Während LAZ-Stabhochspringer Raphael Holzdeppe heute Abend im Finale der Olympischen Spiele um einen Platz unter den ersten Fünf kämpft, laufen bei den Vereinskollegen in Zweibrücken die Vorbereitungen auf den Himmelsstürmer-Cup am kommenden Mittwoch auf dem Herzogplatz auf Hochtouren. Im Gespräch mit Merkur-Redakteurin Svenja Kissel erzählt der Organisator und zweite LAZ-Vorsitzende, Bernhard Brenner, von der Veranstaltung.

Nach zehn Jahren organisiert das LAZ wieder ein sogenanntes „Marktplatzspringen“. Wie kam es jetzt dazu?

Bernhard Brenner: Wir haben schon häufiger darüber gesprochen, wieder ein solches Springen durchzuführen, aber man braucht auch die Leute, die es umsetzen. Die haben wir jetzt, und ich denke, zehn Jahre, länger hätten wir eine Neuauflage nicht mehr schieben können. Zudem hat sich der Zeitpunkt direkt nach den Olympischen Spielen einfach angeboten.
Bernhard Brenner
Bernhard Brenner
Foto: pma/mw

Was ist das Ziel dieser Veranstaltung? Den Sport den Menschen zu präsentieren?

Brenner: Den Sport den Menschen zu präsentieren würde ich als Intension sehen. Wir wollen den Leuten, die in den Zeitungen über unsere Athleten lesen oder sie im Fernsehen springen sehen, einmal zeigen, wie hoch sie eigentlich springen. Und das vor der eigenen Haustür. Wir wollen auch das LAZ an die Menschen bringen, ein anderes Bild vermitteln, als nur das aus den Medien bekannte. Vielleicht können wir dadurch auch Kinder begeistern, die sich überlegen, sich auch einmal in der Leichtathletik zu versuchen. Solche Veranstaltungen sind auch Werbung für den Sport und zeigen, dass es noch etwas anderes als Fußball, Tennis und Schwimmen gibt.

Was erhoffen Sie sich von dem Springen oder für das Springen?

Brenner: Dass das Wetter mitspielt und viele Besucher kommen. Es ist doch auch für die Springer mal ein anderer, besonderer Reiz, ihren Kumpels, Großeltern und Verwandten zu zeigen, was sie da eigentlich machen. Diese Möglichkeit zu bieten, ist etwas Tolles.

Sie haben die Hauptorganisation des Himmelsstürmer-Cups übernommen. Was gab und gibt es noch alles zu tun und wer unterstützt Sie dabei?

Brenner: Vom Verein unterstützen mich vor allem Alexander Vieweg und Ann-Katrin Schwarz. Aber auch die Stadt ist mit im Boot. Bereits im vergangenen Jahr haben wir uns mit dem jetzigen Oberbürgermeister Kurt Pirmann getroffen, ihm die Idee geschildert, die wir vor Augen haben. So ist die Sache in die Gänge gekommen. Organisiert werden mussten verschiedene Dinge. So mussten wir uns den Platz ansehen, haben dann die Anlage entsprechend präpariert – den etwa 30 Meter langen Anlaufsteg mit dem Einstichkasten haben wir gerade fertiggestellt. Die Stadt muss Neigungen auf dem Herzogplatz glätten, um einen geraden Anlauf zu gewährleisten. Aber auch drumherum musste viel organisiert, Sponsoren und Teilnehmer gefunden werden. Um die Sponsoren haben sich Alex und Ann-Katrin erfolgreich gekümmert. Flyer und Plakate mussten gedruckt und möglichst früh ausgeteilt werden. Zuletzt geht jetzt noch das Veranstaltungsheft durch den Druck.

Wann beginnt der Aufbau auf dem Herzogplatz, in welche Richtung steht die Anlage dort?

Brenner: Einen Tag vorher, um keinen Stress zu haben und noch reagieren zu können, wenn irgendetwas nicht passt. Die Matte wird vor dem Balkon platziert, die Athleten springen Richtung Rathaus. Der OB hat schon gescherzt und gesagt, dass er sich auf den Balkon stellt und in der Luft mit den Springern abklatscht.

Vor über zehn Jahren fanden ähnliche Springen auf dem Alexanderplatz statt, warum jetzt gerade auf dem Herzogplatz?

Brenner: Wir sind eine neue Generation und wollen einen neuen Weg gehen. Außerdem finde ich den Herzogplatz rein optisch viel schöner. Er ist im Stadtzentrum, direkt vor dem Rathaus – eine wunderschöne Kulisse. Zudem ist es ein deutliches Zeichen, dass wir die Veranstaltung in enger Kooperation mit der Stadt durchführen.

