Herr Traber, was fühlen sie gerade, so zehn Minuten nach ihrem Hürden-Vorlauf hier im Vogelnest?

Ich hatte gute Bedingungen, hatte Rückenwind, die Anderen Gegenwind, aber scheiß drauf, ich kann hinterm Vorlauf bei meiner WM-Premiere einen Haken machen, bin im Halbfinale. Dafür waren in meinem Lauf zwei Fehlstarts, den ersten habe ich ganz schön verschlafen, den zweiten habe ich super getroffen und kurzzeitig gedacht, ich hätte ihn gemacht. Jetzt vom dritten weiß ich gar nicht mehr so viel, das ist ein gutes Zeichen. Doch ich glaube, die erste Hälfte war ganz okay, aber hintenraus, da muss ich aktiv bleiben, die Müdigkeit setzt ein, man muss trotzdem treten, treten, treten, die Hürden vielleicht noch etwas früher einleiten.

Okay, stopp, stopp, wie geht’s weiter bis morgen Abend?

Ich gehe jetzt ins Eisbad, ich bin ja der Typ „drei Tage Eistonne“, und dann laufe ich aus. Ich hatte Probleme mit meinem Hüftbeuger in diesem Jahr und eine Kapselreizung in der Hüfte, war vor der deutschen Meisterschaften deshalb auch mal abgetaucht. Aber ich kam zurück, habe meine Leistung abgeliefert und dann mein Bein nicht mehr hochbekommen.

Alex John schied mit einem Fehlstart aus, Mattias Bühler lief eine tolle Zeit, was sagen sie dazu?

Zu Alex’ Fehlstart kann ich nichts sagen, ich habe es nicht gesehen, aber es ist schade. Die Zeit von Matthias ist superklasse. Ich verstehe mich mit allen, wir sind zwar Konkurrenten, aber es ist schon so, dass man sich gegenseitig die Daumen drückt. Ich habe schon vor den deutschen Meisterschaften gesagt, ich würde mir wünschen, wenn ich nicht der einzige deutsche Hürdenläufer hier wäre. Es ist noch mal was anderes, wenn man im Team angreifen kann, im Team Germany eben.

Info

Gregor Traber (22) aus Tettnang lebt, studiert und trainiert in Stuttgart beim Ex-Zweibrücker Marlon Odom. In 13,44 Sekunden lief er ins Hürden-Halbfinale wie Matthias Bühler (13,35) auch.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
22.–30.08.2015 Weltmeisterschaften 2015 Peking (China)