Für die Sportler in der Pfalz gleicht das Jahr einer Achterbahnfahrt. Ein Traum für Erik Durm: die Nominierung für die WM. Mit Dortmund läuft es derzeit nicht. Der FCK schürt nach dem Umbruch und guten Leistungen die Aufstiegshoffnungen.

Aus einem kleinen Ort in der Pfalz auf die große Fußballbühne. Diesen kometenhaften Aufstieg hat Erik Durm geschafft. Er war eine der größten Überraschungen im Weltmeisterschafts-Kader von Bundestrainer Jogi Löw. Mächtig stolz auf die Nominierung war nicht nur der 22-Jährige selbst, sondern auch Freunde und alte Weggefährten aus Rieschweiler.

Schon als kleiner Junge sei der heutige Spieler von Borussia Dortmund aufgefallen, erklärt sein bester Freund Patrick Thomas, der zusammen mit Durm in der F- und E-Jugend gespielt hat. „Er hat herausgestochen.“ Dass er heute in der Nationalelf spielt: „unglaublich“. Von Rieschweiler, wo Durm 1998 als Sechsjähriger mit dem Fußballspielen beginnt, wechselt er 2007 nach Saarbrücken. Über Mainz 05 II geht es nach Dortmund, wo er vom Stürmer zum Abwehrspieler umgeschult wird, statt in der Dritten plötzlich in der Ersten Liga aufläuft. Am 1. Juni 2014 bestreitet der 22-Jährige sein erstes A-Länderspiel – in Brasilien wird er Weltmeister. Euphorisch gefeiert wurden der Titel und „ihr“ Star bei der Rückkehr in die Heimat in Rieschweiler. Von zahlreichen ehemaligen Weggefährten, Vereinsverantwortlichen der SGR, dem Südwestdeutschen Fußballverband, Bürgermeister Heino Schuck, aber vor allen den unzähligen Fans.

Auch, wenn es mit der Dortmunder Mannschaft in der Saison nach dem WM-Titel nicht rund läuft – auch nicht für Durm selbst – wird ihm seinen Aufstieg und die Erlebnisse in Brasilien niemand mehr nehmen.

Einen Aufstieg erhofft sich auch der pfälzische Traditionsverein vom Betzenberg. Mit Platz vier hatte die hoch gehandelte Mannschaft von Trainer Kosta Runjaic im Mai die Relegation verpasst. Eine Schwächephase im Februar, als der 1. FC Kaiserslautern gegen die Kellerkinder Aue, Aalen und Absteiger Energie Cottbus verlor, kostete die Roten Teufel den Sprung ins Oberhaus. Ein Umbruch, eine neue Philosophie – und mit Markus Schupp ein neuer sportlicher Leiter – folgten. Der Zweitligist kehrte von seiner bisherigen Transferpolitik ab. Statt auf einzelne namhafte Fußballer aus der Bundesliga setzt der Club um Vorstandschef Stefan Kuntz nun auf junge Spieler, „die heiß auf den FCK sind“. Bislang mit Erfolg. Obwohl der Aufstieg vor der Runde nicht als Ziel formuliert wurde, hat sich die junge Mannschaft um Srdjan Lakic, Willi Orban, Dominique Heintz, Kevin Stöger und Kerem Demirbay überraschend stark präsentiert – und damit Hoffnungen geschürt.

Platz fünf nach der Vorrunde täuscht jedoch etwas über die nach dem Umbruch unerwartet guten, engagierten Leistungen hinweg. Zu häufig hat sich die fehlende Erfahrung bemerkbar gemacht. Immer wieder spielen die Roten Teufel in dieser Runde frech, mutig und voller Leidenschaft auf – auch auswärts. Doch ein ums andere Mal verpassen es die Lautrer, sich für ihre eigene Arbeit zu belohnen. In bislang acht Unentschieden wären einige Punkte mehr drin gewesen. Durch die mangelnde Chancenverwertung blieben dem FCK diese verwehrt. Nur ein Auswärtssieg gelang so auf St. Pauli. 27 erzielte Treffer sind – beim genauen Blick auf die 19 Begegnungen und unzähligen Möglichkeiten – einfach zu wenig. Runjaic steht vor einer schweren bis unmöglichen Aufgabe, seiner Mannschaft das fehlende Stückchen Cleverness mit auf den Platz zu geben. Das bringt nur die Erfahrung. Doch behält das junge Team trotz all der kleinen Rückschläge im Laufe der Runde seine Spielfreude, Kampfbereitschaft und Leidenschaft bei, dann ist die Chance auf den Aufstieg nach drei Jahren Zweitklassigkeit in Folge noch nicht verloren.

Die Chance auf eine Medaille hat Stabhochspringerin Lisa Ryzih vom ABC Ludwigshafen bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Zürich verpasst. So greifbar nah war das Edelmetall, doch die ehemalige Athletin des LAZ Zweibrücken, die den Hallenstürmer-Cup in der Westpfalzhalle im Februar gewonnen hatte (4,61 Meter), landete auf dem undankbaren vierten Platz. Mit 4,71 Metern thront sie allerdings auf Rang eins der europäischen Jahresbestenliste 2014.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
12.–17.08.2014 Europameisterschaften 2014 Zürich (Schweiz)
07.02.2014 Hallenstürmer-Cup 2014 Zweibrücken (Deutschland)