Wie viele Teilnehmer werden bei der ersten Auflage des internationalen Turniers erwartet?

Brenner: Die Teilnehmerzahl ist noch schwer zu beziffern. Es werden mindestens 30 sein, wovon aber ein großer Teil aus dem eigenen Verein kommt. Einige haben ihre Teilnahme angekündigt – etwa der Weltmeister von 2005, der Holländer Rens Blom –, aber noch nicht endgültig zugesagt. Daher kann auch kurzfristig noch was passieren. Mit dabei sein wird aber auf jeden Fall die deutsche Juniorenmeisterin Annika Rohloff (MTV Holzminden) und auch Joana Kraft (TuS Metzingen). Daneben werden auch die Lokalmatadoren Kristina Gadschiew, Daniel Clemens und Lukas Hallanzy springen.

Und Raphael Holzdeppe?

Brenner: Raphael haben wir freigestellt, ob er mitspringen möchte, wenn er aus London zurückkommt. Er hat am Donnerstag noch einen Wettkampf in Landau, den er schon länger zugesagt hat. Aber er wird auf jeden Fall da sein und auch im Rahmen der Veranstaltung geehrt werden.

Was dürfen die Besucher sonst noch erwarten?

Brenner: Wir haben ein Rahmenprogramm mit einer Hüpfburg, die Band Duoble Malt wird spielen und wir haben ein Bungee-Run, dabei wird man wie beim Bungeespringen an einem Gummi befestigt, bekommt Klettband an die Hände und muss sehen, wie weit man gegen den Widerstand des Gummis rennen kann. Natürlich gibt es Essens- und Getränkestände sowie Präsentationen der Sponsoren mit Ständen oder euch eine Auto- und Motorradausstellung. Daneben steht eben auch die Ehrung von Raphael auf dem Programm. Um 13.30 Uhr springt dann der Nachwuchs, ab 17 Uhr die Aktiven.

Sollen nach der Neuauflage des Springens in der Stadt weitere Veranstaltungen folgen?

Brenner: Ja, der Himmelsstürmer-Cup soll eine Auftaktveranstaltung bilden, mit dem Ziel, jedes Jahr mindestens eine Veranstaltung des LAZ draußen und eine in der Halle durchzuführen. Man braucht dafür natürlich eine Mannschaft dahinter, die mitmacht, beim FCK würde man sagen man braucht viel Herzblut. Ann-Katrin, Alex und ich haben in dieses Springen sehr viel Zeit investiert, aber das hätten wir nicht getan, wenn wir nicht wüssten, dass es erfolgreich wird.

Sie sind Anfang der 2000er Jahre bei den Springen des LAZ auf dem Alexanderplatz als Nachwuchsspringer selbst dabei gewesen. Welche Erinnerungen haben Sie daran?

Brenner: Die Atmosphäre war auf jeden Fall eine besondere. Schon die Optik ist ja eine ganz andere als im Stadion, mit den Häusern direkt neben dir. Ich weiß auch, dass es vor den Leuten in der Stadt einen riesigen Spaß gemacht hat. Wenn alles gut läuft, dann werde ich es mir auch in diesem Jahr nicht nehmen lassen, und selbst mitspringen.

Raphael Holzdeppe springt heute Abend im Finale der Olympischen Spielen. Was denken Sie ist für ihn drin?

Brenner: Im Finale ist alles möglich, aber ich denke, mit ganz ganz viel Glück ist ein Platz auf dem Treppchen für ihn drin.
Hoch hinaus geht es am Mittwoch für die Stabhochspringer auf dem Herzogplatz
Hoch hinaus geht es am Mittwoch für die Stabhochspringer auf dem Herzogplatz. Foto: Thissen/dpa

Am Rande

LAZ-Stabhochspringer Raphael Holzdeppe steht heute Abend im Finale der Olympischen Spiele in London. Der Wettkampf beginnt um 20 Uhr (MEZ). Als Ziel hat sich der 22-Jährige einen Platz unter den ersten Fünf gesetzt. Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking belegte Holzdeppe Rang acht. Der Zweibrücker geht mit einer Bestleistung von 5,81 Metern in den Wettkampf. Neben dem Zweibrücker haben sich auch die beiden anderen deutschen Springer, Björn Otto und Malte Mohr, fürs Finale qualifiziert.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
15.08.2012 Himmelsstürmer-Cup 2012 Zweibrücken (Deutschland)