Deutsche Leichtathleten werben offensiv für WM 2009 – „Begeisterung in der Bevölkerung entfachen“

Die Ergebnisse der deutschen Leichtathleten in Peking waren alles andere als berauschend. Trotzdem soll die WM 2009 in Berlin eine Schau werden. Das haben sich die Organisatoren vorgenommen.

Berlin. Die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin (vom 15. bis 23. August 2009) werden als neues „Sommermärchen“ aufgezogen und sollen die Anhänger auch außerhalb des Olympiastadions in ihren Bann ziehen. Das bekräftigte Michael Mronz, der Geschäftsführer der Veranstaltungs- und Vermarktungs-GmbH MMP.

„Es geht darum, trotz nicht so guter Ergebnisse der Deutschen in Peking eine Begeisterung in der Bevölkerung für die Leichtathletik zu entfachen“, setzt sich Mronz zum Ziel. „Unser Bestreben ist es, das Geschehen über das Stadion hinaus in die Innenstadt zu verlagern, die Fans intensiv einzubeziehen.“

Schon am Abend vor der Eröffnung am 14. August ist ein „Festival der Nationen“ mit Teilnehmern aus allen 202 erwarteten Verbänden am Brandenburger Tor geplant, um die Berliner und ihre Gäste auf das Ereignis einzustimmen.

Bisher sind 160 000 Tickets, etwa 25 Prozent des Kontingents, verkauft. „Unser Ziel ist es, die Zuschauer möglichst zwölf Stunden im Olympiastadion zu fesseln und ihnen dann für weitere zwölf Stunden das Erlebnis Berlin zu präsentieren“, erklärte Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), das Konzept mit Kultur- und Fanmeilen.

Neue Formen der Dramaturgie im Stadion seien darauf angelegt, den deutschen Fans täglich zumindest einen „Bonbon“ zu bieten. „Der Zeitplan ermöglicht es, dass es theoretisch jeden Tag eine Medaille geben könnte“, meinte der DLV-Chef. Wie schwer das wird, weiß Prokop nach dem schlechtesten Olympia-Ergebnis der Geschichte mit nur einer Bronzemedaille in Peking genau. „Aber ich setze auf das Gesetz der Serie: 2005 gewannen wir fünf WM-Medaillen, 2007 sieben. Wenn es nun 2009 neun würden, wären wir alle glücklich“, sagte er schmunzelnd.

Beim größten Event des Sportjahres 2009 mit einem 45-Millionen-Euro-Gesamtetat rechnen die Veranstalter mit sechs Milliarden TV-Zuschauern. „Die Gespräche mit ARD und ZDF laufen gut: Vier Stunden werden wir täglich zwischen 18 und 22 Uhr senden, dazu kommen mindestens zwei Stunden am Vormittag“, sagte Mronz. Stolz ist man, dass auch die NBC acht Stunden live überträgt. Bei der WM in Osaka gab es keine Live-Übertragung nach Amerika. Insgesamt werden die WM-Sendungen in 190 Ländern ausgestrahlt.

Stabhochspringer Raphael Holzdeppe
Stabhochspringer Raphael Holzdeppe gehört zu den großen deutschen Hoffnungen für die Heim-WM 2009 in Berlin. Der Zweibrücker ist außerdem WM-Botschafter des DLV. Foto: PM