Drei Medaillen, darunter Mehrkampf-Bronze für den unermüdlichen Kämpfer Mathias Brugger: Auch ohne ihre Topstars glänzten die deutschen Leichtathleten bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Portland/USA.

Portland. Sensations-Silber für die Dreispringer Max Heß und Kristin Gierisch, Mehrkampf-Bronze für den unermüdlichen Kämpfer Mathias Brugger: Das junge deutsche Rumpfteam hat bei der Hallen-WM in Portland die Erwartungen weit übertroffen. „Das ist eine wirklich positive Überraschung. Es war richtig und mutig, mit diesem unerfahrenen Team nach Portland zu reisen“, sagte Chef-Bundestrainer Idriss Gonschinska: „Diese Athleten stehen für die Zukunft der deutschen Leichtathletik.“

Mit drei Medaillen egalisierte der Verband vor den letzten Entscheidungen ohne deutsche Starter in der Nacht zu Montag das WM-Ergebnis von 2014 in Sopot. Damals waren allerdings Topstars wie die Kugel-Asse David Storl und Christina Schwanitz am Start gewesen. Knapp fünf Monate vor Olympia in Rio zeigte nun die zweite deutsche Reihe eindrucksvoll, dass sie bereit für höhere Aufgaben ist.

Dies gilt besonders für die Chemnitzer Trainingskollegen Heß und Gierisch, die am Samstag binnen sechs Stunden Vizeweltmeister geworden waren. „Unbeschreiblich! Ich hätte nie gedacht, dass es Silber wird“, sagte der erst 19 Jahre alte Heß, der sich mit der Bestleistung von 17,14 Metern nur dem Chinesen Dong Bin (17,33) geschlagen geben musste. Heß ist bester deutscher Dreispringer in der Halle seit Charles Friedek, der 2000 17,28 Meter sprang, nachdem er ein Jahr zuvor in Maebashi Hallen-Weltmeister geworden war.

Zuvor hatte Gierisch die erste deutsche Medaille geholt. Die 25-Jährige sprang im fünften Versuch auf 14,30 Meter und lag damit nur hinter der Venezolanerin Yulimar Rojas (14,41). „Die Silbermedaille gibt Rückenwind für Zeiten, in denen es mal nicht läuft. Ich weiß, dass ich an mich glauben kann“, sagte Gierisch.

In einem packenden Siebenkampf brachte sich der 23 Jahre alte Brugger mit starken 5,10 Metern im Stabhochsprung auf Medaillenkurs – so hoch trug es nur Überflieger Ashton Eaton empor. Der Zehnkampf-Weltrekordler aus den USA holte ungefährdet mit 6470 Punkten Gold vor dem Ukrainer Alexej Kasjanow (6182). Brugger (6126) rettete als Zweiter des abschließenden 1000-Meter-Rennens Bronze mit acht Punkten Vorsprung auf Laufsieger Curtis Beach (USA). „Dieser dritte Platz bedeutet mir alles. Das ist ein Traum“, sagte Brugger.

Am Tag zuvor hatte Weitsprung-Shootingstar Alexandra Wester im höchstklassigen Wettbewerb der WM Platz sechs belegt. In den Medaillenkampf konnte die als Nummer eins der Welt nach Portland gereiste Kölnerin mit 6,67 Metern nicht eingreifen. Den Sieg sicherte sich US-Olympiasiegerin Brittney Reese mit 7,22 Metern.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
17.–20.03.2016 Hallen-Weltmeisterschaften 2016 Portland, Oregon (Vereinigte Staaten von Amerika)