Ein Leitbild, das so viel heißt wie „wahre Athleten, und das nicht 20 Seiten dick in der Schublade liegt, sondern mit ein, zwei, drei Worten öffentlichkeitswirksam daherkommt. Zweieinhalb Wochen vor den Europameisterschaften in Berlin ist es der richtige Zeitpunkt für den Start einer Initiative, die die olympische Kernsportart wieder stärker positionieren, die Menschen mit der Faszination und Vielfalt der Sportart begeistern soll.

Und zwar mit dem, was sie hat: mit Athletinnen und Athleten, die authentisch sind, die das „echt – stark – fair“ leben. Die mit Leistung, vor allem aber ihrer Haltung überzeugen. Unter den ersten Zehn, die der Initiative ein Gesicht geben, ist auch der Zweibrücker Stabhochspringer Raphael Holzdeppe, neben 3000-Meter-HindernisLäuferin Gesa-Felicitas Kraus oder den Speerwerfern Johannes Vetter und Olympiasieger Thomas Röhler und drei Breitensportlern.

Der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, Jürgen Kessing, hofft, mit der EM und der Initiative wieder etwas Rückstand zum Fußball aufholen zu können, nicht zuletzt in den TV-Quoten. Nach dem frühen WM-Aus der Fußballer gibt es wohl nur bei den Leichtathleten ein Sommermärchen 2018. Der Deutsche Leichtathletik-Verband schickt die größte Mannschaft, die je international aufgetreten ist, vom 7. bis 12. August nach Berlin. Das Team wird wohl 120 Athleten stark sein, rund 80 sind schon nominiert. Auf Postern und Plakaten und in den Medien werden die Athleten der #TrueAthletes-Initiative präsent sein und ihre Geschichten erzählen. Am Freitag, gestern und heute waren und sind sie in Nürnberg live und greifbar nahe zu sehen. Erst bei den beiden Kugelstoßentscheidungen vorgestern auf dem Nürnberger Hauptmarkt bei super Sommerwetter, und dann gestern teilweise im strömenden Regen im Max-Morlock-Stadion. Das hat zwar den Kampf um die letzten freien Plätze im EM-Team erschwert, aber nicht die Atmosphäre und Laune innerhalb der Leichtathletik-Familie geschmälert.