweile sind wir so eingespielt, dass uns auch der Regen keine Sorgen macht.“ Auch auf plötzlich drehenden Wind könne man kurzfristig reagieren. „Wenn sich was ändert, haben wir in ein paar Minuten die Anlage gedreht.“ Die so ersehnte Neuerung „endlich einmal gutes Wetter“ (Brenner), scheint für das Wochenende aber einzutreffen. Ähnlich sieht es auch Vieweg. „Für morgen ist Sonnenschein gemeldet, darauf vertrauen wir einfach mal.“ Auf ein Regenchaos mit zehn Unterbrechungen wie im vergangenen Jahr würde er gerne verzichten, auch wenn die „Stabhochspringer alle einen Dachschaden haben und bei jedem Wetter springen. Mach das mal mit Sprintern!“ Und fügt lachend an: „Wenn’s morgen regnet, bleib ich einfach im Bett.“ Doch davon geht beim LAZ eigentlich niemand aus, die Laune beim Aufbau war am Freitagnachmittag trotz ständig niederprasselnder Regenschauer bestens.

Und somit verspricht das Stabhochsprung-Meeting beste Bedingungen für die Elite um Lokalmatador Raphael Holzdeppe, der am Samstag einen weiteren Angriff auf die Norm (5,70 m) für die WM im August in London starten wird. Zu tun bekommt es der Zweibrücker, der am Pfingstmontag in Rehlingen die Qualifikationshöhe mit 5,60 Metern noch knapp verpasste (wir berichteten), in dem 13 Teilnehmer starken Feld unter anderem mit den Franzosen Joseph Stanley (5,75 m) und Valentin Lavillenie (5,71m), dem Niederländer Menno Vloon (5,41 m) und vor allem der gesamten deutschen Elite. Denn sie alle – Tobias Scherbarth (5,75 m), Karsten Dilla (5,73 m), Florian Gaul (5,77 m), Hendrik Gruber (5,70 m) und Malte Mohr (5,91 m) – kämpfen noch um eines der drei WM-Tickets des DLV. „Raphi hat in Rehlingen gut ausgesehen. Natürlich wäre es schon, wenn er die Norm bei uns in Zweibrücken abhaken könnte“, erklärt Vieweg. Dass würde auch Scherbarth nur zu gerne, der sich auf ein „top organisiertes Meeting von Stabhochspringern für Stabhochspringer“ freut. „Tolles Hotel, nette Leute – das passt hier einfach“, sagt er. Letztes Jahr schaffte der Leverkusener im Westpfalzstadion die Norm für die Olympischen Spiele in Rio, auf ähnlich starke Höhen hofft er auch am Samstag.

Den Himmelsstürmer-Cup als Einstieg in die Saison nutzt Silke Spiegelburg. Die Vize-Europameisterin von 2010, die viele Jahre lang auch in Zweibrücken trainiert hat, geht nach ihrer Verletzungspause allerdings mit gedämpften Erwartungen in das Meeting. „Ich habe fast zwölf Monate pausiert, deshalb will ich in Zweibrücken einfach so viele Höhen wie möglich springen, um schnell wieder in die Wettkampf-Routine reinzukommen.“ Das Meeting in Zweibrücken sei für ihr Comeback der ideale Ort. „Hier wird alles auf die Stabhochspringer ausgerichtet, die Anlage ist super.“

Neben vielen Bekannten wurden für die sechste Auflage des Himmelstürmer-Cups auch wieder einige neue Springer verpflichtet. „Es freut es mich, dass wir wieder neue Gesichter sehen werden“, betont Bernhard Brenner. Etwa den aufstrebenden Leverkusener Bo Kanda Lita Baehre (5,50 m) und die Schwedin Lisa Gunnarsson (4,47 m).

Verzichten auf einen Start vor heimischem Publikum muss bei den Frauen allerdings Anna Felzmann, die nach ihrer Verletzungspause noch nicht wieder richtig fit ist. Aber gerade das Männerfeld sei so stark wie noch nie besetzt, hofft Vieweg auf einen spannenden Wettbewerb. „Wir sind aber froh, dass wir Raphael in dem engen Terminfenster im WM-Jahr als Zugpferd haben. Mal gucken, wer das Ding am Ende macht“, sagt Vieweg, der am Samstag bei schönem Wetter auf rund 1200 bis 1300 Zuschauer hofft. Bei den Frauen sei die Zusammensetzung des Feldes dagegen etwas problematischer gewesen, da zeitgleich in Hengelo (Niederlande) das IAAF Wold Challenge Meeting stattfindet.

Groß sind die Erwartungen an die eigenen Athleten. „Wir hoffen schon, dass unsere LAZ-Starter im A-Feld und auch die B-Athleten ihre Normen springen und gute Leistungen abliefern“, erklärt Gakstädter. Los geht es mit dem Springen der Frauen am Samstag um 16 Uhr, das der Männer schließt sich um 18.30 Uhr an.

Am Sonntag werden aufgrund der hohen Teilnehmerzahl drei, statt der ursprünglich geplanten zwei Springen ausgetragen: der Nachwuchs misst sich um elf Uhr, ein gemischtes Feld schwingt sich ab 14 Uhr in die Lüfte und das B-Feld beginnt um 17 Uhr. Der Eintritt an beiden Tagen zu allen Springen ist frei. Neben dem Sport bietet das LAZ neben zahlreichen Ständen und Mitmachaktionen auch eine Hüpfburg für die kleinen Besucher an.

Info

Finale Elite-Felder für den 6. LAZ-Himmelsstürmer-Cup

Frauen ab 16 Uhr:

  1. Gunnarsson Lisa
  2. Knäsche Anjuli
  3. von Eynatten Victoria
  4. Kramer Regine
  5. Lampela Elina
  6. Schnitzerling Lilian
  7. Petershofen Friedelinde
  8. Spiegelburg Silke

Männer ab 18.30 Uhr:

  1. Holzdeppe Raphael
  2. Mohr Malte
  3. Vloon Menno
  4. Menaldo Kevin
  5. Lavillenie Valentin
  6. Stanley Joseph
  7. Bo Kanda Lita Baehre
  8. Scherbarth Tobias
  9. Dilla Karsten
  10. Gaul Florian
  11. Alberto Dominik
  12. Gruber Hendrik
  13. Daniel Clemens

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
10.–11.06.2017 Himmelsstürmer-Cup 2017 Zweibrücken (Deutschland)