LAZ-Speerwerfer Till Wöschler sichert sich den Titel bei der U 20-WM mit 82,52 Meter

Der Speerwerfer des LAZ Zweibrücker schockte beim ersten Wurf bei der U 20-WM im kanadischen Moncton die Konkurrenz mit 82,52 Meter. Damit erzielte der 19-Jährige einen neuen deutschen Rekord und Weltjahresbestleistung.

Trainer Matthias Brockelt
Matthias Brockelt

Zweibrücken/Moncton. Till Wöschler ist der Shootingstar des Leichtathletikzentrums (LAZ) Zweibrücken in dieser Sommersaison. Der Speerwerfer sicherte sich am Freitagabend im kanadischen Moncton den Titel bei der U 20-Weltmeisterschaft mit „galaktischen 82,52 Meter“, so sein Trainer Matthias Brockelt (Foto: pma), der überwältigt war. Damit pulverisierte der 19-jährige Abiturient am Hofenfels-Gymnasium im ersten Versuch um halb eins deutscher Zeit in der Nacht von Freitag auf Samstag den Deutschen Jugendrekord, den bisher Matthias de Zordo (SV Schlau-Com Saar 05 Saarbrücken mit 78,67 Meter gehalten hatte. Der Zweibrücker, der mit einer Bestleistung von 74,71 Meter in die Saison gestartet war, hat sich damit fast um acht Meter verbessert und stellte eine neue Weltjahresbestleistung auf. „Das war der mit Abstand beste Wurf seiner Lebens, technisch brillant“, schwärmte sein 44-jähriger Trainer Brockelt. „Ich bin immer noch sprachlos ob der phänomenalen Leistung, mit der Till in Braunschweig Deutscher Meister geworden wäre“ (Brockelt). Beeindruckt zeigte sich sein Heimtrainer von der „Coolness und Cleverness“. Bei dem Wurf habe alles gepasst, und das noch bei absoluter Windstille.

Auch der Jugend-Weltrekord des Norwegers Andreas Thorkildsen, des Olympiasiegers, Weltund Europameisters, ist mit 83,87 Metern plötzlich in Reichweite.

Zu den ersten Gratulanten zählte der LAZ-Vorsitzende Josef Scheer, der noch einmal „das Talent und die Entwicklung“ unter seinem Heimtrainer hervorhob. „Till ist ein ruhiger, überlegter, abgerundeter Mensch“, schildert er den 19-Jährigen, der im Oktober in der Sportkompanie der Bundeswehr in Mainz seinen Grundwehrdienst antritt. Für die Leistungssteigerung des talentierten Speerwerfers, der ab Herbst in den B-Kader des DLV aufgenommen wird, machte Josef Scheer „die behutsame Förderung“ verantwortlich. „Der marschiert auf 85 bis 86 Meter zu“, versteifte sich der LAZ-Vorsitzende, nachdem Till in Gesprächen in dieser Saison die 80 Meter angepeilt hatte. Was Josef Scheer zusätzlich freute, dass durch Till Wöschler „die Plattform der Disziplinen des LAZ mit herausragenden nationalen und internationalen Erfolgen“ erneut erweitert worden ist.

Till Wöschler, der bereits als Zweiter der U 20-EM in Sarajewo im vergangenen Jahr sein Potenzial angedeutet hatte, schob sich mit den damit an Position vier der ewigen Welt-Jugendbestenliste. „Ich kann mich an den Wurf kaum noch erinnern“, sagte Till Wöschler, der auch rund eineinhalb Stunden nach dem Wettkampf noch immer völlig überwältigt war. „Ich habe wirr in der Gegend rumgeschaut. Mein Heim- und Bundestrainer haben geschrien, und da habe ich das auch gemacht“, erzählte er mit heiserer Stimme und lacht.

„Ich habe danach versucht, die Spannung aufrecht zu erhalten, aber das war schon ganz schön schwierig“, sagte er. Zumal er mit „leichten Rückenproblemen nach dem Gewaltwurf“ (Brockelt) zu kämpfen hatte und dadurch im Abwurf behindert war. Doch sein Sieg geriet nicht in Gefahr, denn Zweiter wurde der Japaner Dean Genki (76,44 m), und die Bronzemedaille sicherte sich der Russe Dmitri Tarabin (76,42 m). Den neunten Rang belegte der zweite Deutsche Thomas Röhler (69,93 m).

Nicht nur Till Wöschler war völlig von den Socken. Auch sein Vater Klaus, der zur moralischen Unterstützung nach Kanada gereist war, war sprachlos, strahlte über das ganze Gesicht. „Ich habe ja gehofft, dass er das macht, aber dass er da so ein Ding raushaut – unglaublich“, sagte der Vater.

Till Wöschler außer sich vor Freude bei der WM 2010 in Moncton
Außer sich vor Freude war LAZ-Speerwerfer Till Wöschler nach seinem Sieg bei der U 20-Weltmeisterschaft. Fotos: Hensel
LAZ Speerwerfer Till Wöschler bei der WM in Moncton 2010
Mit seinem ersten Versuch schockte Till Wöschler die Gegner.